
Iain schreibt: Auf “Life Is Sweet! Nice To Meet You” spielt Hynes auch wieder seine ganzen Stärken aus und wechselt gekonnt zwischen leichtem Pop, kitschigen Streicherarrangements, rockigeren Elementen, Americana und auch gern mal Jazz. Die verknüpft er zu einem strahlenden Gesamtwerk, auf dem Herzschmerz, Selbstzweifel, Ängste, eine hoffnungslos romantische Geste und riesiger Optimismus eine erhebende Einheit bilden. So kann es am Ende auch nur ein Fazit geben: das Leben ist schön!
Nach dem ersten Durchlauf bin ich ganz auf seiner Seite. Schönes Album. Freut euch auf diesen Freitag!
Albumstream: Lightspeed Champion – “Life Is Sweet! Nice To Meet You”
Ich bin zwar etwas ratlos wegen der schwebenden Musiker, der Nahaufnahmen von Pferdekörpern und allgemein wegen des Bezuges zum Text, aber es sieht trotzdem ziemlich schick aus.
Auch auf die Gefahr hin, das ich euch mit Midlake ein wenig auf die Nerven gehe: diese kostenlose MP3 des fantastischen Eröffnungsstückes des aktuellen Albums “The Courage Of Others” musste ich einfach zur MP3 der Woche machen. Geht nicht anders. Diesmal leider nicht direkt abspielbar, dafür startet der Download sofort.
05. Februar 2010
Mute (GoodToGo)
Was ist mit dieser Band in den letzten 2 Jahren passiert? Wo haben sie den psychedelischen Folk ihres Debüts “All Hour Cymbals” gelassen? Der zwischenzeitliche Beitrag zum “Dark Was The Night”-Benefiz-Sampler ließ noch keine Vermutung aufkommen. “Tightrope” war noch nah an ihrem ersten Album. Aber danach, da muss irgendwas passiert sein. Bereits der erste Vorbote Ende letzten Jahres ließ die rechte Augenbraue nach oben zucken. Was ist das? Klar, diese seltsamen Geräusche, das kennt man. Aber dann, der Rhythmus, die Gesangslinie. “Ambling Alp” ist Pop. Und was für einer! Auch das kurze Zeit später aufgetauchte Achtziger-Destillat für den Tanzflur “O.N.E.” stieß in die gleiche Kerbe. Das Tolle: zwei absolute Überhits wurden schon vor Erscheinen des Albums umsonst verteilt und steigerten die Spannung natürlich ungemein.
Nach dem ersten Durchhören dann die Erkenntnis: das hier ist es. Das Popalbum des Jahres. Würde mich extrem wundern, wenn da noch ein ernsthafter Konkurrent auftauchen sollte. Dabei klingen einzelne Passagen fast schon unerträglich, beim Anfang von “Love Me Girl” zum Beispiel würde ich mich nicht wundern, wenn gleich die hochgepitchte Stimme eines Mark’ Oh-Tracks einsetzen würde. Dieses Tropen-Vogel-Sample im selben Song ist spätestens seit der zweitenDrum’n'Bass-Compilation Mitte der Neunziger völlig durch. Und warum muss ich an vielen Stellen an die Talking Heads, Tears For Fears oder ganz einfach die Achtziger denken?
Eigentlich müßte ich dieses Album abgrundtief hassen. Aber die Band schafft es, alle diese Zutaten so geschickt miteinander zu kombinieren, das ganz einfach zwingende, mitreißende und niemals peinliche Popsongs entstehen. Überbordend vor Ideen, Stilen, Sounds, Instrumenten.
Mit “Odd Blood” ist der jungen Band aus Brooklyn ein ganz großes Ding gelungen, das mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit schon jetzt einen Platz ganz oben in den Jahresendlisten sicher hat. Ich für meinen Teil weiß nur nicht ganz genau, wie lange ich diesem Sperrfeuer von Achtziger-Momenten standhalten kann. Momentan überwiegt aber noch die Begeisterung.
Highlights: “O.N.E.”, “Ambling Alp”, “I Remember”
Wertung: 








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Äußerst ungewöhnlich, was Jamie Lidell hier präsentiert. Obwohl, andererseits auch wieder nicht. Zumindest, wenn man sich das bisherige Schaffen dieses Künstlers anschaut. Wer sich von Elektronik über geschichtete Vocalsamples hin zum lupenreinen Soul entwickelt, der kann sich im Jahr 2010 auch mal als epischer Songwriter versuchen. Am Montag gibt es bei Pitchfork übrigens weitere News ein neues Album betreffend. Yeah!
Foto: drspam
Ich habe schon seit heute Morgen um 9.00 Uhr diesen Tab offen. Jetzt werde ich das endlich posten. Das neue Video von Spoon macht den Eindruck, als wenn es wirklich genau in dem Moment aufgenommen worden ist, in dem der Song für das Album eingespielt wurde. Lässig, unverkrampft, aus dem Ärmel. Im Prinzip genau wie die Musik der Band.
05. Februar 2010
Virgin UK (EMI)
Da ist es also, das erste Album nach insgesamt 7 Jahren. Nach dem eher etwas schwachbrüstigen “100th Window” (eigentlich ja eher ein Soloalbum von Robert Del Naja) hatte ich die Band eigentlich schon abgeschrieben, die “Collected” interessierte mich schon gar nicht mehr. Und trotzdem, als Ende letzten Jahres der Vorbote in Form der “Splitting The Atom”-EP erschien, da war ich wieder infiziert. Das die Band überhaupt wieder mit neuem Material an die Öffentlichkeit tritt, ist wohl zu einem nicht geringen Anteil Damon Albarn zu verdanken. Denn nachdem sie 2008 erkannten, das ihr damals bereits fertig produziertes Album Mist war, löschten sie es kurzerhand komplett und fingen wieder bei Null an. Und dann sind wir zu Damon Albarn gefahren und haben dort die neuen Tracks aufgenommen, aus denen wir jetzt »Heligoland« und die digitalen Tracks schöpfen. Diese neue Musik hat eine ganz andere Stimmung und Energie. (SPEX)
Es ist aber beileibe nicht so, das man Massive Attack jetzt nicht wiedererkennen würde, mitnichten. Auch auf “Heligoland” geht es eher düster als beschwingt zur Sache. Jeder einzelne Song hat seine Qualitäten und einige Stücke reichen an die alten Glanztaten heran, ohne diese zu überflügeln (“Splitting The Atom”, “Pray For Rain”). Einziger wirklicher Ausfall ist gerade das von mir mit Spannung erwartete “Flat of the Blade”, eine Zusammenarbeit mit Guy Garvey. Leider bleibt es hier bei einer wenig inspirierten, vor sich hin blubberneden Elektroniknummer mit einem Elbow-Frontmann am Mikro, der scheinbar nicht recht weiß, was er mit diesem Stück anfangen soll. Schade!
Zum Glück sind die anderen neun Stücke von erstaunlicher Qualität. Durch die unterschiedlichen Künstler am Mikrofon und die abwechslungsreichen Stimmungen hat man mitunter das Gefühl, einer Compilation zu lauschen. Das das Album dabei nicht wie aus einem Guss wirkt, ist aber eher von Vorteil. Ein wenig wie die Gumpsche Pralinenschachtel.
Sicher ist die Musik von Massive Attack heute nicht mehr so zwingend und stilprägend wie in den Neunzigern, aber das muss sie zum Glück auch gar nicht mehr sein. “Heligoland” ist ein Album geworden, das genau die entspannte Athmosphäre austrahlt, die ein kompletter Neuanfang bewirken kann.
Highlights: “Pray for Rain”, “Saturday Come Slow”, “Paradise Circus”
Wertung: 








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“Step back everybody! Two steps back! Everyone take two steps back! Excuse me Sir, this is an instore, not a riot!” Herrlich.
St. Vincent – “Laughing With A Mouth Of Blood”
st. vincent | MySpace Musikvideos
(via)
Schon wieder eine Band aus Austin, Texas. Ein kleines produktives, die Musikalität anregendes Örtchen möchte man meinen. Die Strange Boys haben unlängst ihr zweites Album im kalifornischen Cosa Mesta aufgenommen. “Be Brave” erscheint voraussichtlich am 19. März, und der hier mit einem Video vorauspreschende Titelsong verspricht sehr traditionellen Rock mit einer Prise Melancholie. Hat ein wenig was von den Libertines. Die ersten Sekunden des Videos sind ohne Ton, nicht wundern. Das soll so.