
Nächsten Freitag erscheint das dritte Studioalbum der Hamburger Band Fotos. “Porzellan” ist ihr Meisterstück geworden, soviel kann ich verraten. Nicht nur, weil es das schwärzeste, lärmendste und vor allem mächtigste Fotos-Album ist, sondern auch aufgrund der unglaublich mitreißenden Songs. So kratzbürstig sich dieses Album auch manchmal gibt, ist es letztendlich doch reinster Pop.
Ihr könnt “Porzellan” in voller Länge vorab bei simfy hören.
03. September 2010
Cooperative Music (Universal)
Wertung: 








Das ist es also. Das letzte Werk mit Carlos Dengler, der die Band nach den Aufnahmen verliess. Der Schmerz über diesen Verlust ist spürbar. Das vierte, selbstbetitelte Album ist ein Brocken, der bei den ersten Durchläufen Probleme hat, Eindruck zu hinterlassen. Erst mit der Zeit kristallisieren sich Höhepunkte wie der fulminante Opener “Success” oder auch das stampfende “Memory Serves” heraus.
Das Album hat neben den beiden Eröffnungsstücken noch weitere große Momente zu bieten: “Barricade” erinnert mit seiner prägnanten Basslinie daran, wie schmerzlich der Verlust Denglers für die Band sein dürfte. “Lights” brodelt unterschwellig und schleicht sich unvermeidlich zum epischen Höhepunkt und “Always Malaise (The Man I Am)” schlängelt sich bedrohlich um den düsteren Refrain.
Was sofort auffällt: Produzent Alan Moulder hat der Band auf diesem Album einen großartigen Sound verpasst, vielleicht sogar den besten ihrer bisherigen Laufbahn. Ich habe allerdings den Eindruck, das die Band sich etwas zu sehr auf den Sound konzentriert hat und dabei ein wenig die Songs vergessen hat. Oftmals besitzen die Songs eine Grundidee, mal mehr oder weniger packend, und das war’s dann. “Safe Without” besitzt zum Beispiel eine Gitarrenfigur, die einfach von vorne bis hinten durchgespielt wird. Abwechslung oder gar Dramaturgie? Fehlanzeige. Aber der Sound ist großartig.
Interpol klingen auf ihrem neuen Werk gleichzeitig vertraut und seltsam distanziert, das ganze Album schlingert gewaltig. Zwischen tollen Momenten und vor sich hindümpelnder Monotonie. Die besseren Songs erinnern an die bisherigen Großtaten und machen wehmütig. Die schwächeren lassen mich etwas ratlos und oft gelangweilt zurück. Sehr durchwachsen.
Highlights: “Success”, “Memory Serves”, “Always Malaise (The Man I Am)”
//////////
Toller Song von einer tollen Platte, die cih leider viel zu selten höre.
Ihr merkt schon: heute bin ich kurz angebunden. Sorry, wenig Zeit.
The Morning Benders – “All Day Day Light” from Jack Ferry on Vimeo.
Lange nichts mehr von Konstantin Gropper gehört geschweige denn über ihn geschrieben. Da kommt eine Take Away Show natürlich gerade recht.
Get Well Soon – Those lost at sea sing a song at Christmas Day | A Take Away Show from La Blogotheque on Vimeo.
Get Well Soon spielen übrigens heute Abend beim Donaufest auf dem Marktplatz in Ulm. Wer also in der Nähe wohnt, sollte sich die Band nicht entgehen lassen.
Der August war in Sachen Neuerscheinungen ja eher durchwachsen. Sicher, die neuen Platten von Philipp Poisel, den Eels oder auch Mogwai waren (und sind) natürlich kleine Perlen, aber so im Allgemeinen war da nicht viel los. Dafür jetzt der September. Der hat einiges zu bieten. Interpol, Herrenmagazin, Fotos, um nur drei zu nennen. Die neue Platte der Fotos kenne ich schon, und die ist absolut großartig geworden. Doch dazu später mehr. Ich kämpfe mich gerade durch die kommende Interpol-Veröffentlichung, das wird schwierig.
Sollte in meiner Liste etwas fehlen, bitte ich wie immer um Ergänzung in den Kommentaren.
1000 Robota – Ufo (03.09.2010)
Brandon Flowers – Flamingo (03.09.2010)
Interpol – Interpol (03.09.2010)
Herrenmagazin – Das Wird Alles Einmal Dir Gehören (03.09.2010)
The Charlatans – Who We Touch (03.09.2010)
The Tallest Man On Earth – Shallow Grave (03.09.2010)
Fotos – Porzellan (10.09.2010)
Röyksopp – Senior (10.09.2010)
Get Cape. Wear Cape. Fly – Get Cape.Wear Cape.Fly (10.09.2010)
Weezer – Hurley (10.09.2010)
Underworld – Barking (10.09.2010)
Grinderman – Grinderman 2 (10.09.2010)
Junip – Fields (10.09.2010)
The Thermals – Personal Life (10.09.2010)
Chief – Modern Rituals (10.09.2010)
Helmet – Seeing Eye Dog (17.09.2010)
Black Mountain – Wilderness Heart (17.09.2010)
Erdmöbel – Krokus (17.09.2010)
Manic Street Preachers – Postcards From A Young Man (17.09.2010)
Serj Tankian – Imperfect Harmonies (17.09.2010)
The Hundred In The Hands – The Hundred In The Hands (17.09.2010)
Bad Religion – The Dissent Of Man (24.09.2010)
Ben Folds – Lonely Avenue (24.09.2010)
Deerhunter – Halycon Digest (24.09.2010)
Jimmy Eat World – Invented (24.09.2010)
Neil Young – Le Noise (24.09.2010)
Tricky – Mixed Race (24.09.2010)
Marc schreibt: Für Projekte wie dieses liebe ich das Internet: Am 23. August 2009 hat eine Gruppe von Radiohead-Fans beschlossen, ein Livevideo von Radiohead in Prag aus möglichst vielen verschiedenen Kameraperspektiven zu drehen. Gesagt, getan. Nun ist die DVD ist fertig und kann kostenlos heruntergeladen werden. Das Audio Master wurde von Radiohead gestellt.
Neben der DVD in PAL/NTSC wird auch der Download via Torrents als HD Quicktime, MKV, iPod/Apple TV (MOV), AVI und iPhone (MP4) angeboten. Blu-ray ist in Planung.
Webseite zum Projekt: radiohead-prague.nataly.fr
Hier geht’s zum Download (gerade schweeer zu erreichen, Tipp: erst oben schauen, später herunterladen).

Foto: eastscene
Für mich völlig überraschend konnte ich gestern die Band der Stunde live im seit langem ausverkauften Berliner Tempodrom sehen (vielen Dank, Max!). Ich kam wie fast immer ein wenig zu spät, weswegen ich die erste Hälfte des Auftritts von Owen Pallett leider verpasste. Er wirkte ein wenig verloren auf der riesigen Bühne zwischen all den Instrumenten, aber er schaffte es trotz seiner ruhigen Stücke, das Publikum zu überzeugen und die Vorfreude zu versüßen. Die kleinen Temposchwankungen in seinen live eingespielten Loops waren mit Sicherheit der Aufregung geschuldet und waren einfach zu verschmerzen. Großartig das holpernde Cover von Caribous “Odessa” und die Ansage “You can ask me whatever you want, you don’t even know me”. Der Applaus für diesen großen Künstler fiel mehr als höflich aus, und nach einem kurzen Hemdwechsel tauchte er bald darauf wieder auf der Bühne auf, um beim Umbau mitzuhelfen. Gib mir den Rest »

Die beiden Obersympathen Matt und Kim sind zurück. Anfang Novemeber erscheint ihr neues Album “Sidewalks”, und ab heute gibt es den ersten Song daraus bei iTunes zu kaufen, zumindest in den USA. Wenn ihr schnell rüberhechtet zu FADER, dann könnt ihr “Cameras” dort in voller Länge hören. Und Leute mit Quelltexterfahrung….. ach, ich sage lieber nichts.

War ihr letztes Video (sofern es denn wirklich offiziell war) noch eine Liveaufnahme mit typischen Konzertszenen, so gibt es zum Song “We Used To Wait” einen interaktiven HTML5-Kurzfilm von Chris Milk, der intensiven Gebrauch von Google Maps, eurem Prozessor und dem Browser Chrome macht. Leider ist der Ort meiner Kindheit nicht besonders gut per Satellit erfasst, weswegen mir der angeblich implementierte Streetview-Teil fehlt, aber selbst einige Ecken in New York haben hier nichts zu bieten. Vielleicht habt ihr ja mehr Glück. Auf jeden Fall ein tolles Experiment.