Die IFPI hat neue Zahlen zum letzten Jahr veröffentlicht.

Auch im Jahr 2008 hat sich nichts am allgemeinen Trend geändert, wenn man den Zahlen der International Federation of the Phonographic Industry (IFPI) Glauben schenkt: Die CD-Umsätze sind weiterhin rückläufig, Bezahl-Downloads legen dafür kräftig zu, und das Gros der Leute, die sich Musik aus dem Internet holen, bedient sich aus illegalen Quellen jenseits von DRM.

Somit legten die legalen Downloads zwar um 25% auf insgesamt 3,7 Milliarden US-Dollar zu, weiterhin wird für 95% der Downloads aber kein Geld bezahlt. Und natürlich wird wie jedes Jahr in dasselbe Horn geblasen: „There is a momentous debate going on about the environment on which our business, and all the people working in it, depends.Governments are beginning to accept that, in the debate over ‚free content‘ and engaging ISPs in protecting intellectual property rights, doing nothing is not an option if there is to be a future for commercial digital content.“ (John Kennedy, Chef der CEO IFPI)

Sorry, aber der Weg über die Regierungen und die ISPs ist der falsche. Den richtigen Weg für eine Industrie, die ihre Hauptumsätze immer noch mit einem aussterbendem Medium macht, den kenne ich allerdings auch nicht.

via The Inquirer

1 KOMMENTAR

  1. Und welchen Prozentsatz nehmen da kostenlose LEGALE Downloads ein? All die Songs, die entweder zeitweise oder grundsätzlich zur Verfügung gestellt werden? Das muss doch eine nicht unerhebliche Menge darstellen oder sehe ich das zu naiv?

  2. Woher nehmen die eigentlich diese Zahl von 95%? Wie errechnet sich so etwas?

    Ich denke aber auch, dass diese Zahl absolut nichtssagend ist, denn ein Großteil derer, die sich z.B. die ganzen Chartssongs illegal runterladen, würden sie auch nicht kaufen, wenn es die illegale Möglichkeit nicht gäbe. Das ist doch auch ein wichtiger Knackpunkt. Nicht die im Gegensatz zum CD-Kauf im Laden oder legalem Download eines DRM-geschützten Songs einfachere und komfortablere Möglichkeit, ihn illegal zu ziehen ist der einzige Hauptgrund gegen einen legalen Kauf – die Qualität der Musik ist ebenfalls ein nicht zu unterschätzender.

    Ich würde auch kein Geld für einen Song ausgeben, den ich überall und jederzeit im Radio hören könnte und dessen Halbwertszeit nur ein paar Monate ist, nach denen er nicht mehr „in“ ist… – bei Musik, die ich auch nach Jahren noch gern höre, sieht das schon ganz anders aus.

  3. Man sollte auf jeden Fall berücksichtigen dass die Umsätze der Industrie in den vergangenen 10 Jahren, seitdem es Napster gibt, „nur“ um ca. ein Drittel zurückgegangen sind. Das stellt die 95% etwas in Perspektive.

  4. Das Problem der viel diskutierten Kultur-Flatrate ist sicher, dass die Einnahmen nur unter den Majorlabels aufgeteilt würde. In dem Sinne, sollten sich Indie Label + unabhängig Künstler zu einem Interessen-Verband zusammenschließen (Idee ist nicht neu, finde nur jetzt den Link nicht).

    Eine gerechte Lösung wird es nie geben – leider 🙁

    Ich persönlich habe noch am liebsten CDs und bestelle inzwischen (auch zu Unmute der „Musikindustrie“) entweder bei den Künstlern selber oder bei CD WOW.

    Die Preise bei Karstadt, Media Markt (und Co) sind vollkommen überhöht. Gerade gestern nochmal einen Blick darauf geworfen. Oasis, Sigur Ros und Mogwai (fehlen noch in unserem Regal) – alle bei 17-19 Euro. CD WOW bietet Oasis aktuell für 9 Euro. Tatsächlich kaufe ich lieber vor Ort (Berlin) – nur bei dem Unterschied…

    Eine vernünftigere Preisgestaltung würde sicher auch mehr Menschen zum Kauf bewegen.
    Leider sind in Deutschland die Chartplazierungen an den Verkaufspreis (und nicht die verkaufte Stückzahl) gekoppelt. Daher muss man bei vielen CDs sehr lange warten, bis der Preis von knapp 20 Euro auf 12-10 Euro purzelt.

    DifferentStars

  5. Warum eigentlich nicht die Kulturflat mit dem Grundeinkommen kreuzen? Und ehrensamtliche sowie Pflege- und Erziehungsarbeit ebenfalls entlohnen? Aber das führt dann wohl ein wenig weit 🙂

    Und meine Platte dreht sich derweil munter weiter *knister*

  6. Wenn bspw. Saturn im Angebot alle TOP 100-Platzierungen für 9,99 € anbietet (und hieran sicherlich auch noch verdient) und eine Woche später die Alben zum „regulären“ Preis von > 17,00 € veräußert, muss der Kunde sich doch veräppelt fühlen. Grundlegendes Problem ist m. E. das schlechte Preis-/Leistungsverhältnis. Zu Hochzeiten des Vinyls (laaaang ist’s her)hat ein Album umgerechnet bei rd. 10,00 € gelegen und die Industrie hat trotz höherer Produktionskosten auch noch Gewinne erzielt, selbst bei netten Zugaben (Poster, Sticker etc.)und trotz teilweise aufwändigem (Klapp)Cover o.ä.. Für 10 € gibt’s heute ein labriges Pappcover…

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