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Kritik: Yeasayer – “Odd Blood”
05. Februar 2010
Mute (GoodToGo)
Was ist mit dieser Band in den letzten 2 Jahren passiert? Wo haben sie den psychedelischen Folk ihres Debüts “All Hour Cymbals” gelassen? Der zwischenzeitliche Beitrag zum “Dark Was The Night”-Benefiz-Sampler ließ noch keine Vermutung aufkommen. “Tightrope” war noch nah an ihrem ersten Album. Aber danach, da muss irgendwas passiert sein. Bereits der erste Vorbote Ende letzten Jahres ließ die rechte Augenbraue nach oben zucken. Was ist das? Klar, diese seltsamen Geräusche, das kennt man. Aber dann, der Rhythmus, die Gesangslinie. “Ambling Alp” ist Pop. Und was für einer! Auch das kurze Zeit später aufgetauchte Achtziger-Destillat für den Tanzflur “O.N.E.” stieß in die gleiche Kerbe. Das Tolle: zwei absolute Überhits wurden schon vor Erscheinen des Albums umsonst verteilt und steigerten die Spannung natürlich ungemein.
Nach dem ersten Durchhören dann die Erkenntnis: das hier ist es. Das Popalbum des Jahres. Würde mich extrem wundern, wenn da noch ein ernsthafter Konkurrent auftauchen sollte. Dabei klingen einzelne Passagen fast schon unerträglich, beim Anfang von “Love Me Girl” zum Beispiel würde ich mich nicht wundern, wenn gleich die hochgepitchte Stimme eines Mark’ Oh-Tracks einsetzen würde. Dieses Tropen-Vogel-Sample im selben Song ist spätestens seit der zweitenDrum’n'Bass-Compilation Mitte der Neunziger völlig durch. Und warum muss ich an vielen Stellen an die Talking Heads, Tears For Fears oder ganz einfach die Achtziger denken?
Eigentlich müßte ich dieses Album abgrundtief hassen. Aber die Band schafft es, alle diese Zutaten so geschickt miteinander zu kombinieren, das ganz einfach zwingende, mitreißende und niemals peinliche Popsongs entstehen. Überbordend vor Ideen, Stilen, Sounds, Instrumenten.
Mit “Odd Blood” ist der jungen Band aus Brooklyn ein ganz großes Ding gelungen, das mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit schon jetzt einen Platz ganz oben in den Jahresendlisten sicher hat. Ich für meinen Teil weiß nur nicht ganz genau, wie lange ich diesem Sperrfeuer von Achtziger-Momenten standhalten kann. Momentan überwiegt aber noch die Begeisterung.
Highlights: “O.N.E.”, “Ambling Alp”, “I Remember”
Wertung: 








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Tags: Kritik, Yeasayer

Schöne Rezi, die sich grob mit meiner Meinung deckt. Vor allem die Tatsache, dass die Band es schafft, so absolut cheesige Versatzstücke zu unpeinlichen, tollen Songs zu verarbeiten! Ganze 9 Punkte hab ich dann aber doch nicht vergeben. Bei mir müssen 8,5 reichen.
@beetFreeQ: Danke. Habe deine Kritik auch gerade lesen, ebenfalls klasse. Das mit dem halben Punkt werde ich vielleicht auch bald bereuen, aber momentan ist “Odd Blood” hier auf Heavy Rotation. Bei Massive Attack sind wir uns ja auch einig
@nicorola: Japp, war auch witzig, dass du deine Rezi zu dem jeweiligen Album jeweils grad veröffentlicht hattest, als ich dran dachte, meine zu schreiben.
@beetFreeQ:
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