…And You Will Know Us by the Trail of Dead sind mit ihrem neunten Studioalbum zurück, welches sie passenderweise (und etwas einfallslos) “IX” betitelt haben. Nachdem ich ihr „Tao Of The Dead“ ziemlich gefeiert habe und mir sogar die aufwändige Special Edition zulegte, habe ich ihre „Lost Songs“ fast komplett links liegen lassen. Woran das lag? Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Eigentlich bin ich ja Fan der Texaner, aber zu der Zeit war ich nicht bereit für ihre Musik.

Aber hier geht es um das neueste Werk, und das ist wieder ein Brocken. Ein Brocken, der sich zuerst als normales Rockalbum tarnt. Drückende Gitarrenwände, polternde Drums und kraftvoller Gesang über teilweise ungewöhnlich konventionell klingenden Arrangements. Am Anfang war ich leicht irritiert und musste spätestens bei „The Ghost Within“ noch einmal auf mein Smartphone schauen, ob ich da wirklich die richtige Platte laufen hatte, so gewöhnlich klang das.

Aber spätestens beim instrumentalen „How To Avoid Huge Ships“ konnte ich beruhigt durchatmen, denn so ein Monolith, der sich durchtränkt von Pathos über fast fünf Minuten immer weiter aufbaut, kann nur von …And You Will Know Us by the Trail of Dead stammen. Dermaßen beruhigt konnte ich mich auf weitere Durchläufe einlassen. Schon der Beginn ist fulminant: „The Doomsday Book“ lässt mit seinen rollenden Toms und zwingenden Gitarrenriffs kaum Zeit zum Atmen, und das nachfolgende “Jaded Apostles“ legt von Beginn an eine hohe Spannungskurve an.

Mein persönliches Highlight ist aber „Lie Without A Liar“. Ein hochemotionaler und mitreißender Rocksong mit tollem Mittelteil, der sich mit seinem Refrain zu einem Highlight auf Konzerten mausern sollte. Aber bei den Alben von Trail Of Dead einen Song hervorzuheben wird dem Werk meiner Meinung nicht gerecht. Auch „IX“ erzeugt diesen unvergleichlichen Sog, der dafür sorgt, dass ich die Songs wieder und wieder höre und dabei fast vollständig vergesse, welchen Track ich da gerade höre. Eine psychedelische und immer auch leicht schlingernde Fahrt auf Stromschnellen. Vielleicht sind diese 2014 etwas berechenbarer geworden, aber das macht sie nicht minder gefährlich.

Trail Of Dead schaffen es auch nach den ganzen Jahren immer noch, interessante Platten zu veröffentlichen. Völlig egal, was irgendwelche EU-Kommissionen als Höchstgrenze für den In-Ear-Konsum auch festlegen: auch „IX“ ist wieder einmal ein Platte, die man bei voller Lautstärke hören sollte.

8/10

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