BELGRAD – Neues Video zu ‚Schellack und Gewalt‘

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Es war zwei Tage vor Weihnachten, als ich dir den Song Niemand der geheimnisvollen Band Belgrad vorstellte. Der Song erinnerte mich von der Harmonie an den Soundtrack von Inception, mit einer Prise Folk und Post-Rock.

Ein paar Monate später folgte dann der Song Osten, ebenfalls ein Hochkaräter. Gestern feierte die dritte Single Schellack und Gewalt bei radioeins Premiere; heute folgt das Video zum Track.

Die Geschichte zu dem besonderen Song erzählt Sänger Leo Leopoldowitzsch wie folgt:

„Es gibt eine Geschichte, die Josef Stalin nachgesagt wird, in der er eines Abends vor dem Radio dem Klavierspiel einer Pianistin lauschte und begeistert danach fragte, ob die Dame denn schon einen Tonträger veröffentlicht habe. Mit der Frage im Kopf ging er zu Bett und ab dann setzte sich der Apparat unter ihm in Gang, um an eine Schallplatte der Frau zu kommen.

Es stellte sich heraus, dass die im Uralgebirge wohnende Frau live im Radio gespielt hatte, und dass von ihr keine Tonträger zur Verfügung standen.

Also wurde kurzerhand und umgehend ein Wagen hunderte Kilometer zu ihr geschickt, um sie nach Moskau in ein Tonstudio zu bringen, um noch in der selben Nacht eine Schallplatte aufzunehmen und zu pressen, sodass am nächsten Morgen beim Erwachen Stalins ein gepresstes Exemplar, mit den erst am Abend zuvor von ihm per Liveübertragung gehörten Stücken, auf seinem Schreibtisch lag.

Die Frau protestierte im Übrigen gegen ihre Verschleppung und lehnte auch eine Ehrung, die Stalin ihr im Nachhinein aussprach, ab.

Für mich war und ist diese Erzählung voller beachtenswerter Wesenszüge der Menschen. Eine unglaublich ausdrucksstarke Geschichte, wie wir sie bei Belgrad immer wieder versuchen aufzugreifen, um Zustände und Begebenheiten zu betrachten und darzulegen, die in der deutschsprachigen Musiklandschaft einfach kaum erzählt werden.“

Am 1. September erscheint das schlicht Belgrad betitelte Debütalbum der Band.

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