Ich gebe es gerne zu: ich kann keine Noten lesen. Das hielt mich bisher aber nie davon ab, mich mit diversen Instrumenten zu beschäftigen. Ich startete im Alter von 15 Jahren, indem ich das Casio-Keyboard meines kleinen Bruders benutzte. Meine Songss basierten hauptsächlich auf den mitgelieferten Drum-Presets und ein paar Moll-Tönen.


Ich bin ein dilettantischer Autodidakt

Diesen Weg als dilettantischer Autodidakt verfolgte ich auch Jahre später noch weiter, als ich mit meinem MIDI-Keyboard an meinem iBook mit der Software Reason eigene Songs komponierte.

Irgendwann verlagerte ich meine musikalische Energie aber immer mehr auf das Bloggen über Musik. Ich habe es aber immerhin geschafft, eine Handvoll meiner Kompositionen zu veröffentlichen. Das ehemalige Leipziger Netlabel one bit wonder veröffentlichte zwei EPs und diverse Compilation-Beiträge von mir.

Die letzte Veröffentlichung meiner Musik liegt allerdings schon mehr als zehn Jahre zurück, genau wie mein Antrieb, selbst Musik zu machen.

Seit dieser Zeit liegen die Songs auf diversen Festplatten und Plattformen herum und fristen ein Schattendasein. Irgendwie hatte ich aber immer das Bedürfnis, meine Musik noch einmal unter einer eigenen Adresse verfügbar zu machen.

Wohin mit der Musik?

Ich hätte natürlich eine eigene WordPress-Installation dafür benutzen können, aber ich entschied mich für den Homepage-Baukasten Wix, da es dort ein recht interessantes Angebot für Bands und Musiker gibt. Außerdem habe ich seit Ewigkeiten keinen Hompage-Baukasten mehr getestet, und meine Neugier siegte schließlich über meine Bedenken.

Vielleicht machst du selber Musik oder spielst in einer Band, deswegen habe ich meine Eindrücke hier einmal festgehalten.

Homepage-Baukasten Wix

Wix ist ein 2006 gegründetes Unternehmen aus Tel Aviv mit weltweit über 100 Millionen Nutzern  aus über 180 Ländern – neben Privatpersonen und Bloggern werden dabei auch Seiten von Online-Shops und anderen professionellen Nutzern realisiert.

Mit dem einfach zu bedienenden Baukastenprinzip und der Möglichkeit zur individuellen Gestaltung kann im Prinzip jeder eine Website erstellen.

Wix Music

Auch für Musiker ist Wix inzwischen sehr interessant. Neben dem bereits erwähnten Baukasten gibt es dort ein Komplettangebot für aufstrebende Künstler und Bands.

Mit Wix Music bekomme ich dort alles in die Hand, was ich für Marketing, Merchandising, Vertrieb und die Organisation von Tourneen benötige: Webseite unter eigener Domain, Downloads, Online-Shop und Tourdaten.

Hier ein kurzer Überblick:

  • Download-Shop: einzelne Songs oder komplette EPs oder Alben können als unkomprimierte FLAC-Dateien oder im MP3-Format mit 320 kbs heruntergeladen werden. Bezahlt wird per PayPal, und zwar gebührenfrei.
  • Vertrieb: Wix bietet den Onlinevertrieb in über 100 Musikkatalogen, z.B. Spotify, iTunes, Apple Music, Google Play u.a.
  • Tourdaten: neben der Pflege von Tourdaten gibt es auch die Möglichkeit der Promotion und des Ticketverkaufs via BandsInTown oder Songkick.
  • Social Media: Anbindung alle die gängigen Social Media Kanäle (Facebook Twitter, Instagram etc.).
  • ShoutOut: Eigene Newsletter entwerfen und versenden.
  • Online-Shop: eigene Merchandise-Produkte können durch die von Wix bereitgestellten eCommerce-Lösungen gebührenfrei verkauft werden.
  • Statistik: Genaue Analyse der Verkäufe, Streams und Weiterleitungen von Songs bei Wix direkt, als auch bei den angebundenen Vertriebsplattformen.

Die Registrierung bei Wix.com ist nicht schwierig. Ich klicke einfach auf „Jetzt eigene Webseite erstellen“. Danach kann ich mich mit meinen bereits vorhandenen Daten anmelden, mit Facebook oder Google+ einloggen oder mich neu registrieren. Dabei gebe ich lediglich meine E-Mail-Adresse und ein Passwort ein – schon kann ich loslegen.

Die Auswahl der Designvorlage

Der nächste Schritt ist die Auswahl der Designvorlage. Diese sind unterteilt in die Rubriken Solokünstler, Band, DJ und Musikindustrie.

Hier ist allerdings ein wenig Vorsicht geboten, denn die Auswahl des Designs ist ein wichtiger Schritt. Die einmal gewählte Vorlage lässt sich zwar nach den eigenen Wünschen anpassen, aber nicht mehr nachträglich ändern.

Drag-and-Drop-Editor

Nachdem ich mich für eine Designvorlage entschieden habe , führt mich der Klick auf “Bearbeiten” direkt in den Drag-and-Drop-Editor. Texte, Bilder, Videos und andere Elemente kommen ganz einfach aus der Datenbank und lassen sich mit der Maus anpassen und positionieren.

Abstandsmesser und Hilfslinien helfen mir dabei, die passende Position zu finden. Das Ganze funktioniert sehr intuitiv und erinnert mich an die Adobe Suite. Programmierkenntnisse sind also überflüssig.

Neue Seiten oder Funktionen lassen sich bei Wix ebenso leicht hinzufügen. Dafür wähle ich im Menü einfach die gewünschte Seitenart aus, zum Beispiel einen Blogbeitrag, und erstelle mit ein paar Mausklicks die passende Seite im zuvor gewählten Design.

Die Seiten passen sich der Bildschirmgröße bei Smartphones und Tablets an. Allerdings sind sie nicht wirklich responsive, sondern ich gestalte die mobile Ansicht extra. Das ist zwar ein Mehraufwand, der aber nicht wirklich viel Zeit in Anspruch nimmt.

Wix Music Player

Das Wichtigste ist natürlich meine Musik. Wix Music bietet zur Einbindung einen eigenen Musik-Player an. Dieser ist genauso einfach zu bedienen wie der Editor.

Ich entscheide mich zu Beginn, ob ich ein Album, einen Song oder eine Playlist erstellen möchte.

Danach lade ich meine Songs hoch, editiere den Titel und das Genre und lege fest, ob meine Fans den Song komplett oder nur als Snippet anhören können. Einen Preis für den einzelnen Song vergebe ich ebenso wie für die gesamte EP.

Die Reihenfolge der Stücke kann ich jederzeit per Drag and Drop ändern. Ein Cover wäre natürlich auch noch nett. Ich kann ein eigenes Bild hochladen, mir eines aus meinen sozialen Profilen auswählen (Facebook, Instagram etc.), ein kostenloses aus der Wix-Datenbank wählen oder eines für ein paar Euro bei einem Stock-Anbieter kaufen.

Bereit für den Verkauf

Danach verknüpfe ich nur noch meine PayPal-Adresse und bin fertig. Jetzt warte ich nur noch darauf, dass meine Musik reißenden Absatz findet. Ich kann mir dann in meiner Statistik genau anschauen welche Songs wie oft gehört und verkauft wurden.

Um den Verkauf anzukurbeln, könnte ich meine Musik jetzt auch noch per kostenlosen Newsletterversand bewerben. Nicht schlecht.

Komplett kostenlos

Die komplette Einrichtung der Seite und das Hochladen meiner Musik ist komplett kostenlos. Und das wird es auch bleiben, es sei denn, ich entscheide mich für ein Premium-Paket.

Ich muss natürlich mit der eingeblendeten Werbung leben, aber das stört mich nicht besonders. Auch ist die URL natürlich nicht besonders schön, aber ich habe mir einfach eine Subdomain mit einem Redirect eingerichtet: music.nicorola.com

Sollte ich mich später einmal dazu entschließen, eine Domain mit meiner Seite zu verknüpfen, kann ich eines der Premium-Pakete buchen. Diese kosten zwischen €4,08 und €22,95 und bieten unterschiedliche Optionen an. Außerdem könnte ich meine Musik dann z.B. bei Spotify, iTunes, Apple Music oder Google Play anbieten.

Aber wie gesagt: mir reicht das. Solltest du meine Songs bisher nicht gehört haben, würde ich mich freuen, wenn du mal reinhörst.

Und solltest du selbst Musik machen oder in einer Band spielen, dann schau dir Wix Music mal an.

4 KOMMENTARE

  1. nice, als Ur-PrenzlBerger musst ich gleich mal in Bersarinplatz reinhören, ja ich weiss ist F’hain 😀 aber trotzdem mein Kiez 😉
    Nice Beat – hört man da einen lang bestehenden Daft Punkt Faible?

    • Hi Alex, ich habe da damals direkt am Bersarinplatz gewohnt 🙂

      Ja, Daft Punks Homework fand ich damals ziemlich gut. Ob mich das beeinflusst hat? Keine Ahnung.

    • Hallo Georg,
      nein, das kennzeichne ich dann. Ich teste aber gerne und in diesem Fall dachte ich mir, dass es für den einen oder anderen (gerade Musiker oder Bands) vielleicht interessant ist.

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