Interview: Dukes Of Windsor

Die Dukes Of Windsor kommen aus Australien und haben vor Kurzem ihrer Heimat den Rücken gekehrt, um nach einigem Erfolg in ihrem Heimatland die Welt mir ihrem elektrifizierten Indie-Rock zu erobern. Aber es ging nicht nach London oder New York, sondern in meine Heimatstadt Berlin. Warum sie sich für die deutsche Hauptstadt entschieden haben, wie sie sich so kurz vor ihrem Deutschland-Debüt (“It’s A War” erscheint am 26.02.2010) fühlen und was sie sich für die Zukunft erhoffen, das fragte ich Keyboarder Scott Targett.

nicorola: Hallo! Danke das du dir die Zeit nimmst, mir einige Fragen zu beantworten. Kannst du dich bitte kurz vorstellen?

Scott: Ich bin Scott Targett, ich spiele Keyboards bei den Dukes Of Windsor.

nicorola: Warum nennt ihr euch Dukes?

Scott: Wir kommen aus einem Vorort von Melbourne namens Windsor, wo es zusätzlich noch eine Strasse gibt, die Duke Street heißt. Zusätzlich gab es dort eine Musikveranstaltung die “The Duke Of Windsor” hieß, also dachten wir, es soll einfach so sein.

nicorola: Für Leute, die noch nie von euch gehört haben: 3 Gründe, warum sie es sollten.

Scott:
1. Wir sind aus Australien.
2. Wir bringen die Leute dazu, ihre Hüften kreisen zu lassen, zu singen und richtig Spaß auf unseren Konzerten zu haben.
3. Unser neues Album “It’s A War” macht Spaß und wird euch mitreißen.

nicorola: In Australien seid ihr relativ erfolgreich. War das von Anfang an euer Ziel?

Scott: Es ist ganz einfach so, das Musik immer das Einzige war, was wir machen wollten und worin wir gut sind. Mit etwas Erfolg zu haben, was du liebst, ist immer eine großartige Belohnung und treibt einen an.

nicorola: Soweit ich weiß, seid ihr nach Berlin gezogen. Wo lebt ihr? Wie ist das Leben in eurem Kiez?

Scott: Ich wohne in Mitte und ein paar andere von den Jungs in Kreuzberg. Ich liebe es, die Kunst-Cafés und Gallerien in Mitte zu entdecken, mich mit Einheimischen zu treffen und ihren Verschwörungstheorien zu lauschen, mich zu verlaufen und mich in irgendeiner Bar um 4 Uhr morgens wieder zu finden. Es ist großartig hier!

nicorola: Als Berliner muss ich dich natürlich fragen: warum Berlin? Was ist so besonders an dieser Stadt?

Scott: Es steckt unglaublich viel Kreativität in dieser Stadt. Überall wo du hinguckst gibt es Kunst. Ob es ein Graffiti quer über ein komplettes Wohnhaus ist oder eine Installation auf einem Kirchengelände… es gibt so unheimlich viele Dinge, von denen man sich inspirieren lassen kann.

nicorola: Wenn du aus dem Fenster schaust und die vereisten Gehwege und den ganzen Schnee überalll siehst: denkst du immer noch, das es eine gute Idee war, hierher zu kommen?

Scott: Jeden Tag! Obwohl wir die beste Jahreszeit in Australien verpasst haben (Sonne, Strand und Musikfestivals), ist das für uns absolut neu und irgendwie auch inspirierend …. am Morgen aufwachen und frischen Schnee zu sehen.

nicorola: Ihr habt vor ein paar Tagen im Magnet Club in Berlin gespielt. Wie war das Publikum?

Scott: Die Show war ausverkauft, was uns unheimlich gepusht hat. Die Reaktionen des Publikums waren fantastisch. Die Deutschen scheinen auf Livemusik besonders abzufahren. Wir mögen das.

nicorola: Was war eure bisher außergwöhnlichste Show?

Scott: Bribane, Australien, Sommerzeit, 5000 Leute tanzten mit uns in den Sonnenuntergang. Sehr schön!

nicorola: “It’s A War” ist euer Debüt in Deutschland. Bist du kurz vor dem Veröffentlichungstermin ein wenig nervös?

Scott: Nicht wirklich. Ich kann es kaum noch aushalten, ich möchte endlich auf die Bühne und vor so vielen Leuten wie möglich spielen. Wir waren so beschäftigt mit unserem Umzug nach Berlin, mit den Vorbereitungen für die Veröffentlichung unseres Album und mit dem Schreiben neuer Songs, da war überhaupt keine Zeitfür Nervosität. Was ich übrigens gut finde.

nicorola: Der Titelsong eures Albums handelt von Liebe und Krieg. Ihr singt: “we will march to the light / all for none and none for all / we fight for love and never war”. Ist das gegen den Krieg? Oder für die Liebe ?

Scott: Ich persönlich bevorzuge es, wenn jeder Hörer seine eigenen Erfahrungen mit den Texten macht und für sich selbst eigene Interpretationen findet. Aber ja… gegen den Krieg, für die Liebe!

nicorola: Was inspiriert dich?

Scott: Im Moment: Berlin, neue Sounds, Kaffee am Morgen, frischer Schnee, Lieblingsbands neu entdecken und neue Leute kennenlernen.

nicorola: Was hälst du als Künstler von der aktuellen Lage der Musikindustrie?

Scott: Es ist auf jeden Fall eine interessante Zeit für jeden in dieser Industrie. Als Musiker denke ich, das es sehr wichtig ist, neue Technologien zu erforschen und diese für den eigenen Vorteil einzusetzen. Es ist heute definitiv viel einfacher und auch billiger für Bands, die eigene Musik zu produzieren und in der Welt zu verbreiten als in der Vergangenheit, aber es gibt natürlich immer Hürden, die man nehmen muss.

nicorola: Denkst du, es kann eure Popularität erhöhen, wenn ihr eure Songs umsonst verteilt?

Scott: Definitiv, aber ich finde es ist wichtig, die Balance zu wahren. Ich meine, nicht jede Musik kann umsonst sein. Oder?

nicorola: Was sind eure Ziele in der nahen Zukunft die Band betreffend?

Scott: Wir arbeiten hier in Berlin gerade an einem neuen Album und wollen es in den nächsten Monaten aufnehmen. Es wird ein gutes Album werden, wir sind alle sehr zufrieden mit der Musik, die wir aktuell schreiben, und wir können es kaum erwarten, sie mit den Fans zu teilen. In der Zwischenzeit freuen wir uns natürlich auf den Deutschland-Release von “It’s A War” und darauf, möglichst viele Leute auf unseren Konzerten zu treffen.

nicorola: Nenn mir bitte eine Band, die mehr Leute hören sollten.

Scott: Hast du von den Beatles gehört?

nicorola: Möchtest du meinen Lesern noch etwas sagen?

Scott: Kommt zu unseren Shows und sagt Hallo. Ernsthaft!

nicorola: Danke für das Interview!

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Dukes of Windsor – It’s A War from Dukes of Windsor on Vimeo.

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DUKES OF WINDSOR – Live
06.03.10 – Berlin – Magnet Club (Uncle Sally*s Club)

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