Unterkühlter, zackiger Post-Punk aus Australien? Geht das überhaupt? Gold Class bejahen diese Frage auf ihrem zweiten Album Drums eindringlich.

Als die Band mit den Arbeiten zu Drum begann, fand sich Sänger Adam Curley plötzlich allein in dem zugigen alten Haus eines Freundes wieder. Seine Beziehung war zerbrochen, und er kanalisierte die daraus entstandene negative Energie in die neuen Songs.

I wanted it to be a record of defiance, a resistance to the idea of scrambling for a place at a table that wasn’t set for you.

„I wanted it to be a record of defiance, a resistance to the idea of scrambling for a place at a table that wasn’t set for you. A sort of a love letter to anyone who not only can’t meet the standard but doesn’t want to. I wanted it to be a record of rage and ecstasy and endless nights and sex and dumb fun and ventures in solidarity. Not just an album of urgency and longing, but one of abandon and a reclaiming of a self beyond boundaries.

[…] I suppose it was the most defiant thing I could think to do: not to write as some act of catharsis but in an attempt simply to document and claim my existence; that I am here.“

Gold Class meinen es also ernst. Aber diesen markigen Worten folgen die entsprechenden Songs. Atemloses Schlagzeug, rollender Bass, packende Gitarren und der Gesang von Curley treiben die Stücke voran. Dabei klingt die Stimme wie eine Mischung aus Jim Morrison, Ian Curtis und Billy Idol.

Kantige Songs wie der furiose Opener Twist In The Dark oder das das fantastische We Were Never Too Much zünden sofort und übertragen die Energie ohne Umschweife auf den Hörer.

Man kann diesen Ansatz altmodisch oder dringlich nennen; ich bin ziemlich begeistert. Bei langsameren Stücken wie Mercurian fällt allerdings eine Kleinigkeit auf, die meine Begeisterung ein wenig dämpft: hier und da wäre eine zwingende Melodie nicht verkehrt gewesen.

Aber darum geht es Gold Class auch nicht. Letztlich ist Drum eine emotional aufgeladene Post-Punk-Platte, deren Energie sich perfekt zum Tanzen eignet. Ob man dabei feiern, rebellieren oder vergessen möchte, ist vollkommen egal.


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