Es kommt eher selten vor, dass ich an die Tür eines Musikers klopfe, um nach einem Interview zu fragen, obwohl ich erst einen Song gehört habe. Aber als sich vor ein paar Tagen A. Dyjecinski bei mir meldete und ich den Song „I’m The Woods“ hörte, da konnte ich einfach nicht anders.

Hallo! Danke, dass du dir die Zeit nimmst und mir ein paar Fragen beantwortest. Kannst du dich bitte kurz vorstellen?

Mein Name ist A. Dyjecinski, ich bin Sänger der Band Dracula Legs und Solokünstler. Ich liebe es, alleine Musik zu machen. Meine letzten Songs bildeten auf natürliche Weise ein Album und verfolgten ein Konzept. Ich habe ein eigenes Studio, und so war es mir möglich, selbst aufzunehmen und zu schauen, ob jemand meine Musik veröffentlichen möchte.

Wann hast du angefangen, Musik zu machen? Was waren deine ersten Leidenschaften und Einflüsse?

Ich weiß gar nicht mehr genau, wann ich mit der Musik angefangen habe. Es gibt keinen Punkt, an welchem ich mich entschloss, jetzt Musik zu spielen oder zu schreiben. Musik gehört zu meinem Leben. Das ist wie eine Beziehung ohne Anfang und ohne Ende. Manchmal hassen wir uns, die Musik und ich, und manchmal nicht.

Meine erste musikalische Leidenschaft war wohl Classic Rock, weil mein Vater das ständig hörte. Mein Geschmack ist allerdings nicht so einseitig. Ich liebe NEU, Hank Williams, Charles Mingus, Skip Spence, Arthur Russell, Jason Molina.

Was sind die prägnantesten Momente in deiner musikalischen Arbeit?

Ich glaube, die sind bisher noch nicht passiert. Oder zumindest hoffe ich, dass sie noch kommen werden. Ein großer Moment war sicherlich, als ich meine 16-Spur-Maschine bekam, welche ich seither jeden Tag nutze. Sogar die Pflege macht mir Spaß.

Während deine Band mit der Fertigstellung des neuen Albums beschäftigt war, begabst du dich auf eine Reise in die Einsamkeit. Du wolltest erfahren, wie einsam und unabhängig man in der heutigen Zeit noch leben kann. Was hast du herausgefunden?

Ich habe folgendes herausgefunden: was uns Menschen von den Tieren unterscheidet, ist die Vorstellungskraft, mit der wir uns eine imaginäre Welt erschaffen haben, von der wir glauben, sie sei real.

Kannst du uns ein wenig mehr über dein Soloprojekt erzählen? Wäre Solokünstler eine Option für deine Zukunft?

Ich werde Musik machen, bis ich sterbe. Auf die eine oder auf die andere Art. Es wird vielleicht Pausen geben, und Kämpfe; aber die Musik wird mich niemals loslassen, und ich werde sie niemals loslassen. Ich habe bereits mit den Aufnahmen für meine nächste Soloplatte begonnen, ich würde also sagen, dass es weitergeht.

Was hältst du vom aktuellen Musikbusiness? Was sind die Herausforderungen, denen du dich als Musiker heute stellen musst?

Ich kenne nur das “moderne” Musikbusiness. Ich habe keine Platten in den Goldenen Zeiten der CD verkauft. Aber ich stelle mir immer vor, dass es gar nicht so viel anders war. Große Labels sind immer noch groß, und Künstler werden immer noch von Marketingabteilungen entdeckt. Aber ich gehöre nicht zu dieser Welt.

Wie jeder Mensch auf dieser Welt muss ich Geld verdiene, um zu leben. Aber wenn du nicht auf die Zahl der Streams oder Verkäufe schielst, wenn du Musik als Kunst betreibst, dann ist es ziemlich hart, Leute zu finden, die dich unterstützen.

Aber wenn du nicht auf die Zahl der Streams oder Verkäufe schielst, wenn du Musik als Kunst betreibst, dann ist es ziemlich hart, Leute zu finden, die dich unterstützen.

Aber ich glaube, die Herausforderungen werden sich nicht großartig ändern. Wie soll ich die Miete bezahlen? Wie soll ich mein Essen bezahlen? Wie kann ich mehr Musik machen?

Worauf freust du dich in diesem Jahr am Meisten?

Ich würde gerne eine Plattenfirma finden, die ich als Zuhause bezeichnen kann, um dort meine Platten zu veröffentlichen.

Kannst du mir und meine Lesern zwei Bands oder Musiker empfehlen, die wir unbedingt hören sollten?

Mount Eerie und Royal City, eine alte Band aus Toronto.

Vielen Dank!

Die Single „I’m The Woods“ erscheint am 24. Juli. Mehr Informationen zu A. Dyjecinski gibt es auf seiner Webseite oder auf Twitter.

3 KOMMENTARE

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