So, da sind sie, meine persönlichen Favoriten 2008. Eure Abstimmung läuft ja noch bis Übermorgen, und über die bisher sehr gute Beteiligung hier schon einmal ein dickes Dankeschön! Jetzt aber Butter bei die Fische:

1. Portishead – “Third”
Das Comeback des Jahres. Ich hatte die Band schon auf dem Abstellgleis der Geschichte geparkt, weswegen ich über dieses Album doch mittelschwer verwundert war. Und am Anfang war die Platte vor allem eines: sperrig. Doch mit jedem Durchgang wurde einen neue Schicht sichtbar, schlängelte sich eine wunderbare Melodie nach der anderen in die Gehörgänge. Die Kombination aus der einzigartigen Stimme von Beth Gibbons und der scheppernden, rumpelnden und teilweise fast schon nervenden Instrumentiereung ist nach wie vor einfach einzigartig. Angeblich werkelt die Band schon am Nachfolger…

2. Elbow – “The Seldom Seen Kid”
Ob es das letzte Studioalbum der Band sein wird, wird sich zeigen. Ich bin skeptisch, traue der Band aber durchaus diese Konsequenz zu. Ich würde es in jedem Fall bedauern, denn wie keine andere sind Elbow eine Album-Band. Nur am Stück und immer wieder gehört offenbart sich die Schönheit, Eleganz, Melancholie, Zuversicht, Lebensfreude und die Weisheit dieser 11 Songs.

3. The Kills – “Midnight Boom”
Oft genug habe ich darauf hingewiesen, das dieses Album keine Durchhänger hat. Und das ist auch heute noch so, nach dem wasweißichwievielten Durchhören. Unglaubliche einfache, dafür aber umso einprägsamere Songs, schön rauh produziert und mit unglaublich viel Charme.

4. Fleet Foxes – “Fleet Foxes”
Hätte mir vorher jemand gesagt, das ich 2008 ein Album zu meinen Favoriten zählen würde, das nach Räucherstäbchen, Blumenwiese und frischer Bergluft riecht und direkt aus den Siebzigern zu kommen scheint, dann hätte ich vermutlich laut gelacht. Aber genau so ist es gekommen. Diesen wunderbar mehrstimmig vorgetragenen Songs kann man sich aber auch nur schwer entziehen. Ganz großartig, trotz der Vollbärte.

5. Lightspeed Champion – “Falling Off The Lavender Bridge”
Für die Test Icicles habe ich mich nie sonderlich interessiert, und so war ich doch einigermaßen erstaunt, das da auf einmal ein Typ mit verdammt kauziger Frisur auftauchte, der als ehemaliges Mitglied dieser Band musikalisch etwas völlig anderes machte. Dev Hynes bekennt sich ohne Kompromisse zur Countrymusik. Was erstmal abschreckend klingt, erweist sich auf dem Album als absolut hypnotisch. Hynes hat ein Händchen für kleine, unspektakuläre Songs, die sich mit viel Gefühl direkt im Zufriedenheitszentrum des Gehirns festsetzen. Für mich eine der größten Überraschungen des Jahres.

6. Kings Of Leon – “Only By The Night”
Ja, das muss einfach sein. Sicher eines der Konsens-Alben des Jahres, aber dafür absolut gerechtfertigt. Alleine für die ersten vier Songs.

7. The Wave Pictures – “Instant Coffee Baby”
Meine Entdeckung des Jahres. Alleine schon die Songs “Strange Fruit for David” und “Just Like A Drummer” rechtfertigen den Kauf. Schön schräg mit extrem mittenlastigen Gesang, der aber das Besondere ausmacht.

8. TV On The Radio – “Dear Science,”
Was soll ich sagen? Großartig, ungewöhnlich, fesselnd, Pop. Der nächste Geniestreich nach “Return to Cookie Mountain”.

9. Sigur Ros – “Med Sud I Eyrum Vid Spilum End”
Das Album, das mir meinen Sommerurlaub versüßt hat. Ich weiß gar nicht mehr wie oft es in diesen zwei Wochen gelaufen ist, aber ich erinnere mich daran, das Sigur Ros einfach immer dabei waren. Wunderschön.

10. Peter Licht – “Melancholie & Gesellschaft”
Der Peter hat der verschrobenen Elektronik den Rücken gekehrt und stellt das Piano ins Zentrum seiner Kompositionen. Zusammen mit sanfter Bandbegleitung entstehen so wunderbar zeitlose Popsongs, die aber alleine aufgrund der wie immer abstrakten Texte Lichts niemals kitschig wirken. Ganz groß: “Marketing”.

1 KOMMENTAR

  1. Einfach so ohne Reihenfolge:
    – AD~DC – Black Ice
    – The Last Shadow Puppets – The Age of the Understatement
    – The Rascals
    – The Thing Things
    – Fleet Foxes
    -Kings of Leon

    Erst in 2008:
    – Stereophonic Space Sound – Jo Siffert: Live Fast Die Young CD
    – Ana Moura – Para Além da Saudade

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