Das Reeperbahn Festival in Hamburg gibt es nun schon seit bereits zehn Jahren. Ich habe bisher noch nie die Zeit und Gelegenheit gehabt, dieses interessante Festival für Newcomer zu besuchen. Dank Spotify konnte ich zumindest für zwei Tage beim Jubiläum dabei sein.

Als die Anfrage in meinem Postfach landete, war ich schon ein wenig überrascht. Aber auch erfreut. Es war meine dritte oder vierte Einladung auf ein Festival, und bisher musste ich alle anderen aus terminlichen, familiären oder gesundheitlichen Gründen absagen. Diesmal wollte ich mir die Chance aber nicht entgehen lassen, und so ließ ich mich von Spotify einladen.

Spotify Trendsetter Club

Der Streaming-Anbieter startete jüngst eine Kampagne, in welchem er den Trendsetter-Gedanken ins Digitale überführte. Auf der neuen Microsite Bist du ein Trendsetter? kann man sehen, welchen Künstlern man mit seinen Streams zum Durchbruch verholfen hat. Dieser Gedanke wurde ab er nicht nur ins Digitale überführt, sondern auch auf die Bühne gebracht. Spotify war nämlich nicht nur der Host für die Reeperbahn Festival App, sondern auch für den #SpotifyTrendsetter Club, welcher Abends zum Veranstaltungsort für das Reeperbahn Festival wurde.

Hier traten von Spotify ausgesuchte „Spotlight Acts“ auf: Kenay, Anderson East, Robb, Georgia, Dornik, Oscar Key Sung, Kid Astray, Elias, The Beach, Aquilo, Weval, Nisse, Palace ,TÜSN, Honne.

Aber von Anfang

Nachdem wir mit einiger Verzögerung (Reifenpanne beim ursprünglichen Flieger) in Hamburg gelandet waren, ging es erst einmal zu meinem Bruder und seiner Freundin. Dort hatten wir uns für die zwei Nächte einquartiert. Um kurz nach 18 Uhr trafen wir am Spielbudenplatz ein und holten unsere Festivalbändchen.

Impala Ray

Zur Einstimmung tranken wir dann unser erstes Bier auf dem Spielbudenplatz. Auf der kleinen Bühne des N-Joy Reeperbusses spielten währenddessen Impala Ray. Laut eigenen Aussagen spielt man Bay Folk, und die Bezeichnung finde ich durchaus passend. Irgendwo im Folk verwurzelt, unbeschwert und sympathisch. Auf der Bühne sah und hörte ich eine Tuba, eine Ukulele, eine Zither (?), Schlagzeug und eine Trompete. Die Band aus München konnte das Publikum auf jeden Fall mitreißen und zum Mitsingen animieren.

Elias

Elias ist ein Jungspund aus Schweden. Der 19jährige besitzt ein ziemlich beeindruckende Stimme, die er auf der Bühne gut einzusetzen wusste. Begleitet wurde er von zwei Backgroundsängerinnen und drei Musikern. Seine Musik würde ich am ehesten mit elektronischem Gospel mit Spuren von James Blake bezeichnen. Auch wenn das nicht unbedingt meine Musikrichtung ist, hat mich der junge Schwede durchaus beeindruckt.

The Beach

Der junge Songwriter hinter dem Namen The Beach kommt aus London und spielt melancholische Gitarrenmusik. Unterstützt von seiner Band wusste er auf der Trendsetter Bühne zu überzeugen, ich hätte mir allerdings gewünscht, dass ich mich im Vorfeld ein wenig eingehender mit der Musik beschäftigt hätte. Denn so stach leider kein Song aus dem Set besonders heraus.

Sundara Karma

Sundara Karma kommen aus Reading, sind ziemlich jung und klingen wie eine unbekümmerte Version der Smiths im Vorprogramm von The Crookes. Sie spielten im Molotow, und das war auch der erste Club, in welchem es genauso aussah, wie ich es mir auf der Reeperbahn ausgemalt hatte: abgerockt, schwitzig, heiß und verraucht. Die Luft war zum Schneiden dick, aber das störte mich nicht, denn auf der Bühne passierte genug. Der zwischen Shoegaze und Dream-Pop tänzelnde Hymnen-Rock von Sundara Karma zog mich in seinen Bann. Highlight für mich: das überragende „Freshbloom“.

Petite-Noir-Reeperbahn-Festival
Petite Noir

Petite Noir

„La Vie Est Belle / Life Is Beautiful“ von Petite Noir ist für mich bereits jetzt eine der besten Platten des Jahres.  Da musste ich natürlich in den Nochtspeicher (nein, kein Schreibfehler!) pilgern, um mir den Südafrikaner auf der Bühne anzuschauen. Ganz in schwarz gekleidet wusste Yannick Ilunga auf jeden Fall, wie man Präsenz auf der Bühne zeigt. Ein unglaubliches intensives Set, welches leider ein wenig unter dem schlechten Sound litt. Im Zentrum der Musik steht bei Petite Noir immer die Stimme Ilungas, und die ging an diesem Abend leider ein wenig in der Abmischung unter. Das war wirklich schade, denn sowohl die Songauswahl als auch die Bühnenpräsenz waren großartig.

Isolation Berlin

Was für ein irritierender Auftritt. Die Berliner Band Isolation Berlin trat im St. Pauli Fanshop auf. Also in einem Klamottenladen. Ich musste allerdings schmunzeln, denn zwischen den Kleiderständern wirken die Zeilen „ich bin ein Produkt / ich will dass man mich schluckt / dass man mich konsumiert” einfach ganz anders als in einem verrauchten Club. Auch die teilweise irritierten Kunden des Ladens waren wirklich sehenswert. Isolation Berlin legten auf jeden Fall einen tollen Auftritt hin, trotz der wideren Umstände.

Palace

Palace lösten mit ihrer ersten EP „Lost In The Night“ einen kleinen Hype aus und konnten mit ihrerm jüngsten Werk „Chase The Light“ erfolgreich nachlegen. Ihr Gitarren-Pop erinnert an die Maccabees und spielt grundsätzlich im Midtempo-Bereich. Die Band legte im #SpotifyTrendsetter Club einen überzeugenden Auftritt hin, auch wenn mir hier und da ein kleiner Tempowechsel ganz gut gefallen hätte. Aber trotzdem: tolle Band, guter Auftritt.

Pins-Reeperbahn-Festival
Pins

Pins

Mit TÜSN konnten wir leider nicht viel anfangen, deswegen gingen wir direkt ins gegenüber liegende kukuun, um uns die Pins anzuschauen. Auf der Bühne sahen wir dann fünf völlig unterschiedliche Frauen, alle auf ihre Art faszinierend und mit einer starken Präsenz. Die Band aus Manchester spielte ihren 60ies-infizierten Garangepunk mit einer Überzeugung und Intensität, die ansteckend war. Auch wenn sich im Songwriting hier und da ein paar Schwächen offenbarten: durch ihre Energie konnten die Pins das locker überspielen.

Fazit

Die Reeperbahn, diese 930 Meter voller Partylaune, Sex und Wahnsinn, bereitet die Bühne für insgesamt 400 Konzerte und mehr als 30.000 Besucher.  Ich war anfänglich vom dort herrschenden Chaos überfordert, aber von Anfang an auch fasziniert. Mit der Zeit gewöhnte ich mich dann  an das Treiben und konnte mich auf die Musik einlassen.

Durch die unzähligen Bühnen, die auch teilweise einige Kilometer auseinander lagen, hatte ich immer ein wenig das Gefühl, etwas zu verpassen. Denn viele interessante Bands spielten gleichzeitig. Da musste ich mich im Vorfeld bereits entscheiden. Aber das gehört beim Reeperbahn Festival wohl einfach dazu. In jedem Fall habe ich die zwei Tage in Hamburg und vor den Bühnen sehr genossen.

#SpotifyTrendsetter #RBF15

1 KOMMENTAR

DEINE MEINUNG?

Please enter your comment!
Please enter your name here