Einmal im Monat schaue ich auf meine Last.fm-Statistik und präsentiere euch, was ich in den vergangenen 30 Tagen gehört habe. Der August ist in diesem Jahr aufgrund meines Urlaubs ausgefallen, aber der September bedarf eines Rückblicks. Die zehn am meisten gehörten Alben stelle ich mit ein paar Worten vor, die anderen werden aufgelistet. Im Grunde handelt es sich dabei um Kurzkritiken, was ungemein praktisch ist, da ich nicht zu jeder gehörten Platte eine Kritik verfasse. Im September 2014 hörte ich folgende Platten.

Schau dir meinen Musikgeschmack an.

this-is-all-yours-alt-jAlt-J – This Is All Yours
Großartiges Nachfolgewerk zum berauschenden Debüt. Leiser, eigenwilliger und im Kern ein wenig gewöhnlicher. Aber fast genauso großartig wie auf dem Debüt. Vielleicht sollte man „This Is All Yours“ nicht als Kontrapunkt zum Debüt betrachten, sondern eher als die andere Seite ein und derselben Medaille.
8/10

aphex-twin-syroAphex Twin – Syro
Flächige Klangteppiche, vertrackte Breakbeats, gradliniges Rave-Gepoltere und Ambient-Passagen. Natürlich gibt es auch hier wieder die typische Zappeligkeit, die zerhackten Vocals (fast ausschließlich von James und seiner Familie) und die elektronischen Fürze. Das Gesamtergebnis klingt erstaunlich kohärent, und das obwohl die einzelnen Tracks über einen mehrjährigen Zeitraum entstanden sind, in den unterschiedlichsten Studios und Setups aufgenommen wurden und auf mehr als 130 verschiedenen Synthesizern eingespielt wurden.
8/10

death-from-above-1979-physical-worldDeath From Above 1979 – The Physical World
Auf „The Physical World“ liefern Death From Above 1979 genau das ab, was man von ihnen erwarten durfte. Mit offenem Mund lausche ich den wahnwitzigen Basslines, den grollenden Drums und den zwingenden Hooklines. Auch das zweite Album ist voller Hits: „Trainwreck 1979“, „Cheap Talk“, „Always On“, „Chrystal Ball“ und „Nothin‘ Left“ sind meine Favoriten. Death From Above 1979 sind auch 10 Jahre nach ihrem Debüt immer noch extrem unterhaltsam und versprühen eine ansteckende Energie.
8/10

jamie-t-carry-on-the-grudgeJamie T – Carry On The Grudge
Ich mag den neuen, poppigen Jamie T sehr gerne. Ich hätte mit zwar ein paar subversive Elemente und ein wenig mehr Dreck und Rotz gewünscht, aber wenn er dieses Kapitel auf den ersten beiden Alben abgeschlossen hat, dann kann ich damit leben.
7/10

SBTRKTSBTRKT – Wonder Where We Land
Ich habe das erste Album des Mannes hinter der Holzmaske mehr als gemocht und ihm damals zusammen mit Zomby das Prädikat Arbeitsmusik verliehen. Auf das zweite Album war ich ziemlich gespannt, aber nach mehrmaligem Anhören bin ich ziemlich enttäuscht. Da gibt es Kollaborationen, die auf dem Papier interessant klingen, aber in keinster Weise in spannende Songs münden. Für mich klingt das alles ein wenig kalkuliert, ideenarm und blutleer. Mich packt das zweite Album (leider) überhaupt nicht.
3/10

Element-of-CrimeElement Of Crime
Was, schon wieder ein Album von Sven Regener und Band? Ich werde wohl auch immer älter. Die alten Haudegen liefern wieder eine tolle Platte ab, ähnlich wie „Mittelpunkt der Welt“ und besser als „Immer da wo Du bist bin ich nie“. Keine Experimente, dafür wieder etwas mehr Trompete. Und tolle Songs. Gewohnt, aber gut.
7/10

thom-yorkeThom Yorke – omorrow’s Modern Boxes
„Tomorrow’s Modern Boxes“ bietet eine Menge Sounds auf hohem technischen Niveau. Da leiert das Piano, da pluckert der Beat, da zischelt die Hi-Hat, da dröhnt der Bass und da sprießen die Sounds. Alles fein säuberlich und ohne ein Gramm überflüssiges Fett zusammengesetzt. Mir persönlich aber gibt das nicht viel. Wenn auch der letzte Schweißtropfen abgetupft, ausgewrungen und fein säuberlich untersucht wird, was bleibt dann noch?
5/10

spoon-they-want-my-soulSpoon – They Want My Soul
Höre ich immer noch. Spoon kultivieren ihren Sound seit ein paar Alben und spielen ihn inzwischen mit traumwandlerischer Sicherheit. Natürlich wäre ein ausgereifter Sound nichts wert ohne die entsprechenden Songs. Und auch diese liefern Spoon auf ihrem jüngsten Werk in überragender Qualität.
9/10

interpol-el-pintorInterpol – El Pintor
Nach einigen Durchläufen drängen sich einige Songs in den Vordergrund, denen ich eine gewisse Eleganz zusprechen möchte. Das bereits erwähnte Eröffnungsstück ist ein Lichtblick, ebenso wie das lockende „My Blue Supreme“, das brodelnde „Ancient Ways“ oder die abschließende Großtat „Twice As Hard“. Diese Songs verdeutlichen, dass Interpol immer noch einige tolle Ideen im Ärmel haben. „El Pintor“ ist ein durchwachsenes Album zwischen tollen Momenten und düsterer Monotonie.
6/10

my-brightes-diamondMy Brightest Diamond – This Is My Hand
Christoph schreibt: Eine notwendige Neugeburt des Pop kann nur so – und nicht anders – aussehen! Ich sehe das zwar nicht ganz so euphorisch, aber ich finde das Album trotzdem sehr aufregend und bin fasziniert von der Kreativität und dem fast spielerischen Umgang mit dem Instrumentarium der Popmusik.
7/10

Weiterhin hörte ich folgende Alben:

  • The Wytches
  • Wolf In Loveland
  • Show Me A Dinosaur
  • The Drums
  • Arcade Fire
  • Philip Selway
  • Bass Drum of Death
  • U2
  • Trümmer
  • Radiohead

1 KOMMENTAR

  1. Hallo Nico, zum neuen SBTRKT Album hatte ich anfangs eine ähnliche Meinung wie Du, fand es schwer zugänglich und bei weitem nicht so unbeschwert wie das erste Album .. aber mittlerweile nach gefühlten 10-12 Durchgängen finde ich es von Tag zu Tag besser. Now in heavy-rotation .. naja, zumindest virtuell :).

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