Diese Idee schwirrte schon lange in meinem Kopf herum. Ursprünglich wollte ich meine musikalische Vergangenheit aufarbeiten. Mit Hilfe von Spotify wollte ich Playlisten erstellen, die verschiedene Dekaden meiner musikalischen Sozialisation abdecken. So was in Richtung von „nicorola: The Early Years“ oder auch „Childhood Dreams“. Allerdings war ich immer ein wenig unzufrieden mit dieser Idee, so das ich mich erst gar nicht an die Umsetzung wagte. Denn ich wußte: das wird ein großer Murks.

Als ich jedoch letztens die tolle John Peel-Doku sah, hatte ich mein Format. In Anlehnung an seine Record Box, eine kleine Holzkiste mit seinen privaten Schätzen in Form von 143 Singles, wollte ich eine Playliste erstellen, die die für mich 100 wichtigsten Songs meines Lebens enthält. Das klingt einfach, aber es dauerte dann doch eine ganze Zeit.

Die Regeln

Ich stellte mir hierfür drei einfache Regeln auf:

  1. Sobald ich den Song höre, muss sich etwas in mir regen. Sei es eine Erinnerung, eine Stimmung, ein Geruch, ein Gefühl.
  2. Der Song muss auch heute noch funktionieren. Es gibt hunderte von Songs, die ich als Jugendlicher toll fand, die ich heute aber beim besten Willen nicht mehr hören kann.
  3. Die komplette Liste muss ehrlich sein. Sicher ist es einfacher, einen tollen Song zu nehmen, den jeder gut findet oder der zum popkulturellen Erbe gehört. Aber das hätte dann nicht viel mit mir zu tun. Es gibt zum Beispiel wichtigere und aufregendere Songs von Bowie und Nick Cave, aber mich berühren halt die beiden ausgewähltem am meisten.

Keine Regel, aber eine für mich sinnvolle Beschränkung: jeder Künstler nur einmal! Dadurch wird die Suche zwar schwerer, die Auswahl ist aber schärfer und ehrlicher. Leider fehlen ein paar Künstler, die ich bei Spotify nicht finde, aber es sind nur ein Handvoll (z.B. Metallica oder auch die Beatles).

Die Record Box

Jetzt ist die Liste fertig. Aber: sie ist keineswegs statisch. Genau wie bei John Peel können sich hier Sachen verschieben, hinzukommen, verschwinden. In den letzten Tagen habe ich bis zum Erbrechen getestet, hinzugefügt, weggenommen, geskippt, verworfen, gestöbert, krampfhaft nachgedacht.

Mit dieser Liste bin ich äußerst zufrieden und ich habe das Gefühl, sie repräsentiert so in ungefähr das, was ich mir vorgestellt habe. Zumindest kann ich sie mir mit einem guten Gefühl und vor allem mit Begeisterung komplett anhören. In Zukunft wird dies die Playliste sein, auf die ich mich immer verlassen kann.

SPOTIFY
RDIO
DEEZER

Natürlich gibt es zu jedem Song noch eine kleine Erklärung, denn einfach so vor die Füße knallen will ich euch das ja auch nicht. Los geht’s:

Herman’s Hermits – No Milk Today
Der erst Hit meiner Kindheit. Sobald ich den höre gibt es so einen filmischen Gedankenflash direkt in mein Kinderzimmer.

The Ronettes – Be My Baby
Lief unzählige Male im Radio während wir beim Abendbrot saßen.

The Lovin Spoonful – Summer In The City
Ich liebe diesen Song, aber nur genau in dieser Version. Dieses Orgelriff bei 1:20 ist unübertroffen. Die Cocker-Version suckt!

David Bowie / Pat Metheny – This Is Not America
Beim „Shalalalala“ läuft mir noch immer ein wohliger Schauer über den Rücken.

Dead Or Alive – You Spin Me Round (Like A Record)
Ich war zehn Jahre und schwer begeistert. Klingt heute zwar total gekünstelt, geht aber trotzdem direkt ins Zappelzentrum.

Joy Division – Love Will Tear Us Apart
Was soll ich hierzu groß schreiben? Klassiker!

Trust – Antisocial
Ein toller Song, den ich durch Anthrax und deren Coverversion entdeckt habe.

Pantera – Mouth For War
Auch heute noch einer der kraftvollsten Songs des Planeten. Selten passte ein Albumcover so gut zum Opener.

Megadeth – Anarchy In The UK
Da ich zu Punkzeiten erst drei Jahre alt war, habe ich von den Sex Pistols nicht wirklich etwas mitbekommen. „Anarchy..“ wird so für mich immer eher mit Megadeth als mit den Pistols verbunden sein.

The Ramones – Pet Semetary
Ja, ich weiß. Ist aber für mich nach wie vor der ganz große Song der Ramones.

Sonic Youth – Sugar Kane
Ich erinnere mich schwach, das ich das Album „Dirty“ damals irgendwie anstrengend aber auch faszinierend fand.

Nirvana – Smells Like Teen Spirit
Bei den ersten Klängen sehe ich mich wieder an einem Samstagnachmittag den (viel zu großen) Rasen harken. Leider fehlt bei diesen Klängen das für mich charakteristische Leiern des Walkmans meiner Schwester.

Pearl Jam – Alive
Auch mich hat dieser Meilenstein nicht unberührt gelassen.

Smashing Pumpkins – 1979
Immer noch mein absoluter Lieblingssong vom Meisterwerk.

Faith No More – Midlife Crisis
Dieser unvergessliche Rythmus, dieses Quietschen im vierten Takt, dieser pumpende Bass und dann dieser Gesang von Mike Patton.

Alice In Chains – Down In A Hole
Unheimlich intensive Liveversion eines grandiosen Songs.

Paradise Lost – Gothic
Die waren zu der Zeit so herrlich morbide und schafften es, diesen ekligen Untoten-Unterton mit hymnenhaften Zügen zu kombinieren. Bis heute unerreicht.

Entombed – The Left Hand Path
Sollte ich meine Death Metal Zeit auf einen Song eingrenzen, so wäre es dieser. Die Produktion aus den Sunlight Studios hat zur damaligen Zeit einfach alles weggeblasen, inklusive Scott Burns. Nach 3:50 folgt das größte Break in der Metalgeschichte. Energie, Morbidität, Horror.

Death – Pull The Plug
Nicht so technisch wie auf späteren Releases, dafür aber umso kraftvoller.

Slayer – Angel Of Death
Einer der Übersongs des Genres. Jeder, der den zweiten Gremlins-Film gesehen hat, kennt das Hammer-Riff aus dem Mittelteil.

Carcass – Corporal Jigsore Quandary
Nach wie vor ein ekliger Song. Aber: das einzige Death Metal Riff, welches ich jemals gelernt habe. Nicht das es schwer war, aber es ist grandios. Worüber die singen? Ich möchte es nicht wissen.

At The Gates – Blinded By Fear
Der Song, der das Untergenre Melodic Death Metal definiert. Gnadenlos brutal.

Phillip Boa & The Voodooclub – Love On Sale
Ich bin (zu) spät in das Œuvre von Boa eingestiegen. Und zwar mit der CD-Single zu diesem Song. Instantly hooked and infected.

Carter The Unstoppable Sex Machine – Billy’s Smart Circus
Wer hier schon öfter vorbeigeschaut hat oder mich sogar kennt, der weiß, warum dieser Song hier auftaucht. Es ist zwar verdammt schwer, nur einen Song zu wählen, aber ich glaube, dieser ist für mich unverzichtbar.

Pop Will Eat Itself – Eat me, Drink Me, Love Me, Kill Me
Der Opener hat mich irgendwie immer mehr mitgerissen als das ebenfalls grandiose „Get The Girl, Kill The Baddies!“.

Jesus Jones – The Devil You Know
Für mich der wichtigste Song der Band, die neben Carter USM und PWEI eine Zeit meines Lebens bestimmt hat.

Portishead – Sour Times
Das Album besaß ich gar nicht selber, aber es lag immer in der WG-Küche herum. Ich besaß nur diese Single.

Massive Attack – Protection
Was soll ich dazu groß schreiben? Klassiker!

Plaid – Dang Spot
Der albernste elektronische Song, der jemals bei Warp erschienen ist, aber auch der mitreißendeste.

Autechre – Basscadet
Ich stehe auf ihren alten, gradlinigen Sound. Dieses Frickelzeug danach, das hat mich zwar fasziniert, aber nie richtig gepackt.

Prodigy – Out Of Space
Ich saß bei Freunden vor dem Fernseher und sah dieses Video. Die Kombination aus Reggea-Sample und diesem verdammten Wums ließ meine Kinnlade herunterfallen.

Chemical Brother – Leave Home
Was für ein verdammt wichtiges Album seinerzeit.

Doc Scott – VIP Drums
Ungefähr zwei Jahre lang war ich von Drum’n’Bass angetan, vor allem von Tech und Dark Step. Doc Scott war irgendwie Vorreiter.

Bobby Womack – Across 110th Street
„Miserlou“ von Dick Dale hat es nicht geschafft, da ich ihn nicht mehr hören kann. Dieser Song ist jedoch zeitlos. Danke Quentin!

Blue Oyster Cult – (Don’t Fear) The Reaper
Über Apollo 440 bin ich ziemlich schnell beim Original gelandet, welches zwar nicht annähernd so kraftvoll ist, dafür aber mehr Charme verströmt.

Depeche Mode – It’s No Good
Fast gleichauf mit „Enjoy The Silence“. Müsste ich mich aber entscheiden, dann ist es dieser vor männlichem Selbstbewusstsein nur so strotzende Song, denn ich nach wie vor komplett auswendig mitsingen kann.

Radiohead – Let Down
Für mich stellt dieser Song die Essenz meines Fan-seins dar. Der einzige Song mit absoluter Gänsehautgarantie (3:42).

Arcade Fire – Une Année Sans Lumiere
Das war für die Initialzündung; es gab größere Hits auf der Platte, es gab die bereits tolle EP mit dem grandiosen „No Cars Go“, aber für mich war das hier der Anfang.

The National – Friend Of Mine
Angefangen hatte es mit „All The Wine“, das ich zufällig bei Insound entdeckt hatte. Aber dieser Song ist für mich der Anfang einer Liebe. Trotz der Rumpeligkeit.

Two Gallants – Threnody
Dieses heisere Schreien im Hintergrund, die langsame Steigerung in die abolsute Verzweiflung, die Gänsehaut. Ein Wahnsinn von einem Song.

Gisbert zu Knyphausen – Seltsames Licht
“Zwei Wochen später auf dem Hof, dein lebloser Körper / in einem Zimmer voller Blumen und Gewalt, und sechs kleine Jungs aufgereiht im dunklen Anzug. / Und ihre Lieder klagten lautlos in der Nacht. / Sie sangen: Bitte, bitte bleib hier, so wie wir.” Da muss ich jedes Mal eine Träne verdrücken.

Björk – All Is Full Of Love
Ich hätte gerne den Remix von Plaid genommen, aber das Original ist natürlich ebenfalls ganz fantastisch.

Port O’Brien – I Woke Up Today
Der perfekte Song zum Mitgröhlen.

British Sea Power – No Lucifer
Herausragender Höhepunkt des Albums, getragen von “Easy, Easy”-Chören, mit einer gesunden Prise Pathos und einem schwelgerischem Refrain.

The Appleseed Cast – February
Rumpeliger Postrock mit Gesang. Nie wieder waren sie so gut wie auf „Peregrine“. „February“ ist noch einen kleinen Ticken besser als der Rest.

Bloc Party – Banquet
Der Song, mit dem für mich alles begann. Defininert für mich ganz klar Bloc Party.

The Good, The Bad And The Queen – History Song
Das letzte Konzert, auf dem ich und meine Freundin zusammen waren, ohne Eltern zu sein. Ein großartiger Song mit einem wunderbar produzierten Basslauf.

The Eels – Things The Grandchildren Should Know
Natürlich hat E Dutzende Hits und schräge Perlen im Repertoire, aber dies ist mein absoluter Favorit. Sentimal, ich weiß, aber: …hach!

Beirut – Prenzlauerberg
Versetzt mich immer wieder in die fantastische Stimmung, die ich beim ersten Hören dieses grandiosen Albums hatte.

Gravenhurst – The Velvet Cell
Klar, gerade dieser Song ist absolut untypisch für die Musik von Nick Talbot, aber gerade deswegen liebe ich ihn.

Mando Diao – Long Before Rock’n’Roll
Ich weiß, Mando Diao sind eigentlich durch, aber ich bekomme sozusagen Instant-Gute-Laune, wenn ich diesen Song höre.

Jamie Lidell – Multiply
Absoluter Ausnahmekünstler mit einer Wahnsinnsstimme, denn man unbedingt mal live gesehen haben sollte.

Peter Licht – Lied vom Ende des Kapitalismus
Bei dem Song muss ich ein wenig mehr schmunzeln als bei Sonnendeck oder Marketing. Deswegen.

Tomte – Endlich einmal
Am Anfang hatte ich viel mehr Songs der Grand Hotel van Cleef-Clique in der Liste, aber wenn ich ehrlich bin, kann ich die meisten davon heute nicht hören. Aber das hier ist einfach ein Klassiker. Endlich einmal etwas das länger als vier Jahre hält. Word!

Biffy Clyro – Who’s Got a Match?
Haben mich damals im Vorprogramm von Bloc Party ziemlich geflasht. Kurz, knapp, Hit.

Get Well Soon – 5 Steps / 7 Swords
Für mich klingt das Intro dieses Songs wie eine Szene in einer Kneipe, in der die Zuschauer auf eine Art Revolution eingeschworen werden, während sich im Hintergrund die Kapelle für den Sturm auf die Bastille vorbereitet. Dann betritt der Rädelsführer die Bühne und läßt alle Schreihälse im Publikum verstummen, bevor er es mit seiner mitreißenden Art am Ende schafft, alle zum Mitsingen zu bewegen.

Nick Cave And The Bad Seeds – We Came Along This Road
Ich weiß absolut nicht warum, aber genau dieser Cave-Song ist mein allerliebster. Tragischer Kitsch, ich weiß. Na und?

Casiotone For The Painfully Alone – Lonesome New Mexican Nights
Ich liebe die Musik von Owen Ashford. Schrullig, schnörkellos, schräg, schief, herzergreifend, reduziert, grandios. Das ist LoFi in bestem Sinne.

Philipp Poisel – Bis nach Toulouse
Klar, ganz schlimmer RadioPopSong, aber sofort wenn ich ihn höre, bekomme ich Fernweh.

I Am Kloot – Stars Look Familiar
Netter kleiner Song von einem hörenswerten Album.

The Rakes – Suspicious Eyes
Verdammt schade, das sich The Rakes aufgelöst haben. Eine kleine vertonte Alltagsgeschichte.

The Meligrove Band – Grasshoppers in Honey
Lange habe ich überlegt, welchen Song man von diesem Album nehmen kann. Denn „Planets Conspire“ ist ein Gesamtkunstwerk, in welchem Songs ineinander übergehen, Melodien und Riffs erneut aufgenommen und weitergesponnen werden. Aber hier gibt es das Pfeifsolo.

The Streets – Blinded By The Lights
Diese zerhackten Keyboardflächen, dieser simple Beat, diese unnachahmliche Art des Sprechgesangs. Perfekt.

Aphex Twin – Windowlicker
Ich habe lange zwischen „Come To Daddy“ und „Windowlicker“ hin und her überlegt, aber schlussendlich hat „Windowlicker“ die Portion Funk, die dem aggressiven „Come To Daddy“ fehlt. Und das größere Augenzwinkern.

Yeah Yeah Yeahs – Down Boy
Was für ein stampfendes, alles zermalmendes Riff! Herrlich.

Elbow – Not A Job
An der Schnittstelle zwischen Indie und Mercury Prize: ihr bester Refrain.

Spoon – You Got Yr. Cherry Bomb
Ich mag diese unglaublich offene, dynamische und facettenreiche Produktion, übervoll mit kleinen Gimmicks, Studiogeräuschen, Backing-Vocals und ungewöhnlichen Instrumenten.

Nas – The Message
Komisch, ich hätte wetten können, das es mehr Hip Hop oder auch Reggae Songs in meine Liste schaffen, aber da lag ich wohl falsch. Aber dieser großartige Track, welcher auf einem Sample von Sting beruht, muss einfach sein.

Mouse On Mars – Tamagnochi
Bei einem elektronischen Duo, welches sich solch verschwurbelte Songtitel ausdenkt, nach eine Highlight zu suchen, ist nicht einfach; ich habe es geschafft. Das klingt durch das Schlagzeug wie live improvisiert, es sirrt, zirpt und knartscht an allen Enden. Dann kriegt es sogar den von mir geliebten Drei-Fragezeichen-Touch. (Falls ihr euch fragt, was das ist: fragt einfach 🙂 )

Christian Bruhn – Captain Future
Ich hatte den Anzug des Captains als Schlafanzug! Und ich war stolz wie Oskar. Toller Soundtrack, natürlich im Original von Christian Bruhn und nicht in dieser Kirmes-Version.

Bill Conti – Going The Distance
Ein schwerer rechter Haken. Rocky geht zu Boden. Er greift nach den Seilen, sein Trainer sagt: „Bleib liegen!“ Doch er rafft sich auf, bei Acht steht er wieder und ruft Apollo zu: „Komm her!“ Großartiger Soundtrack!

Frankie Valli & The Four Seasons – Beggin‘
Die Madcon-Version stinkt und das hier ist ein verdammter Ohrwurm.

Johnny Cash – I Walk The Line
„I’m here to do what you want me to and what I wanna do!“

The Wave Pictures – Strange Fruit For David
Was für ein selten dämlicher Refrain. Aber die Jungs verbreiten soviel Spaß, das ist schon verdammt ansteckend.

Belle & Sebastian – I Fought In A War
I fought in a war and I left my friends behind me
To go looking for the enemy, and it wasn’t very long
Before I would stand with another boy in front of me
And a corpse that just fell into me, with the bullets flying round

Gang Of Four – Damaged Goods
Waren ihrer Zeit weit voraus. Beeinflussten unheimlich viele Bands und haben auch nach so vielen Jahren nichts von ihrer Anziehungskraft verloren.

Muse – Time Is Running Out
Auch wenn sie inzwischen in Sphären musizieren, für die ich kein passendes Sauerstoffgerät habe; sie waren mal richtig toll. Wie hier zum Beispiel.

Pixies – Where’s My Mind
Jedes mal sehen ich vor meinem geistigen Auge die Hochhäuser der wichtigsten Finanzimperien und Kreditinstitute einstürzen.

Moloko – Absent Minded Friends
Erinnert mich sofort an eine Autofahrt mit einer Freundin, bei dem ich diesen Song zum ersten Mal hörte und sowohl vom Song selber als auch von dieser großartigen Produktion weggeblasen war.

Arctic Monkeys – Balaclava
Was bleibt von dieser Band, wenn die Sterne verglüht sind? Wenn man die Hits eigentlich nicht mehr hören kann? Zum Beispiel dieser nach wie vor tolle Song.

Bat For Lashes – Daniel
Das Remake von Karate Kid ist ja nun wirklich kein Vergleich zum Original. Und überhaupt: Dre Parker? Also bitte! Daniel LaRusso ist das einzig wahre Karate Kid und Inspiration für diesen überragenden Song. Diese rollenden Pauken: großartig!

Menomena – Dirty Cartoons
Dieses Pfeifen! Dieser knarzende Bass!

We Are Augustines – Book Of James
Vielleicht hätte ich „Chapel Song“ nehmen sollen, aber mich berührt dieser Titel einfach mehr. Das komplette Album drumherum kann man mir nehmen, aber bitte nicht diesen tollen Refrain.

…And You Will Know Us By The Trail Of Dead – Wolrds Apart
Welchen Song nimmt man von so einer fulminanten Rockband? Natürlich den fast kürzesten. „Hey fuck you, man!“

Groove Armada – Just For Tonight
Absoluter Radiokonsens oder auch -nonsens, aber ich krieg das Ding nicht aus dem Ohr.

Ratatat – Drugs
Was wird daraus wenn der Bodo mal tot geht? Wo landen diese Sachen? Wo landen diese Inschtrumente? Was wird daraus?

Burial – Archangel
Der perfekte Soundtrack für die Großstadt. Vorzugsweise in der Nacht oder bei Regen.

Iron & Wine – Walking Far From Home
Ich mag die Art und Weise, in der Sam Beam hier eine simple Idee auf fast fünf Minuten streckt, variiert und verdichtet und einen unwiderstehlichen Sog entfacht.

Tocotronic – Die Welt kann mich nicht mehr verstehen
Tocotronic in 97 Sekunden. Hatte ich als Single. Finde ich toll.

Blur – Girls & Boys
Ich war immer auf ihrer Seite. Oasis gaben und geben mir nichts.

Manic Street Preachers – If You Tolerate This Your Children Will Be Next
Ihr mit Abstand größter Song.

Rage Age The Machine – Killing In The Name
Fuck you, I won’t do what you tell me!

Jaques Brel – Les Vieux
Diesen Song gibt es in unzähligen Aufnahmen, ich finde diese Liveversion aber am intensivsten.

Art Brut – Formed A Band
Ein übergroßes Augenzwinkern, das von Platte zu Platte kalkulierter und langweiliger wirkte. Aber hier: auf den Punkt.

Califone – Spider’s House
Charmanter kleiner Song, dessen Titel optimal sein Feeling transportiert. Hier krabbelt und spinnt es an allen Ecken und Enden.

Caribou – She’s The One
Ich hatte kurz überlegt, ob ich Odessa nehmen soll, aber dieser Song ist mir einfach wichtiger.

The White Birch – Your Spain
The White Birch schreiben kleine, eher unauffällige Popsongs, die aber unvergleichlich schön sind. Dieser ist der schönste.

Tapes’n’Tapes – Hang Them All
Was für ein wilder Beginn, was für ein rastloser Song. Nach wie vor absolut aufpeitschend.

Get Well Soon – Roland, I feel You
Ein grandios arrangiertes Stück irgendwo zwischen Filmmusik, Dean Martin, italienischem Sommer und Endzeitstimmung. Immer wenn ich diesen Track höre, muss ich laut mitsingen (natürlich nur, wenn ich alleine bin… pssst).

Alt-J – Tessellate
Was wäre die Liste meines Lebens ohne einen Song von Alt-J? Richtig: unvollständig. Tessellate ist nach wie vor mein absolutes Highlight.

Sigur Rós – Brennistein
Der knarzige Bass, die Verzerrung, der epische Mittelteil. Zum Niederknien.

Arcade Fire – Reflektor
Disco? LCD Soundsystem? David Bowie? Am Anfang verstand ich gar nichts. Dann aber machte es irgendwann Klick. Großer Song, nach wie vor. Deswegen in der Liste.

Money – Letter To Yesterday
Basierend auf einem Basslauf und einer schlichten Gitarrenfigur entfaltet dieser Song einen ungeheuren Sog und eine Intensität, welcher ich mich nur schwer entziehen kann. Es ist schon erstaunlich, wie diese junge Band aus der kargen Instrumentierung und dem durchaus vorhersehbaren Songaufbau so eine intensive Stimmung heraufbeschwören kann.

Ja, Panik – DMD KIU LIDT
Mich hat dieser fast schon ewige Song bereits beim ersten Durchlauf umgehauen. Andreas Spechtl erzählt uns hier eine Geschichte, die von der ersten Zeile fesselt. Die Gesangsmelodie spielt ganz offensichtlich mit Falcos “Jeanny”, der gleichförmige und sich nur sehr langsam steigernde Songaufbau zieht mich unweigerlich in seinen Bann.

Death From Above 1979 – Trainwreck 1979
Mit offenem Mund lausche ich der wahnwitzigen Bassline, den grollenden Drums und der zwingenden Hookline. Vielleicht der Song des letzten Jahres.

The xx – Fiction
Das von einem simplen Keyboard-Motiv getragene und nur sparsam durch Gitarre und Drums begleitete Fiction entwickelt sich durch die großartige Gitarrenfigur zum Ende hin zu einem echten Hit.

Grizzly Bear – Yet Again
Für mich die Quintessenz von Grizzly Bear. Auf alle anderen Songs könnte ich verzichten, auf diesen nicht.

Autor

Schön, dass du hier bist. Mein Name ist Nico und ich bin Musikblogger aus Leidenschaft. Wenn du Indie-Rock, Shoegaze, Folk, Post-Rock oder Electronica liebst, dann bist du hier genau richtig. Mehr über mich…

9 Kommentare

  1. hi nico,

    tolle liste. ich kann leider nicht ( mehr ) sehen wie alt du bist, würde aber schon aufgrund der zusammenstellung vermuten, dass meine musikalsiche sozialisation 15-20 jahre früher angefangen hat. daher wären die 60er/70er und 80er vermutlich in so einer liste erst mal durchweg vertreten.

    da du john peel als initialzündung erwähnst, hier mal die vorstellung von klaus fiehe. falls su diesen namen noch nie gehört hast……. der wal mal sax-spieler bei geier sturzflug, ist aber heute vermutlich der einzige deutsche radio-dj, den man annähernd noch in einem atemzug mit john peel nennen könnte. ( für deutschland fallen mir da außerdem nur noch alan bangs und klaus walter ein, was alan bangs macht weiß ich nicht, klaus walter schreibt zumindest noch ab und zu was in der spex ).

    ich höre zwar selten rein, aber die sendungen von fiehe auf einslive ( wdr ) sind immer was besonderes.

    solltest du mal einen blick in mein textloses blog werfen……. das ist weitestgehend eine erinnerungsliste für mich selber über songs, die ich irgendwo gepostet habe. 🙂

    lg
    andreas

  2. Sehr schöne Zusammenstellung sind auch viele meiner liebsten Tracks dabei. Bei den Arctic Monkeys müsstest du uns aber noch den Titel mit dazu schreiben 🙂

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