Noch genau 14 Tage, dann erscheint das selbstbetitelte Album von Junip. Die Wartezeit versüßen uns die Schweden quasi im Wochentakt, diesmal mit dem tollen Video zu “Your Life Your Call”, welches es übrigens nach wie vor als kostenlosen Download gibt.
The National spielten gestern Abend ein kleines, intimes Konzert im Innenhof des Michelberger Hotels für Presse, Fans und Freunde aus ganz Europa. Zu meinem großen Glück war ich eingeladen.
Eigentlich kenne ich mich im Berliner Nachtleben ja ein wenig aus. Ich war auch schon auf diversen Konzerten und weiß, das man fast nie pünktlich kommen muss bzw. sollte. Aber bei diesem Showcase dachte ich, dass es vielleicht doch besser wäre, um 19.30 Uhr da zu sein. Falsch gedacht. Es sollte bis kurz nach 21.30 Uhr dauern bis Matt Berninger, die Dessner- und Devendorf-Zwillinge sowie zwei Gastmusiker die Bühne betraten. Bis dahin hieß es warten und Glühwein trinken. Denn es war kalt, da die Bühne im Innenhof des Michelberger Hotels aufgebaut war.
Aber spätestens als sich der schwarzgekleidete Berninger mit einem Weinglas als Mikro stellte, war die Kälte und auch die Wartezeit vergessen. Er kündigte an, dass das nun folgende Set hauptsächlich aus Songs des neuen Albums bestehen würde, die sie vorher noch nie live gespielt hätten. Mit dabei waren “Don’t Swallow The Cap”, “Graceless”, “Fireproof”, “Humiliation” und “Slipped”. Mehr konnte ich mir leider nicht merken. Ob sie das komplette Album spielten, kann ich nicht beurteilen, aber drei Viertel müssten es zumindest gewesen sein. Es ist natürlich schwer, einen Song nach einmaligen Hören in der Livesituation zu beurteilen, aber ich lehne mich sicher nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich behaupte: mit “Trouble Will Find Me” kommt ein mindestens gutes Album auf uns zu. Stücke von der schnelleren Sorte (für The National-Verhältnisse) gab es viele, und sie waren zupackend und zündeten im Prinzip sofort. Aber auch die eher ruhigeren Songs besaßen gewohnte Qualitäten. Die zahlreich erschienen Freunde und Fans waren auf jeden Fall für jeden Song dankbar und feierten die Band. Ganz besonders, als sie mit “Fake Empire”, “Mr. November”, “Bloodbuzz Ohio” und “Terrible Love” noch ein paar Standards zum Ende des Auftritts einstreuten.
Zwischendurch gab es kleinere technische Probleme, wie z.B. ein mitten im Refrain vom Kabel getrenntes Mikrofon, aber die sehr gute Laune der Band konnte dies nicht trüben. Matt Berninger nahm es mit Humor und war froh, das wir seine noch vorhandenen Textunsicherheiten so nicht bemerkten. Später stellte er allerdings fest, dass es im Prinzip egal wäre, was er singt, da wir die Songs eh noch nicht kennen würden. Trotzdem verließ er sich als Unterstützung auf die ausgedruckten Lyrics. Diese benutzte er bei fast durchgängig geschlossenen Augen jedoch kaum. Dafür konnte er sie um so besser jedes Mal am Ende zerknüllen, zerreißen oder auch ins Publikum werfen.
Im Anschluss beeilte ich mich sehr, um nach Hause unter die warme Decke zu kommen. Denn ich war ziemlich durchgefroren. Aber glücklich.
In diesem kurzen Mitschnitt kann man mich übrigens sehen. Ich bin der Typ mit der Kapuze, der großen Nase und dem kritischen Gesichtsausdruck
Da schwärme ich im Dezember noch von Woodpigeon und deren fantastischen Song “For Paolo”, und dann verpasse ich doch glatt die Veröffentlichung des Albums “Thumbtacks And Glue”. Dieses großartige Animationsvideo von Andrei Faheregyhazi zum “Robin Song” hat mich zum Glück darauf aufmerksam gemacht.
Bei Pink Drink handelt es sich um eine experimentelle Pop Band aus Brooklyn in New York. Wobei das Wort Band eher mit Vorsicht zu genießen ist, denn wenn ich das richtig sehe, steckt nur ein kreativer Kopf dahinter: Jeremy Blackman. Die im Mai erscheinende Debüt EP “Mixen Lane” ist mit experimentellem Pop wirklich sehr gut beschrieben. Mein Anspieltipp: “In My Mind”. Dazu gibt es auch ein Video.
Die großartigen und mit Sicherheit von den SciFi-Filmen “Skyline” und “World Invasion: Battle Los Angeles” inspirierten Bilder passen zwar überhaupt nicht zum Song, das Video ist aber allemal sehenswert. Und natürlich liefern die Pains Of Being Pure At Heart mit “Until The Sun Explodes” wieder tolle Musik, die diesmal ein ganz klein wenig nach The Cure klingt.
Nachdem das gestern mit dieser exklusiven Listening Party zumindest bei mir nicht wirklich geklappt hat, können wir uns nun in aller Ruhe und genau zu dem Zeitpunkt, an dem wir wollen, das neue Werk der Yeah Yeah Yeahs anhören. Zu jedem Song gibt es eine kurze Einführung der Band.