Musik per WLAN, direkt vom Smartphone: das versprechen moderne WLAN-Lautsprecher. Lange Zeit habe ich in diesem Bereich nur Sonos wahrgenommen, aber inzwischen haben andere Marken nachgezogen. Dazu gehört zum Beispiel die Berliner Marke Raumfeld. Mit dem kleinen System „One S“ bieten die Berliner ein günstiges Einstiegsgerät an. Doch wie steht es um die Qualitäten des Geräts? Ich habe mir die kleine Soundbox in Ruhe angeschaut.

Lieferumfang

Ich werde dich jetzt nicht mit irgendwelchen Unboxing-Fotos oder gar Videos nerven, aber einen kleinen Blick auf den Lieferumfang finde ich dennoch sinnvoll. In dem schlichten Pappkarton befinden sich:

  • Raumfeld One S
  • Netzwerkkabel (RJ45)
  • Stromkabel
  • Bedienungsanleitung

Das war es auch schon. Um es vorweg zu nehmen: das Netzwerkkabel habe ich nicht einmal in der Hand gehabt, das Setup per WLAN durch die kostenlose Raumfeld App gestaltete sich bei mir problemlos. 

Erster Eindruck

Der weiße Lautsprecher sieht sehr gut aus: Das matte Kunststoffgehäuse ist hochwertig verarbeitet und hinterlässt einen modernen und minimalistischen Eindruck. In unser Wohnzimmer passt es sich optisch hervorragend ein.

raumfeld-one-s-white-front

Ich nehme das Gerät in die Hand: Auf der Rückseite befindet sich eine Netzwerkbuchse, ein USB-Anschluss, ein kleiner Button mit der Aufschrift „Setup“ und der Stromanschluss. Diese Anschlüsse sind unter einer wasserabweisenden Gummilasche versteckt, welche man z.B. im Bad drauflassen sollte. Möchte ich allerdings den USB- oder den Netzwerkanschluss benutzen, muss ich diese sinnvolle Abdeckung entfernen.

Raumfeld-Rueckseite

Wie installiere ich den Lautsprecher?

Die Inbetriebnahme gestaltete sich zu Anfang etwas hakelig.  Zumindest mit der alten Android App. Denn natürlich schaute ich nicht in die beiliegende Anleitung, sondern stürzte mich gleich in die App. Zum Glück gibt es seit Ende Juli eine neue Version der Raumfeld App, und mit dieser scheinen einige Probleme gelöst worden zu sein.

Die Einrichtung des Raumfeld One S läuft folgendermaßen ab: in der App wähle ich die Option „Raum hinzufügen“ und schalte den Lautsprecher ein. Danach drücke ich hinten auf „Setup“. Die zwei kleinen LEDs an der Vorderseite blinken. Nach einer kurzen Suche wird das Gerät gefunden.

In der App füge ich mein WLAN-Netzwerk hinzu, mit welchem sich der One S dann verbindet. Ich vergebe noch einen Namen für das Gerät und warte ein wenig. Im Prinzip war es das auch schon.

 Welche Musikquellen stehen zur Verfügung?

Eines vorne weg: Beim Einstiegsgerät von Raumfeld fehlt AirPlay von Apple. Um Musik vom iPhone oder iPad drahtlos auf das Ausgabegerät zu schicken, steht nur die Raumfeld App zur Verfügung. Wer seinen heimischen Musikkonsum ganz auf Airplay ausgerichtet hat, der guckt leider in die Röhre.

Es geht also nur mit der kostenfreien App. Über diese kann ich auf die verschiedenen Musikquellen zugreifen. Da ich Android-Nutzer bin, beschränke ich mich natürlich auf mein System.

Mir steht sämtliche Musik auf meinem Smartphone zur Verfügung. Aber auch Musik, die sich auf einem Netzwerkspeicher befindet, ist für mich erreichbar. Besonders nützlich finde ich die umfangreiche Integration von Streaming-Diensten. Napster, TIDAL, WIMP und MTV Music sind genau so an Bord wie Platzhirsch Spotify. Spotify muss allerdings direkt aus der eigenen App heraus bedient werden, das Konzept von Spotify Connect erlaubt es leider nicht anders.

Raumfeld-Musikquellen

Dank der Radio-App TuneIn kann ich auf eine fast unendliche Zahl von Radio-Stationen zugreifen. Die App muss ich dafür nicht extra installieren, sie ist in die Raumfeld App integriert.

Wenn du deine Musiksammlung lieber auf einem externen USB-Speicher lagerst, kannst du auch diesen direkt anschließen. Die einzige Voraussetzung hierfür: Der One S ist als Host konfiguriert. So heißt der zentrale Musikverteiler, der zur Wiedergabe eingeschaltet sein muss, auch wenn er selbst nicht spielt.

Gibt es lediglich einen Raumfeld-Player im Haus, ist er automatisch der Host. Bei mehreren Playern lässt sich die Einstellung in der App ändern. Ein USB-Stick oder eine Festplatte am Host steht sämtlichen Raumfeld-Geräten im Netzwerk zur Verfügung.

Du solltest allerdings auf die Größe des USB-Steckers achten, denn der Platz an der Rückseite des Gehäuses ist recht knapp bemessen. Auch bei USB-Sticks solltest du darauf achten, dass dieser nicht weiter als 3cm aus der Buchse herausragt – sonst steht das Gerät nicht mehr eben, sondern kippt leicht nach vorn.

Folgende Formate erkennt das Gerät: ASF, MP3, WMA, WAV, AAC, FLAC, OGG und Apple Lossless. Das ist äußerst umfangreich und sollte eigentlich fast alle Vorlieben abdecken.

Wie lässt sich die Raumfeld App bedienen?

Die Bedienung ist recht einfach und angenehm. Die App ist übersichtlich gehalten und lässt sich prinzipiell gut bedienen. Da nahezu alles über WLAN abgewickelt wird, gibt es hier und da einmal kleine Ruckler und Wartezeiten. Während meines Test waren diese allerdings nie so schwerwiegend, als das ich in irgendeiner Weise genervt war.

Raumfeld-Player

In der App kann ich mir diverse Favoriten anlegen. Das können Alben in Napster genauso sein wie Playlisten in Wimp oder der Lieblingsradio-Sender in TuneIn. Diese sind dann per Schnellzugriff zu erreichen.

Am Gerät selbst kann man wenig tun. An der Vorderseite gibt es eine Taste zum Ein- und Ausschalten des Geräts. Für eine schnelle Bedienung befinden sich auf der Oberseite zwei Tasten zur Regelung der Lautstärke und vier Stationstasten, über welche ich die Lautsprecher auch ohne App steuern und bspw. einen voreingestellten Radiosender oder eine Playliste aufrufen kann.

Ich mag zum Beispiel trotz der inzwischen erheblichen geografischen Entfernung immer noch sehr gerne Radio 1 vom RBB. Diesen habe ich mir auf die erste Stationstaste gelegt.

Dazu wähle ich in der App Radio 1 in  TuneIn aus und halte dann eine der vier Tasten für einige Sekunden gedrückt, bis ein kurzer Signalton ertönt und schon ist der Sender gespeichert. Soweit so unspektakulär. Man kann diese Knöpfe allerdings mit allem belegen, was man möchte. Einzelne Songs, Alben oder Playlisten.

Dann funktioniert der One S auch komplet ohne Smartphone. Am Anfang war ich noch skeptisch und dachte, dass zumindest das Smartphone im gleichen WLAN-Netzwerk angemeldet sein muss. Aber das stimmt nicht. Ich habe mein Telefon sogar komplett ausgeschaltet, die Boxen neugestartet und hatte sofort Zugriff auf die eingestellten Radiostationen.

Wie klingt der Raumfeld One S?

Da ich mit mit der Technik in Lautsprechern überhaupt nicht auskenne, zitiere ich hier einmal den Pressetext:

Das 2-Wege-Koaxial-Anordnung des Raumfeld One S besteht aus einem langhubigen 90-mm-Tiefmitteltöner mit vorgesetztem 25-mm-Hochtöner und garantiert so eine fast punktförmige Schallquelle für sehr präzise und detaillierte Wiedergabequalitäten. Der Raumfeld One S erreicht trotz des kompakten Gehäuses erstaunlich tiefe Frequenzen für eine satte, bassstarke Wiedergabe. Zwei in die Seitenwangen eingelassene, 95 mm große Passiv-Bass-Treiber verleihen dem kleinen One S amtlichen Tiefbass. Dank des rauscharmen 50-Watt-Class-D-Verstärkers produziert der One S erstaunlich hohe, verzerrungsfreie Pegel.

Klingt alles sehr technisch, deswegen in meinen Worten: Die Soundqualität würde ich mit beeindruckend beschreiben – und zwar in jeder Hinsicht. Bei der ersten Hörprobe war ich ziemlich baff. Denn dass diese kleine Kiste mit den Massen 11 x 18 x 13 Zentimetern einen derart kraftvollen und dennoch sauberen Klang liefert, ist schon erstaunlich.

Der Bass hat mächtig Druck, die Höhen klingen klar und verzerren selbst bei hoher Lautstärke nicht. Der One S schafft es problemlos, unser knapp 30m² großes Wohnzimmer zu beschallen. Und wenn ich aufdrehe, stehen mit Sicherheit innerhalb von Sekunden die Nachbarn vor der Tür.

Der One S im Stereobetrieb

Für meinen Test wurden mir gleich zwei Geräte geliefert. In nur wenigen, einfachen Schritten lassen sich nämlich  zwei Raumfeld One S in den Stereobetrieb nehmen. In der Raumfeld App unter Einstellungen und Raumkonfiguration werden die beiden One S eingerichtet oder zu bereits installierten WLAN-Lautsprechern hinzugefügt.

Im Anschluss müssen die beiden One S einfach einem Raum zugeordnet und als All-In-One Lautsprecher installiert werden. Sind die beiden One S spielbereit, wird durch Auswahl des jeweiligen Speakers der linke bzw. rechte Kanal festgelegt und dem Stereoklang steht nichts mehr im Wege.

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Die Lautsprecher kommunizieren drahtlos miteinander, können gemeinsam über die App angesteuert werden und empfangen damit zur gleichen Zeit das entsprechende Audio-Signal, ohne Auswirkungen auf die Klangqualität. Bei der alten App kam es hier manchmal zu einer merkwürdig klingenden Verzögerung, welche dafür sorgte, dass die Musik im Laufe eines Albums immer mehr Hall bekam, bis ich den gerade laufenden Song neustarten musste, da er nicht mehr hörbar war. Soweit ich dies beurteilen kann, ist dieses Problem mit der neuesten Version der App aber verschwunden.

Gerade wenn die beiden Boxen als linker und rechter Kanal eingestellt sind, ergibt sich ein wunderbarer Raumklang. Für größere Räume bieten sich zwei Geräte als Ersatz für die klassische Stereoanlage an. Einziger Wermutstropfen für mich: Spotify erlaubt keinen Stereobetrieb.

Der Streaminganbieter aus Schweden ist aber sowieso ein Sonderfall, denn man kann die Boxen nur direkt aus der App via Spotify Connect ansprechen. Und wie gesagt: leider immer nur eine Box. Das ist wirklich schade und dämpft den insgesamt positiven Eindruck. Eine Erweiterung der Funktionalität ist aber für das letzte Quartal 2015 vorgesehen (Stand Mai 2015).

Fazit

So klein und doch so groß: Raumfeld hat mit dem One S ein sehr gutes Einsteigergerät im Programm, das mit einem Preis von 250 EUR preislich sehr attraktiv ist. Der Sound ist für die Größe phänomenal und die Bedienung der App geht leicht von der Hand.

Leichte Abzüge gibt es für die verbesserungswürdige Integration von Spotify. Aber daran wird ja offensichtlich gearbeitet. Abgesehen davon kannst du mit dem One S eigentlich nichts falsch machen.

Besonders interessant: du kannst die Lautsprecher 8 Wochen lang testen und bei Nichtgefallen kostenlos zurückschicken.


 

Ich verlose einen Raumfeld One S

Natürlich fragst du dich jetzt, warum ich hier so ausführlich einen Lautsprecher vorstelle. Oder besser: was du davon hast? Ich bin vom Raumfeld One S begeistert, und einen werde ich behalten. Den anderen allerdings, den werde ich verlosen. Das nimmt mir zwar die Möglichkeit des Stereobetriebs, aber damit kann ich gut leben, denn für meine Zwecke reicht ein One S völlig aus.

Es gelten meine Gewinnspielbedingungen.

Die Verlosung ist beendet. Gewonnen hat Constanze. Herzlichen Glückwunsch!

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Dieser Artikel und die Verlosung entstanden mit freundlicher Unterstützung durch Raumfeld.

7 KOMMENTARE

  1. Hey Nico
    Der One S hört sich richtig interessant an und wäre genau das richtige für mich grins…
    Bisher muss ich immer meinem PC an haben und über die PC Lautsprecher Musik hören. Den PC aus lassen zu können und nur das Handy zb zu nutzen um die Musik zu steuern wäre Mega. Direkt Musik an zu schalten wenn ich nach Hause komme oder warten zu müssen bis der PC ist… man das wäre so schööön.
    Ohne Musik macht das Leben ja keinen Spass… hier läuft sie eigentlich immer… Der Ramfeld One S würde mir das Musik hören erleichtern und garantiert stndig laufen grins…
    Mail geht sofort raus 🙂
    Daumen sind gedrückt 🙂

  2. Ich hatte vor vielleicht 10-12 Jahren das Concept e Magnum 5.1 Set in meinem damaligen Jugendzimmer stehen. Heute wohne ich schon seit mehreren Jahren mit meiner Freundin in unser gemeinsamen Wohnung und kann aus rücksicht auf die Nachbarn ein solches Basswunder leider nicht mehr aufstellen. Aber man wird im Alter ruhiger und schätzt eine kleine, dafür aber glasklar klingende Box viel mehr als früher 🙂

  3. Sehr schöner Beitrag zum Raumfeld One S. Ich selbst habe die Raumfeld Stereo M Boxen zur Beschallung des Wohnzimmers im Einsatz und bin absolut begeistert vom Sound. Die App Steuerung ist wie ich finde auch auf der Höhe der Zeit, andere Hersteller sollten sich da eine Scheibe abschneiden.
    Abgesehen von einem kleinen Problem beim Update der App (wo aber der Support gleich geholfen hat), hab ich nur Positives zu berichten und bin sehr verleitet mir endlich den One S zu besorgen… es gibt noch so viele Räume ohne Musikbeschallung 😉

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