Ihr interessiert euch für einen Streaming-Anbieter? Ihr wisst aber nicht genau, für welchen ihr euch entscheiden sollt? Ich bin der Meinung, dass es keinen großen Unterschied macht, welchen ihr wählt.

Wie ihr sicherlich wisst, bin ich neugierig. Gerade was neue Services oder Musikangebote angeht. Seit Jahren benutze ich Spotify und bin vom Musikstreaming begeistert. Aber: der schwedische Anbieter ist nicht allein. Napster, Simfy, AMPYA, WimP, Juke, rdio oder Deezer heißen die Nebenbuhler um die Gunst der deutschen Musikhörer. Neben Spotify teste ich auch immer wieder rdio und Deezer. Ich wollte schon lange einen richtig ausführlichen Vergleichstest schreiben, mit Unterschieden, Vorzügen, technischen Hintergrundinfos und und und. Nur: es ist inzwischen so dermaßen langweilig geworden, einen Streaming-Service zu benutzen, dass ich einen Test als überflüssig empfinde. Dennoch möchte ich noch ein paar Sätze dazu schreiben und ein paar Sachen erwähnen, die mir aufgefallen sind.

Das Angebot

Alle drei Services bieten euch Millionen von Songtiteln an. Deezer spricht von 35 Millionen, rdio von über 20 Millionen und Spotify von Millionen und Abermillionen (es dürften knapp über 20 Millionen sein). Ihr könnt euch grundsätzlich zwischen zwei Angeboten entscheiden: beim kostenlosen Zugang bekommt ihr Zugriff auf den kompletten Katalog, allerdings wird euer Musikgenuss von Werbeeinblendungen unterbrochen. Das klingt dann ein wenig so wie Werbung im Radio (nur nicht ganz so lang). Außerdem seid ihr nicht ganz frei in der Wahl eurer Musik, denn ihr könnt zum Beispiel nur im Zufalls-Modus hören. Wie sich die Gratisangebote genau unterscheiden, erfahrt ihr am besten bei den Anbietern direkt.

Wollt ihr die komplette Freiheit und eure Musik auch unterwegs genießen, so sind bei allen drei Anbietern 9,99 € fällig. Dafür bekommt ihr den Vollzugriff und könnt euch die Songs herunterladen, um sie auch ohne Datenverbindung zu hören. Ihr könnt euch außerdem eine Sammlung mit kompletten Alben anlegen. Das sieht dann so ähnlich aus wie eine lokale Musiksammlung auf eurem Computer (z.B. wie in iTunes).

Im Laufe der letzten Monate habe ich festgestellt, das die Apps ziemlich gut funktionieren. Als Testgerät benutze ich ein Samsung Galaxy S3. Auf diesem Gerät konnte ich meine Musik ohne Einbußen hören, und ein Unterschied zwischen MP3s auf der SD-Karte und lokal gespeicherten Streaming-Dateien ist in der alltäglichen Benutzung quasi nicht existent. Auch am Rechner funktioniert alles einwandfrei.

Unterschiede

Dennoch sind mir einige Kleinigkeiten aufgefallen, die ich hier kurz auflisten möchte.

  • Spotify scheint den umfangreichsten Katalog zu haben, zumindest für „meine“ Musik; es gab beim konvertieren unterschiedlichster Playlisten immer wieder Lücken bei Deezer und rdio
  • Deezer hat keine eigene Software für die stationäre Nutzung, der französische Anbieter setzt voll auf HTML 5, was gut funktioniert
  • rdio sieht sowohl auf dem Desktop als auch auf dem Smartphone am Besten aus, wenn man auf minimale Interfaces steht
  • die Software von rdio ist sowohl am Rechner als auch mobil gefühlt die langsamste
  • Deezer nimmt sich heraus, andere Musikplayer zu blockieren (ist Deezer bei Android noch irgendwo aktiv, unterbricht es in regelmäßigen Abständen die Musikwiedergabe von z.B. Google Music)
  • rdio bietet Streaming in Reinkultur, denn die eigenen Musiksammlung kann nicht in das Erlebnis integriert werden
  • Spotify lässt euch lokale Musik ganz einfach über dasselbe Interface anhören, auch Playlisten sind möglich
  • Deezer bietet die Möglichkeit, die eingenen MP3 auf deren Server hochzuladen, was ich persönlich für ein überflüssiges Feature halte

Ich für meinen Teil bin nach einem kurzen Exklusivausflug zu Deezer wieder bei Spotify gelandet, denn die Schweden bieten für mich einfach das gelungenste Gesamtpaket. Der Katalog ist gefühlt der umfangreichste, die Technik scheint am ausgereiftesten und ich habe mich in den letzten Jahren einfach an die Software gewöhnt. Aber auch rdio und Deezer bieten ein tolles Musikerlebnis, die Unterschiede sind eher marginal.

Plattformen

Hier noch eine kurze Auswahl der Plattformen und Betriebssysteme, auf denen die drei Streaming-Angebote laufen.

  • Spotify: Mac OS, Windows, iOS, Android, Windows Phone, Kindle, Blackberry, Symbian, Audiosysteme: Sonos, Boxee Box System, Logitech Squeezebox, Teufel Raumfeld, Parrot, Smart TV: Samsung, Philips, LG.
  • Deezer: Mac OS, Windows, iOS, Android, Windows Phone, Blackberry, Audiosysteme: Sonos, Logitech Squeezebox, Smart TV: Samsung, Philips, LG, Panasonic.
  • rdio: Mac OS, Windows, iOS, Android, Windows Phone, Blackberry, Audiosysteme: Sonos.

Übersicht

Deezer

  • 9,99 € im Monat
  • 35 Millionen Songs
  • bis zu 320Kb/s
  • Musik offline
  • Kostenlos: Werbung, keine Offline-Funktionalität, geringere Soundqualität
  • Zur Webseite

Spotify

  • 9,99 € im Monat
  • 30 Millionen Songs
  • bis zu 320Kb/s
  • Musik offline
  • Kostenlos: Werbung, keine Offline-Funktionalität, geringere Soundqualität, nur Radio, Vorspulen limitiert, Shuffle
  • Zur Webseite

rdio

  • 9,99 € im Monat
  • 30 Millionen Songs
  • bis zu 320Kb/s
  • Musik offline
  • Kostenlos: Werbung, keine Offline-Funktionalität, geringere Soundqualität, nur Radio, Vorspulen limitiert
  • Zur Webseite

Und am Ende natürlich der obligatorische Hinweis: unterstützt die Künstler bitte weiterhin durch andere Kanäle. Denn durch die Ausschüttungen der Streaminganbieter können diese momentan (noch) nicht überleben. Mehr dazu auch in meiner Reihe Spotify: Fluch oder Segen?

Ich hoffe, ich konnte dir mit diesem Vergleich ein wenig helfen.

18 KOMMENTARE

  1. Ich bin ja auch immer noch sehr von Spotify überzeugt und denke auch, dass die anderen Kandidaten den Schweden noch nicht ganz das Wasser reichen können. Allein die vielen ins Programm integrierten Apps sorgen dafür, dass ich ungern umsteigen würde, denn die anderen bieten sowas nicht.

    Im Vergleich zu meinem für MP3s geliebten Foobar 2000 kann der Player von Spotify in Sachen Verwaltung der Musik natürlich lange nicht mithalten, aber das können die anderen genau so wenig. Ein großer Wunsch wäre da an sich nur noch, dass entweder die Spotify-Entwickler selbst ihren Player um ordentliche Verwaltungs- und Verfolgungsmöglichkeiten der am liebsten gehörten Bands erweitern oder dass es bald umfangreichere Dritt-Anbieter-Lösungen dafür gibt. Eine brauchbare API hat Spotify dafür ja eigentlich.

    • Stimmt, die Apps sind auch so ein Punkt, bei dem Spotify die Nase vorn hat. Deezer hat vor ein paar Monaten allerdings ebenfalls damit begonnen. Das Angebot ist dort aber noch überschaubar.

  2. Das Problem bei spotify unlimitedt (das 4,99 Angebot) sehe ich aber darin, dass das nur eine verschlechterte Soundqualität liefert im Vergleich zu Spotify Premium; das ist bei Deezer nicht der Fall! Und ich bilde mir ein, mit einer guten Ausrüstung hört man bei Spotify auch die Unterschiede. Und ich will nicht schlechter behandelt werden wenn ich auch zahle, das sehe ich nicht ein.

  3. Unlimited: 160 kbps quality, without ads, you can listen unlimited on your PC.

    Premium: 320 kbps quality, without ads, offline mode, mobile listening. No limitations in time

  4. bei spotify unlimited bekommst man nur 160 kbps, bei spotify Premium hingegen 320. Ich weiß nicht ob ich mir das einbilde oder nicht, aber ich höe mit meinen sennheiser hd 650 Kopfhörern da Unterschiede raus…Und selbst wenn es nur Einbildung ist, ich finde es nicht ok, den 4,99 euro Nutzern schlechtere Soundqualität zu geben. Der entscheidende Unterschied von unlimited zu Premium besteht ja darin, dass ich Premium auch mobil nutzen kann. Deshalb nutze ich lieber Deezer, da ich das ganze ohnehin nur stationär am PC und Lap nutzen möchte, die ich an meine Hifianlage angeschlossen habe. Unterwegs brauche ich das nicht.

    • Kein Problem. Du hast recht, Deezer bietet auch für Premium-Kunden 320 kbps an. Ist mir bisher so nicht bewusst gewesen, das es das zwischen den beiden Anbietern diesen Unterschied gibt.

      • Es gibt in der spotify-Software so eine Funktion, da kann man „verbesserte Soundqualitiät“ einstellen, so nennt sich das glaube ich. Das funktioniert aber nur, wenn man ein Premium-Abo hat. Das war damals für mich der wesentliche Grund, warum ich mein Testabo bei den Schweden nicht verlängert habe. Aber ich glaube, das fällt vielen Nutzern nicht auf. Würde ich spotify einfach nur über meinem PC nutzen (also über simple PC-Lautsprecher), dann wäre es mir sicher auch nicht so wichtig. Darüber wird man kaum Unterschiede raushören.

      • Von dieser Thematik mal abgesehen: Ich bin durch Zufall auf deinem Blog gestoßen, und ich finde den Klasse! Wollte ich nur mal gesagt haben.

  5. Nachdem ich jetzt über ein Jahr Simfy benutzt habe, bin ich vor einem Monat zu Spotify gewechselt, weil mir die mobile Variante besser gefallen hat. Außerdem ist die Social Media Interaktion (Playlists mit anderen Teilen, Freunden folgen) wesentlich besser.
    Wenn man aber nun Simfy gewöhnt ist, wird man einiges auf Spotify vermissen, wie zb die Suche nach Genre. Entweder ist sie mir bisher entgangen oder sie existiert tatsächlich nicht. Des weiteren fehlt auch generell die Sortierung nach Genre. Bei Simfy konnte man sich in jedem Genre Empfehlungen und Neuerscheinungen anzeigen lassen.
    Auch schade ist, dass man auf dem Desktopplayer von Spotify keine Künstlerbeschreibung sehen kann. Mag nicht das wichtigste Feature sein, aber gerade auf einer Plattform die man zum Entdecken von Künstlern nutzen kann, sollten wenigstens Kurzbeschreibungen vorhanden sein. Allerdings kann man durch integrierte Apps das Problem auch beheben.
    Ich finds gut, dass du mal die anderen Plattformen auch unter die Lupe genommen hast. Ich selbst hatte noch keine Zeit, aber habe durch deinen Bericht schon mal eine erste Übersicht bekommen.

    • Also einige der Kritikpunkte lassen sich aber lösen! Nach Genre suchst du z.B. über „genre: Rock“ (ohne Anführungszeichen). Das selbe geht auch mit anderen Dingen wie dem Erscheinungsjahr („year: 2013“), Künstler („Artist: Muse“) etc.

      Eine Empfehlungsliste nach Genre selbst gibt es leider wirklich nicht, aber da helfen auch einige der in Spotify integrierten Apps ein wenig nach, die einem z.B. Empfehlungen passend zum eigenen Geschmack vorstellen etc.

      Was die Künstlerbeschreibung angeht: Einfach auf den Künstlernamen klicken, um auf dessen Seite zu kommen und da dann auf „Biografie“. Sehr unbekannte Bands haben manchmal keine, aber meistens findet man da schon ein paar Infos. Nett ist auch die Anzeige der ähnlichen Künstler, über die ich z.B. schon viele tolle Bands entdeckt habe!

  6. Ich überlege ob ich mir Deezer hole da ich bei Vodafone bin und ausschließlich mobile Musik höre allerdings gefällt mir die App nicht da finde ich spotify besser nur leider wird mir da der Traffic berechnet

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