Seitenwechsel #32: Alien Hand Syndrome

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Hinter dem etwas befremdlichen Pseudonym Alien Hand Syndrome (benannt nach einer neurologischen Störung) verbirgt sich der in Wien lebende oberösterreichische Multinstrumentalist Clemens Engert, der im Herbst letzten Jahres mit „Slumber“ sein zweites Album vorlegte. Die Musik Engerts erinnert mich von der Herangehensweise ein wenig an Konstantin Groppers Get Well Soon und gefällt mir richtig gut. Ich fasste mir ein Herz und fragte ihn, ob er Interesse an einem Seitenwechsel hat. Weiterlesen

nicoSeitenwechsel #32: Alien Hand Syndrome

Seitenwechsel #31: Plumes

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Plumes aus Kanada sind eine der wenigen Bands, in denen klassisch gebildete MusikerInnen sehr guten Pop spielen. Und das trotz ihrer Ausbildung relativ unbeschwert und leichtfüßig. Als Referenzen seien Sufjan Stevens, die Dirty Projectors, Björk oder auch Efterklang genannt. Aktuell präsentiere ich ihre Deutschland-Tour, und da passt es meiner Meinung nach ganz gut, wenn sie uns ein wenig vom Leben als Musiker erzählen. Viel Spaß bei diesem sehr interessanten Einblick! Weiterlesen

nicoSeitenwechsel #31: Plumes

Seitenwechsel #30: Electric Ocean People

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Aus Hamburg stammen die Electric Ocean People, und sie spielen wundervolle Musik: elektronische Loops und Klangkollagen gepaart mit Elementen von Trompeten und Klavier und dazu die bezaubernde Stimme von Julia Weber. Das bei dieser Musik schon Vergleiche mit Björk und The Notwist gefallen sind, ist absolut nachvollziehbar. Am 25. April 2014 veröffentlichen Electric Ocean People ihr zweites Album “Foam”, und damit sie den Musikliebhabern unter uns auch ein haptisches Erlebnis bieten können, haben sie eine Crowdfunding-Kampagne gestartet, um eine Vinylpressung zu finanzieren. Da ich ihre Musik wie gesagt ganz wundervoll finde, bin ich natürlich auch daran interessiert, welche Sicht die Hamburger Musiker auf die aktuelle Lage der Musikindustrie haben. Viel Spaß bei diesem sehr interessanten Einblick!

Electric Ocean People:
Wohin führt der Weg der Musikindustrie? Stirbt die CD? Stirbt das Album? Ist das Streaming der Tod oder die Beatmungsmaschine der Industrie? Und ist es heutzutage unmöglich, mehr als nur ein kurzatmiges Youtube-Phänomen zu sein, um dann wieder in der Versenkung zu verschwinden? Weiterlesen

nicoSeitenwechsel #30: Electric Ocean People

Seitenwechsel #29: TWISK

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Wer hier schon länger mitliest, der kennt mit Sicherheit meine Artikelserie “Seitenwechsel”. Der letzte Beitrag in dieser Reihe erschien bereits vor eineinhalb Jahren, und das ist definitv zu lang. Wer mit den Hintergründen nicht vertraut ist, für den gibt es am Ende des Artikels eine kurze Erklärung.

Heute präsentiere ich die Sichtweise von TWISK, einem Hamburger DUO, über welches das Soundkartell schreibt: TWISK bricht bewusst mit den üblichen Strukturen wie von Strophe, Refrain und dann nochmal alles von vorne. Dadurch schaffen sie auf natürliche Art und Weise Ecken und Kanten in ihrer Musik, die uns unvermittelt klar machen, wie verwöhnt wir von kantenlos, ungefährlich wirkenden Songstrukturen geformt wurden.

TWISK

Lennart: Ich wünsche mir, dass unsere Musik gehört wird. Warum sie allerdings gehört werden könnte, ja sollte, darüber bin ich mir nicht immer im Klaren. Da schwanke ich zwischen verschiedenen Antworten. Weiterlesen

nicoSeitenwechsel #29: TWISK

Seitenwechsel #28: Binoculers

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Hinter Binoculers steckt die Hamburgerin Nadja Rüdebusch, die ihre Musik schlicht als zeitlosen aber modernen Folk bezeichnet. Am 2. November erscheint ihr neues Album “There Is Not Enough Space In The Dark” auf dem neugegründeten Hamburger Label Insular. Ich durfte es mir schon anhören und kann nur sagen: ihr solltet euch unbedingt die Zeit nehmen, diese kleine Album-Perle für euch zu entdecken. Dermaßen angefixt nahm ich Kontakt mit Nadja auf, um sie zu fragen, ob sie eventuell Zeit und Lust hätte, für mich ein paar Zeilen zu schreiben. Hatte sie. Vielen Dank dafür, Nadja! Aber jetzt lasse ich sie selber zu Wort kommen.

Nadja Rüdebusch (Binoculers)
Mein Geld mit „Musik“ verdient hatte ich schon einige Jahre lang. In einer Musikschule zeigte ich kleinen und großen Menschen ein bisschen was vom Gitarrenzupfen und Singen und fand mich unzählige Stunden in einer Gruppe von kleinen Zwergen wieder, die es liebten an Rasseln und SM58 Mikrofonen zu lutschen. Es war ein sicherer und angenehmer Job aber dennoch zog es mich hin zu dem, was ich sowieso die restliche Zeit meines Lebens tat. Ich wollte mich voll und ganz dem Konzerte spielen widmen, durch die Lande ziehen mit den Platten, die ich aufgenommen hatte, darin völlig flexibel sein und frei, niemals an einen festen Termin gebunden.

So ganz verstanden habe ich das nicht.
Ich beobachtete mein Netzwerk und mich selbst darin einige Jahre lang. Es schien sehr effektiv zu sein, sich die Nächte an bestimmten Orten zwischen bestimmten Leuten um die Ohren zu schlagen, oder vom Sandkistenzeitalter an mit genau diesen Leuten bestens befreundet zu sein. So ganz verstanden habe ich das nicht. Es ist anscheinend auch sehr hilfreich, es irgendwie zu schaffen, den Telefonhörer in die Hand zu nehmen, anstatt sich auschließlich der Tastatur zu widmen, wenn es darum geht, Konzerte zu buchen. Oder wie wäre es damit, sich musikalisch dem Tanzdrang des Publikums ein bisschen mehr anzupassen, up-Tempo Songs schreiben, mit flotten Beats unterlegt, und in der Muttersprache bitte. Bereits bevor ich alle sicheren Zelte abbrach, war mir schon bewusst, dass ich mit all dem nichts zu tun haben wollte oder nicht konnte.

Nachdem ich meinen Musikschuljob gekündigt hatte, tourte ich ein Jahr lang so intensiv und uneffektiv wie nie zuvor. Ich lernte ein paar europäische Länder besser kennen, als ich sie als Tourist je hätte erleben können und das war immerhin sehr inspirierend. Manchmal gab es sogar einen Pool oder einen Golfplatz in einem 5* Hotel. Andererseits Kälte und düstere Orte, wenig Schlaf und zu viel Wodka, Einsamkeit und einen fertig gestrickten Schal. Danach wusste ich nicht mehr, ob ich überhaupt noch Musik machen wollte.

Ich verbrachte in einem Loch sitzend meinen Sommer in Hamburg in meiner Wohnung. Der Sommer war verregnet und kalt, ich schrieb viele Songs, die irgendwie alle raus wollten. Das war auch eine sehr schöne Zeit, die ich mir nahm, und mein Bedürfnis, konstant auf Tour sein zu wollen, um meine Präsenz als Musikerin zu halten, war sehr klein geworden. Und das war gut. Ich fasste wieder neue Kraft für neue Konzerte. Diesmal überlegte ich zweimal, bevor ich eines zusagte, schaute lieber noch einmal bei Google Maps nach und fand einige Distanzen tatsächlich zu groß und einige Bedingungen zu schlecht. So lässt es sich mittlerweile sehr viel angenehmer touren und ich habe gemerkt, dass weniger mehr sein kann. Die Definition davon, von meiner eigenen Musik zu leben ist seither ein bisschen anders. Anfangs ging es sehr viel darum, mir selbst etwas beweisen zu wollen. Alles kam anders und immer viel weniger glamorös als erträumt. Trotzdem gibt und gab es neben den Enttäuschungen viele großartige Konzerte, Momente, Begegnungen und Orte.

So ist nun gerade eine Phase in meinem Leben angebrochen, in der ich voller Hoffnung einem wieder gesund gewordenen DIY Gefühl entgegenblicke.

Das kleine Musikuniversum, in dem ich lebe, hat im Laufe der letzten Jahre sehr viel dazu gewonnen. Manchmal erscheint es mir wie ein unendlich großer Raum mit unbegrenzten Möglichkeiten, in dem ich mich fortbewege. Ich treffe andere Musiker und merke, dass auch sie sich ein kleines Universum geschaffen haben. Man tauscht sich ein bisschen aus und kann für eine Weile voneinander lernen. Dann schlüpft man wieder in sein eigenes Universum hinein und geht weiter seinen Weg. Irgendwie geht es immer weiter und vielleicht auch immer ein bisschen leichter. Und trotz dem sich oft einschleichenden Gefühl der Belanglosigkeit der eigenen Musikerexistenz im Überangebot der virtuellen Welt des World Wide Web werden ja doch immer wieder neue Songs geschrieben, die irgendwie anders sind, als alle, die es schon vorher gab.

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Was soll das hier? Wir sitzen auf der einen Seite. Wir haben Zugriiff auf Millionen von Songs bei Streaming-Anbietern wie Spotify, Simfy, Deezer, Rdio. Wir kaufen die ein oder andere Platte oder bezahlen für einen Download. Wir gehen auf Konzerte, kaufen Merchandise-Artikel und bezeichnen uns als Fans. Wir lesen Blogs, wir kennen die Hype Maschine und diverse Onlinemagazine. Und, wenn wir ehrlich sind, dann laden wir auch das eine oder ander Musikstück illegal herunter. Das ist unsere Seite. Und auf der anderen Seite sitzen die Musiker. Denn die Musikindustrie ist genau genommen nur der Vermittler. Sicherlich ein wichtiger Vermittler, der eine Menge falscher Entscheidungen getroffen hat und trifft, und den man mitunter auch verachten kann. Aber auf der anderen Seite sitzt meines Erachtens der Künstler. Und dessen Meinung zur aktuellen Lage der Industrie geht in meinen Augen sehr oft einfach unter. Dabei wäre es doch gerade interessant zu erfahren, wie Musiker heutzutage leben, womit sie ihr Geld verdienen, wieviel Herzblut mit jedem nicht verkauften Album verloren geht, wie anstrengend das dauernde Touren ist, woher das Durchhaltevermögen kommt, warum man sich das überhaupt antut.

Und aus diesem Grund möchte ich die Musiker fragen. Ich bitte ausgesuchte Künstler, auf meinem Blog ihre Meinung kundzutun. Ihre Meinung zu Fans, zu illegalen Downloads, zu ihrem Arbeitsumfeld, ihrer Lebenssituation, der Musikindustrie, dem Musikerdasein. Dabei sind sie in Form und Inhalt völlig frei. Ob das nun ein kurzes Statement ist oder ein Kurzroman, ich mache keine Vorgaben.

nicoSeitenwechsel #28: Binoculers

Seitenwechsel #27 – Tending to Huey

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Vor etwas über einem Monat stellte sich eine Band via E-Mail bei mir vor: Wir sind TENDING TO HUEY aus Würzburg. Und immer wenn ich Zeit habe, höre ich mir die Musik der jeweiligen Künstler an. So auch in diesem Fall. Die Songs hatten was. Ich zögerte also nicht lange und platzierte ihren Song “Micromastia” in einer Wolkig…-Ausgabe. Und wie bei fast jeder interessanten Band aus Deutschland fragte ich an, ob vielleicht Interesse besteht, einen kleinen Einblick in den Alltag einer kleinen, noch unbekannten Band zu geben. Nach ein paar E-Mails war es dann soweit: ein toller Artikel liegt vor mir, der mir wieder einmal zeigt, das es da draußen immer noch Begeisterung und Herzblut gibt. Viel Spaß beim Lesen! Weiterlesen

nicoSeitenwechsel #27 – Tending to Huey

Seitenwechsel #26 – Death Rattle

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Death Rattle

Meine absoluten Lieblingsbeiträge hier im Blog stammten nicht von mir. Sondern von Musikern, die fragte, ob sie nicht Lust hätten, ein wenig über Ihren Alltag zu schreiben. Das Ganze nannte ich damals Seitenwechsel; eine nähere Erklärung dazu findet ihr am Ende des Artikels. Mit der PDF-Ausgabe erklärte ich diese Serie quasi für beendet, aber da ich nicorola jetzt weiterführe, gibt es eigentlich keinen Grund, nicht auch diese Reihe weiter zu führen.

Den Neuanfang macht das Duo Death Rattle aus London, deren Wahnsinnstrack “Do As You Please” ich hier abfeierte. Nach einer kurzen Reaktion auf Twitter dachte ich mir: frag doch mal nach, ob sie Lust haben. Hatten sie. Weiterlesen

nicoSeitenwechsel #26 – Death Rattle