Bei The World Is A Beautiful Place And I Am No Longer Afraid To Die handelt es sich um eine Emo-Indie-Rock-Band aus Willimantic in Connecticut. Die acht (neun?) Mitglieder der Band schreiben ihre Songs gemeinsam und vier von ihnen teilen sich den Gesang. Mich erinnert die Musik stellenweise an die Los Campesinos. Soviel zur ungefähren Einordnung.

Ihr Debütalbum „Whenever, If Ever“ aus dem Jahr 2013 wird an vielen Stellen als eines der wichtigsten Alben des Emo-Revivals bezeichnet. Da ich dieses Album bisher nicht kenne, kann ich dir leider nicht sagen, ob ich dieser Einschätzung folge. Was ich dir allerdings sagen kann: „Harmlessness“ ist ein verdammt großartiges Album.

Durch geschickte Übergänge wirken die 53 Minuten dieses Albums wie ein einziger Sog, eine in epischer Breite vorgetragene Geschichte. The World Is A Beautiful Place And I Am No Longer Afraid To Die sprechen düstere Themen wie Depression, Angst und Hoffnungslosigkeit an, verpacken diese aber in wundervolle Melodien und mitreißende Arrangements.

Jede Minute dieses Albums ist auf ihre Weise überzeugend, von der Laut-Leise-Dynamik bei “Rage Against the Dying of the Light”, welches direkt in das wuchtige „Ra Patera Dance“ übergeht, bis hin zu den abschließenden, verwirrten Tönen des letzten Songs „Mount Hum“ . Das von Selbstzweifeln zerfressene „Mental Health“ ist ein zärtliches Stück (mit Banjo!) für alle, die mit sich selbst hadern:

You are normal and healthy to forgive yourself … Don’t worry if what you say is a quote from older days / When in doubt, just look it up; or when in real doubt, look around you and stop crying.

Are you Diana, The Hunter?

Das zentrale Stück dieses Albums ist für mich allerdings das auf einer wahren Geschichte basierende “January 10th, 2014”. Es geht um „Diana, Hunter of Bus Drivers“, einer unbekannten Frau, die in Ciudad Juarez (Mexiko) zwei Busfahrer erschoss. Diese mörderische Tat war die Antwort auf jahrelange Vergewaltigungen, Morde und Entführungen. Diese tragische Geschichte verpacken The World Is A Beautiful Place And I Am No Longer Afraid To Die in einen aufwühlenden Song mit abwechselndem Gesang, wundervollen Melodien und wuchtigen Riffs.

Are you Diana, The Hunter?
Are you afraid of me know?
Well yeah, shouldn’t I be?

Ich fühle mich beim Hören dieses Albums ein wenig wie damals, als ich The Appleseed Cast mit “Peregrine” für mich entdeckte. Und das ist ein sehr gutes Zeichen.

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