Bilderbuch sind die Band der Stunde. Schon 2014 war ein Jahr wie aus dem Bilderbuch für die Band aus Wien. 2015 ist das Jahr, in welchem die vier Musiker durchstarten. Das Ende Februar erschienene dritte Album Schick Schock steht in Deutschland auf Platz 14 der Albumcharts, in ihrem Heimatland Österreich gar auf Platz 1.

Der Sound auf Schick Schock klingt rebellisch, spielt mit den Genres und klingt dabei frisch und weder weichgespült noch überproduziert. Und fast alle sind sich einig: Bilderbuch sind cool und sexy, ohne schmierig zu sein. Aber wie bringen sie diese Coolness auf die Bühne? Ich war gestern Abend im Salzburger Rockhouse, um die Frage für mich (und natürlich auch für euch) zu beantworten.

Im Vorprogramm spielte die sicherlich großartige israelische Songwriterin Adi Ulmansky, die ihre Songs mit Laptop und Sampler vortrug. Sicherlich großartig schreibe ich deshalb, weil der Funke zu mir nicht so recht überspringen wollte.

Deswegen gleich zu Bilderbuch, die vor einem großen goldenen Schirm auftraten.Der Andrang war groß, das Konzert von Bilderbuch – das erste Mal in Salzburg, wie auch Sänger Maurice Ernst stolz erwähnte – ausverkauft.

Auf der Bühne: eines der geschmacklosesten Hemden der Indie-Rock-Geschichte, kombiniert mit einer schwarzen, schlabbrigen Jogging-Hose und strubbeligen, blondierten Haaren. Neben Rampensau Maurice Ernst verblassten seine drei Mitstreiter am Anfang ein wenig, was sich im Laufe der folgenden knapp 90 Minuten aber ändern sollte.

Soweit ich das verfolgen konnte, spielte die Band alle Songs ihres aktuellen Album so wie drei oder vier ältere Stücke (u.a. Kopf ab, unten). Sie spielten befreit auf und hatten das Publikum von Anfang an im Griff. Maurice Ernst flirtete mit dem Publikum, animierte zum Mitsingen, entlockte den Gigolos im Publikum laute Bestätigungsrufe und die Antwort auf die Frage „Willst du meine Frau werden?“ (Maschin) wurde aus hunderten Kehlen mit einem lauten YEAH! beantwortet.

Im Laufe des Konzerts zog Gitarrist Michael Krammer immer mehr Blicke auf sich, denn er hatte genug Zeit und Raum, um sein Können ausgiebig unter Beweis zu stellen. Er und seine Kollegen waren sich nicht zu schade, langen Soli den nötigen Platz einzuräumen. Dass er die Gitarre zweitweise hinter dem Rücken spielte, war eigentlich abzusehen. Richtig großartig war dann sein schichtweiser Aufbau des letzten Songs des Abends: OM. Hut ab!

Ich war am gestrigen Abend genauso begeistert wie alle anderen Konzertbesucher und kann nur jedem von euch an Herz legen: versucht euch die Band während ihrer Tour durch Österreich und Deutschland anzuschauen. Da viele Konzerte schon ausverkauft sind, wird das natürlich schwer, aber der Versuch lohnt sich!

14.03.15 // Linz, Posthof (SOLD OUT)
18.03.15 // Erlangen, E-Werk
19.03.15 // München, Strom (SOLD OUT)
20.03.15 // Berlin, Astra (SOLD OUT)
21.03.15 // Leipzig, Täubchenthal
22.03.15 // Hamburg, Mojo (SOLD OUT)
23.03.15 // Hannover, Faust
25.03.15 // Stuttgart, Wagenhallen (SOLD OUT)
26.03.15 // Köln, Stollwerk (SOLD OUT)
27.03.15 // Frankfurt, Zoom (SOLD OUT)
29.03.15 // Heidelberg, Halle 02
30.03.15 // Münster, Sputnikhalle
01.04.15 // Wien, Arena (SOLD OUT)
18.06.15 // Wien, Arena Open Air

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