Ich habe es ja bereits mehrfach zugegeben: zu Wanda und ihrer tollen Musik bin ich erst relativ spät gestoßen. Aber da ich mich verspätet in die Schlange der Begeisterten eingereiht habe, kann ich mich natürlich früher über den Nachschub in Form des neuen Albums „Bussi“ freuen.

Oans, zwoa, drei, via – es ist so schön bei dir!

Schon beim ersten Durchlauf ist klar: es ist immer noch genauso schön wie bei „Amore“. Schon der Opener „1,2,3,4“ ist ein gelungener Hit, schnörkellos und mit wunderbar einfachen Bildern wie „Ich kann dich nackt und wunderschön von hier aus sehen, ich will mir dir in deinem Schlafgewand am Fenster stehn“. Diese Mischung aus The Libertines, Adriano Celentano und österreichischem Charme zündet auch auf dem zweiten Album.

Auch das folgende „Meine beiden Schwestern“ ist ein kleiner Hit, der sich den ganz großen Refrain allerdings verkneift. Ganz anders „Buss Baby“. Dieser simple Song bedient sich musikalisch und textlich offensichtlich am kompletten ersten Album, aber wie er das macht, das ist die große Kunst.

Mein persönliches Highlight ist aber das fluffig instrumentierte, aber dennoch wunderbar melancholische „Gib mir alles“. Spätestens mit den im Refrain einsetzenden Streichern hatte mich dieser Song. Es geht munter und verspielt weiter. Im Zentrum der faszinierende Gesang von Marcus Michael Wanda, welcher sehnsuchtsvolle Slogans mit der Flasche in der Hand und der Fluppe im Mund intoniert. Ganz lässig in brauner Lederjacke gekleidet. Is eh kloar.

Eigentlich gibt es auf „Bussi“ keinen richtigen Durchhänger. Es gibt Songs, die mich nicht so richtig packen („Mona Lisa der Lobau“, „Lieber dann als wann“), aber das ist Geschmackssache. „Bussi“ ist die perfekte Fortführung von „Amore“. Zwar ohne „Bologna“, dafür aber mit ein paar anderen Hits. Oder um es mit den Worten der Band zu sagen:

„Unser neues Album im Oktober wird nicht so brillant wie Amore. Wird sich aber besser verkaufen.“  (via)

Ob da jetzt ein Augenzwinkern dabei war oder nicht, dass musst du entscheiden.

8/10

5 KOMMENTARE

  1. Bei 1,2,3,4 hab ich mich wohl sensationell verhört!

    Hab aus

    „Ich kann dich nackt und wunderschön von hier aus sehen, ich will mir dir in deinem Schlafgewand am Fenster stehn“

    „Ich kann dich nackt und wunderschön von hier aus sehn, ich will mir dir in einem schwarzen Kreis aus Opium stehn“

    gemacht.

    Fand meine Version irgendwie spannender. 😉

  2. Celentano, Pete Doherty sind auch meine Assoziationen! Liegen bei Wanda aber auch praktisch auf der Hand. Klasse zweite Platte, wird bei mir noch lange, lange in Dauerschleife laufen. Weckt hier im Berliner Exil bei mir Sehnsucht nach Österreich.

    • Ist schon irgendwie lustig, dass ich als Ex-Berliner in Österreich wohne und es bei dir genau anders herum ist 🙂

      Im Übrigen teile ich deine Einschätzung mit der Dauerschleife.

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