Hinter dem kuschelig-gruseligen Bandnamen Warm Graves versteckt sich ein Trio aus Leipzig. Sie nennen ihren durchaus eigenständigen Stil Sci-Fi-delic-Rock und liefern mit ihrem Debütalbum „Ships Will Come“ ein Konzeptalbum ab, welches sich inhaltlich eng mit dystopischer Science-Fiction-Literatur verknüpft sieht (Anmerkung: Eine Dystopie ist eine Geschichte, die in einer fiktiven Gesellschaft spielt, die sich zum Negativen entwickelt hat.).

Die sieben Songs auf „Ships Will Come“ entfalten eine dem Post-Rock ähnliche atmosphärische Stimmung , die von einer orgelnden Soundwand und von treibender Percussion vorangetrieben wird. Diesem dicht gewobenen Soundgewand steht ein aus der Ferne schallender Chor gegenüber, welcher mit sakraler Inbrunst die Rolle des Leadgesangs übernimmt. Die Songs erzeugen eine unterschwellige Spannung und blenden ineinander über, so dass das Album eher wie ein ganzheitlicher Körper denn als Ansammlung einzelner Songs wirkt.

„Ships Will Come“ ist ein mitreißendes Album, voller großer Momente und natürlich ineinander fließender Stimmungen, in welche man eintaucht und erst Stunden später wieder an die Oberfläche driftet. Ich hätte mir zwar gewünscht, dass die stetig aufgebaute und teilweise unerträgliche Spannung einmal kontrolliert explodiert oder das einfach ein paar überraschende Schlenker den gradlinigen Flug unterbrechen, aber das ist wirklich nur kleinliche Kritik an einem ganz und gar außergewöhnlichen Debüt.

9/10

3 KOMMENTARE

  1. Album hat mich aus fasziniert. Die Band bietet auf diesem Album zwar nur einen Kniff (choraler Eifer meets Ambient-Krautrock) – und diesen reizen sie sogar noch aus, aber dieses eine Schema funktioniert wirklich, wirklich gut. Und ja, eine Form von Explosion oder plötzlichem Schlenker hätte die Spannung durchaus noch steigern können.

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