Foto: Hryck, CC-Lizenz

Ich merke meistens ziemlich schnell, ob sich ein Album zu einem meiner Favoriten entwickeln wird. Denn der Ablauf ist fast immer derselbe: nach dem ersten Durchlauf bin ich enttäuscht oder ernüchtert; aber da sind so zwei, drei Passagen oder Melodien, die mich aufhorchen lassen. Und ein Lodern, das entfacht wurde. Dieses Lodern sorgt bei mir dafür, dass ich das Album unbedingt noch einmal hören muss, obwohl ich eigentlich gar nicht begeistert bin. Dann drücke ich wieder auf Play. Und es tauchen mehr Melodien, Passagen oder Refrains auf, die bei mir etwas auslösen.

Foto: Hryck, CC-Lizenz
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Gefühlte zehn Durchläufe später finde ich das Album dann schon ziemlich gut, erfreue mich an den von mir ausgemachten Höhepunkten und summe an dieser oder jener Stelle verhalten mit. Aber zum Lieblingsalbum fehlt noch etwas. Ich nenne das den Reifungsprozess. Jeder meiner absoluten Favoriten musste ihn durchlaufen.

Dieser Reifeprozess läuft wie folgt ab: nach den geschätzten 10 Durchläufen brauche ich eine Pause , muss andere Musik hören, meinen Kopf von den gehörten Songs reinigen. Nach ein paar Tagen oder in seltenen Fällen auch Wochen überkommt mich dann auf einmal das unbändige Verlangen, dieses eine Album wieder zu hören.

Und genau das ist der Moment, an dem der Reifeprozess beendet ist. Denn jetzt fühlen sich die Songs nicht mehr nur wie gute Bekannte, sondern viel mehr wie alte Freunde an. Ich kenne sie, ihre Ecken und Kanten, das Liebenswürdige und die Schattenseiten. Auch die Reihenfolge der Songs auf dem Album kommt mir mehr als vertraut vor, ich habe sie verinnerlicht und freue mich am Ende eines Songs bereits auf die ersten Töne des kommenden. Nach diesem Durchlauf bin ich mir dann sicher: ich habe ein neues Lieblingsalbum.

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