pulp-fiction

Pulp Fiction von Quentin Tarantino ist der Film, für welchen ich bisher am meisten Geld ausgegeben habe. Nicht etwa, weil ich irgendeine teure Collectors Edition gekauft habe, sondern weil ich einfach so oft im Kino war. Ich war Student in Potsdam und sah den Film insgesamt mehr als zehnmal im Kino. Auf deutsch, in englisch, in irgendeinem Cineplex und in den kleinsten Off-Kinos in Berlin mit gerade einmal 20 Plätzen. Ich musste diesen Film einfach immer wieder sehen. Ich wollte John Travolta tanzen sehen, Samuel L. Jackson die Sprite trinken sehen, Harvey Keitels Reaktion auf den außergewöhnlich guten Kaffee von Quentin Tarantino beobachten und Bruce Willis dabei zusehen, wie er sich für das Samurai-Schwert entscheidet.

Natürlich war neben dem phänomenalen Drehbuch und den großartigen Schauspielern auch der absolut passende Soundtrack ein Teil des Erfolgs. Es war das Konsensalbum des Jahres und brachte viele Leute wohl zum ersten Mal mit Surf-Musik, mit Soul und Funk in Berührung. Und ich kenne kaum einen Soundtrack, der es schafft, sofort die passenden Filmszenen in meinem Kopf aufpoppen zu lassen. Hört euch unten einfach „You Never Can Tell“ an, und ihr wisst, was ich meine.

Vor genau 20 Jahren feierte der Film bei den Filmfestspielen in Cannes seine Premiere. René schreibt: Ein Film, der Geschichtenerzählung im Kino tatsächlich verändert und gezeigt hat, was alles möglich ist – ganz ohne technischen Schnickschnack, sondern alleine mit Struktur und Dialog. Ein Film, der einem kompletten Genre eine neue Stimme gegeben hat. Habe ich seit damals nie wieder erlebt (vielleicht ein bisschen mit den Filmen von Paul Thomas Anderson: Magnolia und vor allem There Will Be Blood). Jedenfalls: Danke dafür.

Diesem Dank schließe ich mich an. Und einen weiteren Dank an René für die Erinnerung.

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