Damien Jurado – Visions Of Us On The Land (Review)

Das neue Album von Damien Jurado, Visions Of Us On The Land, ist ein neuer musikalischer Höhepunkt im bisherigen Schaffen des Songwriters aus Seattle. Sein neues Opus führt den Weg der beiden Vorgängeralben Maraqopa (2012) und Brothers And Sisters Of The Eternal Son (2014) fort.

Das Album hat er erneut mit seinem Labelkollegen und Produzenten Richard Swift aufgenommen. Ihre vierte Zusammenarbeit stellt den Abschluss einer Trilogie dar, in der Jurado einen namenlosen Einzelgänger, der sich aus der Gesellschaft vollständig zurückgezogen hat, auf die Reise durch eine Parallelwelt schickt, um dort einige universelle Wahrheiten zu entdecken.

Das klingt nach Konzept, vielleicht sogar nach Spleen und Größenwahn. Aber ich genieße den unaufgeregten, psychedelischen Prog-Folk von Damien Jurado. Ungewohnt sind die unbeschwerten Töne, die einem Großteil der Songs eine geschmeidige Leichtigkeit verpassen.

Diese leichtfüßigen Folk-Arrangements verzieren Jurado und Swift mit glitzerndem Ornament, welches Visions of Us On The Land zu einem Erlebnis macht. Saxofon-Soli, Streicherarragements, verzerrte Gitarrenmelodien, staubtrockende Western-Töne und lateinamerikanische Percussion.

Das mit Reminiszenzen an die swingenden Sixties daherkommende ONALASKA oder das cineastische und wehmütige Exit 353 sind Beispiele für diese üppigen Songs. Auf der anderen Seite gibt es reduzierte Stücke, die nur mit der Akustikgitarre und mit viel Hall vorgetragen werden.

Auf dem Papier klingt das Konzept überwältigend: Abschluss einer Trilogie mit insgesamt 17 Songs. Das kann schnell von Bauch und Herz zum Kopf wandern und anstrengend sein. Glücklicherweise ist Damien Jurado aber ein begnadeter Songwriter, der mit Richard Swift einen kongenialen Partner gefunden hat.

Nicht eine Sekunde von  Visions Of Us On The Land ist langweilig oder gar zu viel. Damien Jurado hat die Welt von Maroqopa nach drei großartigen Alben hinter sich gelassen, aber es gibt noch viele andere Welten, die er erschaffen kann und hoffentlich auch erschaffen wird. Bis dahin fühle ich mich in der aktuellen Welt verdammt wohl.


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