Ich habe es geschafft: eine Woche kein Spotify, eine Woche keine MP3s. Stattdessen: Simfy. Sowohl mobil als auch stationär. Erstes Fazit: ich bin positiv überrascht.

Anfangs war ich natürlich skeptisch. Denn ich wusste nicht, ob ich es wirklich aushalten würde, solange auf meine liebgewonnen Gewohnheiten zu verzichten und auf einen Streamingdienst zu setzen, der mich in der Vergangenheit eher enttäuscht hatte. Die Skepsis verflog aber relativ schnell.

Simfy unterwegs

Zuerst stürzte ich mich nach der Freischaltung des Premium-Accounts auf die Android App. Hierfür legte ich mir mit dem Desktop-Player auf meinem Macbook ein paar aktuelle Playlisten an, um sie dann auf der mobilen App direkt offline verfügbar zu machen. Wie sich später herausstellen sollte, ist dies bei Simfy auch zwingend notwendig, denn Streaming unterwegs funktioniert nicht. Trotz HSDPA bei vollem Ausschlag mitten in Berlin: keine zehn Sekunden Musik am Stück ohne Aussetzer. Aber das stellte für mich kein Problem dar, denn ich verfahre auch bei Spotify nicht anders. Zuhause wird heruntergeladen, unterwegs wird gehört.

Und unterwegs überraschte mich Simfy. Die komplette Arbeitswoche begleitete mich die App auf dem Weg zur Arbeit. Während dieser Zeit lief die Anwendung stabil, reagierte schnell und fühlte sich ganz Allgemein so an, als ob ich einen Player mit lokalen MP3s verwenden würde. Auch das von mir in der Vergangenheit öfter kritisierte Multitasking läuft inzwischen problemlos. Ebenfalls positiv: inzwischen lässt sich die App auch mit meinem Bluetooth-Headset steuern, zumindest Play/Pause und Rufannahme sind kein Problem. Genau das benötige ich beim Radeln.

Zwei kleine Kritikpunkte bzw. Fragen habe ich natürlich dennoch.

  • Warum startet die App immer in der Home-Ansicht? Ich finde die Lösung von Spotify smarter, denn ich habe hier meine Playlisten sofort verfügbar und muss außerdem nicht warten, bis die aktuellen Neuerscheinungen samt Cover geladen sind.
  • Wirklich ärgerlich: durch irgendeinen, nicht mehr nachvollziehbaren Zufall habe ich die Häkchen bei den Offline Playlisten entfernt. Das führte dazu, das diese nach erneuter Auswahl wieder KOMPLETT heruntergeladen werden mussten. Die sollten meinemn Verständnis nach doch in schickes DRM verpackt auf meinem Telefon liegen und damit sofort wieder verfügbar sein? Ich tippe hier auf einen Bug, der allerdings wirklich ärgerlich ist.

Simfy am Platz
Natürlich höre ich auch am Rechner Musik. Und auch hier habe ich mich eine Woche lang nur auf Simfy beschränkt. Da ich wegen eines familiären Besuchs in der letzten Woche abends keine Musik mehr gehört habe, beschränken sich meine Beobachtungen auf die PC-Variante. Mein Arbeitsrechner besitzt einen Intel® Core™ i7-860 Prozessor mit 4 Kernen und lässt so eine Musikanwendung im hintersten Winkel seiner Wahrnehmung einfach mitlaufen. Zur Performance kann ich also nicht wirklich viel sagen außer: es läuft.

Allgemein finde ich den Desktop Player von Simfy schon ziemlich gelungen. Die Aufteilung in unterschiedliche Genres, Künstler, neue Alben, Playlists und aktuelle Songs ist sehr übersichtlich und wesentlich besser gelöst als beim schwedischen Vorbild Spotify. Während die Schweden versuchen, alles möglichst simpel zu halten und durch die Möglichkeit zur Wiedergabe der lokalen MP3s zur Musikzentrale zu werden, setzt Simfy eher auf das iTunes-Erlebnis. Das ist natürlich redaktionell wesentlich aufwendiger, lädt aber zum Stöbern und Kennenlernen ein.

Viel mehr möchte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht sagen. Soviel ist aber sicher: ich werde Simfy weiter benutzen. Zumindest bis zum Ablauf meines Premium-Monats. Ob ich dann verlängere, hängt davon ab, wie sich die Desktopanwendung auf dem wesentlich schwächeren Macbook schlägtund ob die mobile App weiterhin so vorbildlich funktioniert. Und ich werde parallel wieder Spotify benutzen, um zu schauen, wie sich Simfy im direkten Vergleich anfühlt. Am Ende meines Premium-Monats folgt dann mein abschließendes Fazit.

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Dieser Artikel wird nicht bezahlt, bringt mir keine Vorteile irgendeiner Art und ist nicht von extern motiviert. Ich bin einfach nur neugierig.

10 Kommentare

  1. Ich bin überrascht, Nico. Ich stellte höheren Akkuverbrauch auf dem Handy fest, im Gegensatz zur Spotify-App. Ansonsten fehlt mir bei Simfy noch die Einbindung auf Logitechs Squeezebox.

    • Höherer Akkuverbrauch ist mir nicht aufgefallen, aber ich bin da jetzt auch kein Maß, da ich sowieso jede Nacht auflade. Außerdem höre ich jetzt weniger als eine Stunde am Tag mobil, da dürfte sich der Akkuverbrauch im Vergleich in Grenzen halten. Hast du ein iPhone oder einen Androiden?

  2. Und kannst du vielleicht noch mal was zur Bibliothek-“Reinheit” sagen? Ich sehe viele Duplikate in Alben und fehlende Jahreszahlen (zumindest in der mobile App). Das macht es schwierig eine saubere Bibliothek aufzubauen.

    • Die Frage wird immer wieder gestellt. 1. Simfy ist in Deutschland legal, Grooveshark Grauzone. 2. Enthält Simfy nicht wilde Alben mit abenteuerlichen Tags. Auch fehlen keine Tracks auf Alben. Außerdem ist die Bibliothek von Simfy redaktionell gepflegt. Simfy kannst du kostenlos nutzen. Schau es dir einfach an.

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