Kinderleicht Klavier spielen lernen – das verspricht mir flowkey. Ich habe mir den digitalen Klavierlehrer angeschaut und tatsächlich nennenswerte Fortschritte gemacht.


Ich kann keine Noten lesen…

Ich gebe es gerne zu: ich kann keine Noten lesen. Das hielt mich bisher aber nie davon ab, mich mit diversen Tasteninstrumenten zu beschäftigen. Im Alter von 15 Jahren benutzte ich das Casio-Keyboard meines kleinen Bruders, um mit zwei Freunden furchtbar schlechte Songs auf einem Kassettenrekorder aufzunehmen. Diese “Songs” basierten hauptsächlich auf den mitgelieferten Drum-Presets und ein paar Moll-Tönen.

… machte aber trotzdem Musik

Diesen Weg als dilettantischer Autodidakt verfolgte ich auch Jahre später noch weiter, als ich mit meinem MIDI-Keyboard an meinem iBook mit der Software Reason eigene Songs komponierte.

Irgendwann verlagerte ich meine musikalische Energie aber immer mehr auf das Bloggen über Musik. Meine Faszination für die Tasteninstrumente blieb allerdings. Und so war ich vor knapp einem Jahr hocherfreut, als meine Tochter sich dazu entschloss, Klavier zu lernen. Seit diesem Zeitpunkt ziert ein Digital-Piano unser Wohnzimmer.

Natürlich sitze auch ich von Zeit zu Zeit davor und versuche mich an Akkordfolgen und molligen Melodien. Aber es ist schon frustrierend, dass meine Tochter in gefühlter Lichtgeschwindigkeit Fortschritte macht und ich in meinen Fähigkeiten stagniere.

Aus diesem Grund war ich sehr interessiert, als sich vor zwei Wochen das Berliner Unternehmen flowkey bei mir meldete und mich fragte, ob ich ihr Produkt testen möchte. Aus Neugier sagte ich zu.

flowkey - Lerne Klavier mit den Songs, die du liebst

Was ist flowkey?

Mit flowkey kann man am Tablet oder Computer Klavier lernen, wobei man auf dem eigenen Instrument spielt und von der App Feedback bekommt.  Laut eigenen Aussagen wurde die flowkey-Methode an der Technischen Universität Berlin entwickelt. Durch diese Methode soll das Üben mehr Spaß machen und effektiver sein als Übungssysteme am Computer.

Ich war eher skeptisch und hatte eines dieser typischen Videos vor Augen, die man auf YouTube findet. Dort läuft der Song ab, die entsprechenden Tasten werden markiert und ich muss versuchen, dem Ganzen irgendwie zu folgen. Das hat bei mir bisher eher mäßig geklappt. Aber um es vorweg zu nehmen: mit flowkey mache ich wirkliche Fortschritte.

flowkey steht in zwei Varianten zur Verfügung: Neben einer Browser-basierten Web-Anwendung gibt es auch eine App für die beiden gängigen Systeme iOS und Android. Diese App läuft allerdings nur auf Tablets. Eine gute Entscheidung, denn auf dem Display eines Smartphones würde flowkey auch nur wenig Sinn machen.

Die beiden Varianten unterscheiden sich allerdings kaum voneinander. Beide haben das gleiche Layout und sind auch bei der Bedienung größtenteils identisch. Ich kann sogar zwischen den Plattformen wechseln und auf meine gespeicherten Songs und Fortschritte zugreifen.

Der erste Eindruck

Ich benutze flowkey größtenteils auf meinem Chromebook. Sobald ich die App starte, befinde ich mich auf dem Startbildschirm. Dieser ist sehr übersichtlich gegliedert und erinnert mich optisch an Spotify. Aber hier geht es nicht darum, Musik zu hören, sondern darum, Klavier zu lernen.

flowkey - Lerne Klavier mit den Songs, die du liebst

Die linke Werkzeugleiste bietet mir die Punkte Entdecken, Suche, Meine Songs und Kurse. In der oberen Spalte werden mir verschiedene Genres, Stimmungen und Anlässe angeboten. In den Reitern darunter kann ich zwischen Empfehlungen, Neuerscheinungen und den beliebtesten Songs wählen.

Diese werden mir dann darunter mit großen Bildern und einer kleinen farblichen Markierung angezeigt. Diese farbige Ecke zeigt mir, wie schwierig die Songs zu lernen sind. Einsteiger = grün, Fortgeschritten = orange, Experte = rot, Profi = lila.

Ich finde hier wirklich ein reichhaltiges Angebot vor, welches zudem ständig erweitert wird. Mir persönlich fehlen nur ein paar Indie-Songs. Zumindest Radiohead wäre für mich ein großer Anreiz gewesen.

Einstieg ins Klavierspielen

Ich beginne mit den Kursen, denn ich bin auf die Heranführung gespannt. In kurzen Videos werden die Sitzposition, die Haltung der Hände, das Muster der Tasten und andere grundlegende Dinge erklärt. Am Schluss der Einführung lerne ich Beethovens An die Freude. Das geht schnell und ich bin stolz auf mich.

Mit einfachen Songs für die rechte Hand geht es weiter. Aber nach der erfolgreichen Absolvierung von Oh When The Saints hatte ich keine Lust mehr; ich wollte einen richtigen Song lernen.

flowkey - Lerne Klavier mit den Songs, die du liebst

Klavierstunde mit flowkey

Klickt oder tippt man einen Song an, so wird dieser erst einmal abgespielt. Habe ich mich für einen Song entschieden, klicke ich auf Jetzt Song lernen. Im oberen Bereich des Bildschirms ist eine Tastatur zu sehen, während der untere Bereich die Noten anzeigt. Durch Druck auf den mittig platzierten Play-Button kann ich mir den Song anhören und den Händen des Lehrers auf der Tastatur zusehen.

Wie lerne ich den Song?

Ich entscheide mich zuerst für die rechte Hand und den sogenannten Warte-Modus. Über das Mikrofon meines Chromebooks hört mir die App zu und analysiert, was ich spiele. flowkey wartet auf mich und hält das Video kurz an, bis ich die richtige Note gespielt habe. Die zu spielenden Tasten werden leuchtend orange hervorgehoben, zusätzlich lassen sich die Notennamen einblenden.

Die Notenerkennung funktionierte recht gut, brauchte aber oft einen kleinen Moment. Bei schnelleren Passagen kommt die Anwendung manchmal nicht gleich hinterher und man muss eine Note noch einmal spielen. Mit dem MIDI-Anschluss funktioniert das sicher besser, aber leider habe ich kein entsprechendes Kabel im Haus. Aber die Notenerkennung über das eingebaute Mikrofon funktioniert dennoch recht zuverlässig, und an die gelegentlichen Pausen habe ich mich schnell gewöhnt.

Die rechte und die linke Hand

Nachdem ich mit meiner rechten Hand die Töne einigermaßen beherrsche, wechsele ich auf die linke und wiederhole das Spiel. Der Warte-Modus erkennt auch die von mir gespielten Akkorde zuverlässig.

Wenn ich mir dann sicher bin, wechsle ich auf den sogenannten Langsam mitspielen Modus. Hier spiele ich in reduzierte Geschwindigkeit (50%) mit dem Lehrer zusammen. Auch hier habe ich die Möglichkeit, mich nur auf eine Hand zu konzentrieren. Der Lehrer spielt zwar den kompletten Song, aber nur die ausgewählte Hand wird mit den orangen Tasten hervorgehoben.

Das funktioniert recht gut, aber eine schrittweise Steigerung des Tempos wäre wünschenswert. Bei flowkey gibt es beim Mitspielen nur zwei Stufen, nämlich 50%ige Geschwindigkeit oder 75%ige Geschwindigkeit.

Da flowkey auf Audioaufnahmen statt auf MIDI setzt, kommt es beim langsamen Modus zu einigen Verzerrungen. Die linke bzw. die rechte Hand lassen sich auch leider nicht stummschalten.

Gut gelungen ist hingegen die Loop-Funktion, mit der ich mir einen beliebigen Abschnitt in Dauerschleife wiederholen lassen kann, bis ich ihn verinnerlicht habe.

Im Modus Schnell mitspielen läuft eigentlich nur das Video in 75%iger Geschwindigkeit ab, und ich muss versuchen, dem vorgelegten Tempo einigermaßen zu folgen. Ob ich dabei richtig spiele der nicht, erfahre ich nicht direkt. Da muss ich mein eigenes Gehör bemühen.

Für die Weiterentwicklung wäre es wünschenswert, wenn das Spiel des Schülers analysiert und bewertet wird. Ob das technisch machbar ist, wage ich nicht zu beurteilen. Sinnvoll wäre es allemal.


Fazit

Die ersten Erfolge mit flowkey stellen sich recht schnell ein, und ich habe als Schüler ein gutes Gefühl. Ich muss hier nicht irgendwelche Töne nachspielen, sondern kann mir in der umfangreichen Datenbank einen tollen Song herauspicken, den ich lernen möchte.

Die drei Modi Warte-Modus, Langsam mitspielen und Schnell mitspielen sind sehr durchdacht und gut gelungen. Mit ein paar kleinen Verbesserungen (weitere Geschwindigkeitsstufen, Stummschalten der Hände, Analyse des Gespielten) wäre der Lernfortschritt bestimmt noch besser.

flowkey ist für Anfänger wie mich besonders gut geeignet. Ich mag das Interface und die Funktionsweise und besonders meine eigenen Fortschritte. Und die erziele ich erstaunlich schnell.


Preise

Die Preise für das Abo sehen auf den ersten Blick happig aus, aber im Vergleich zum Klavierlehrer aus Fleisch und Blut relativieren sich diese recht schnell.

  • Einstiegsversion (nur wenige Songs spielbar): kostenlos
  • Monats-Abo: 19,99 Euro / Monat
  • 3-Monats-Abo: 12,99 Euro / Monat
  • Jahres-Abo: 9,99 Euro / Monat
  • lebenslang (einmalig): 299,99 Euro

Verlosung

Natürlich fragst du dich jetzt, warum ich hier so ausführlich eine Software vorstelle. Oder besser gesagt: was hast du davon? Ich verlose 3 Premiumzugänge für flowkey. Diese sind jeweils 3 Monate gültig. Genügend Zeit, um ein paar Stücke zu lernen und flowkey richtig kennenzulernen.

Die Verlosung ist beendet, die Gewinner wurden benachrichtigt.


flowkey - Lerne Klavier mit den Songs, die du liebst

Dieser Artikel und die Verlosung entstanden mit freundlicher Unterstützung durch flowkey.

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