Markus Giesler, ein 28-jähriger Assistenzprofessor der York University in Toronto, arbeitet zur Zeit an einer Studie über das Nutzerverhalten von iPod-Besitzern. Für Giesler ist der iPod nicht nur eine Neuauflage des Walkman, er schafft eher eine neue Art Konsument, den Cyborg Konsumenten. In den Berichten der teilnehmenden iPod-Nutzer beschreiben diese ihn oft als Erweiterung des eigenen Körpers, er beinhaltet den Soundtrack eines ganzen Lebens, Adressen, Kalender und Notizen. Wer seinen iPod verliert, verliert einen Teil seiner Identität. Sie tragen ihn nahe am Körper, um die Vibrationen der Festplatte zu spüren und geben ihnen Namen.
Der Cyborg-Konsument sei direkt in die Technologie und das Netzwerk eingebunden, welches Konsumverhalten erzeuge und steuere.

[…] from materiality to information — the internet; from ownership to access — file sharing; and from pattern to randomness — the iPod.

Apple versteht dieses Zusammenwirken von Abspielgerät, Software und Onlinestore und bietet alles aus einer Hand. Sie verkaufen eine “hybride Entertainment Matrix.” Der iPod sei wichtig, aber richtig wirkungsvoll ist er nur, wenn er mit dem Internet verbunden ist.
Laut Gieler sei der am häufigsten genutzte Zugang zu den meist gigantischen Musikbibliotheken auf den Festplatten der Zufallsmodus. Insofern ist die neueste Strategie Apples mit dem iPod shuffle ohne Display gar nicht so abwegig. Shuffle war vielleicht mal ein Gimmick, aber heute ist es der einfachste Zugang zu Informationen, welche sonst vielleicht verloren wären.

Wer sich für die Studie interessiert oder noch an ihr teilnehmen möchte: iPod Stories

via: Wired News- “My iPod, My Self”

1 KOMMENTAR

  1. Marketing-Professor Markus Giesler ist mit seinen Vorschlägen zur Neuformulierung des Marketings in einer technologisierten Globalgesellschaft einer der international einflussreichsten deutschen Marketingforscher. Die Schulich School of Business, in dessen Marketing Department Giesler als einer der jüngsten Marketingforscher Nordamerikas arbeitet, belegt eine Spitzenstellung unter den internationalen Business Schools. Für Aufregung sorgten Gieslers Thesen zur „technologischen Vernetzung“ globaler Märkte und zum „Cyborg-Konsumenten“. Mit Plädoyers für eine anthropologisch orientierte Marketing Philosophie nimmt Giesler entscheidenden Einfluss auf die internationale Marketingpraxis. – Der Spiegel

  2. Ist das der gleiche Markus Giesler? Siehe:

    “Kein Blatt vor den Mund nimmt Marketing-Jungstar Markus Giesler. Der 29-jährige Superforscher aus Deutschland, der bereits seit drei Jahren als Professor an einer kanadischen Elite-Universität lehrt, sagte zu Beginn seiner Rede vor deutschen Bildungspolitikern, “Sie sagen, Deutschland müsse die goldene Mitte in der Hochschulpolitik finden. Die goldene Mitte haben wir doch schon längst. Sie besteht im wesentlichen aus drei Teilen: Mittelmass, Mittelbau, Mittelkürzung. Die goldene Mitte ist nicht die Lösung, sie ist das Problem.””

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