deathcrash – Somersaults

deathcrash haben mit „Somersaults“ ihr drittes Album vorgelegt. Die Londoner Band bleibt ihrem langsamen, zurückgenommenen Ansatz treu, wirkt dabei aber zugänglicher als zuvor. Die Songs sind klarer strukturiert, melodischer und insgesamt offener produziert.

Musikalisch bewegt sich das Album weiterhin im Bereich von Slowcore und Indie Rock. Die Gitarren arbeiten mit langen Tönen und sanften Verzerrungen, das Schlagzeug setzt sparsame Akzente und treibt nur hin und wieder spürbar an. Die Stücke entwickeln sich langsam, oft über kleine Veränderungen im Arrangement. Große Ausbrüche sind selten, aber immer wieder schälen sich bemerkenswerte Melodien aus den Arrangements heraus.

Der titelgebende Opener „Somersaults“ gibt den Ton vor. Ruhige Gitarren, ein gleichmäßiger Rhythmus, ein Gesang, der nah am Mikrofon bleibt. Der Song wirkt wie ein vorsichtiger Einstieg und verzichtet auf klare Höhepunkte.

„NYC“ bringt etwas mehr Bewegung ins Album, ohne das Grundtempo deutlich zu erhöhen. Die Melodie bleibt hängen, der Song wirkt direkter als viele andere Stücke.

„CMC“ ist besonders reduziert. Wenige Akkorde, wenig Dynamik, dafür viel Raum. Der Song lebt von seiner Einfachheit und der ruhigen Wiederholung einzelner Zeilen. Erst im letzten Drittel setzt das Schlagzeug ein und treibt den Song ein wenig voran.

Auch „Triumph“ setzt auf einen langsamen, aber druckvolleren Aufbau. Das Stück steigert sich behutsam, ohne besonders laut zu werden. Stattdessen bleibt alles kontrolliert, aber eingängig.

„Love For M“ gehört zu den kompakteren Songs des Albums. Die Struktur ist klar, der Song kommt schneller auf den Punkt. „Marie’s Last Dance“ schließt das Album mit einem schlurfenden Grundtempo. Aber auch hier bleibt die Gesangslinie hängen und zwischendurch gibt es sogar engelsgleiche Töne zu hören.

Somersaults“ ist ein Album ohne große Gesten. Es setzt auf Kontinuität, auf Zurückhaltung und auf eine klare Vorstellung davon, wie viel gesagt werden muss. Nicht jeder Song hebt sich deutlich ab, manche Passagen ähneln sich stark.

Das führt bei mir dazu, dass ich spätestens ab der Hälfte des Albums Probleme habe, die Songs auseinanderzuhalten. Gleichzeitig drängen sich aber immer wieder diese Gesangsmelodien in den Vordergrund, die dem Album Tiefe verleihen und es hörenswert machen.


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