Einer der vier Majors wird innerhalb der nächsten Monate seinen Katalog im MP3-Format anbieten und damit dem Digitalen Rechtemanagement den Rücken kehren. Das will zumindest die New York Times auf der Midem erfahren haben:

“Executives of several technology companies meeting here at Midem, the annual global trade fair for the music industry, said over the weekend that at least one of the four major record companies could move toward the sale of unrestricted digital files in the MP3 format within months.”

Wenn es denn stimmen sollte, hier mein Tipp: der Major ist EMI Music, und man wird zusammen mit Amazon den Ring betreten. Was danach passiert, ist stark von dem Erfolg dieser Abkehr abhängig. Sollten die anderen 3 Majors nicht mitziehen, dann werden sie sich die Entwicklung mit Sicherheit genau, aber sehr genau anschauen. Und bei einem positiven Verlauf auf den Zug aufspringen.

Mir stellen sich folgende Fragen (immer unter der Voraussetzung, das an der obigen Aussage etwas dran sein sollte):

  • Welche Qualität werden die Dateien haben?
  • Wieviel wird ein Song, wieviel ein Album kosten?
  • Was wird vom entsprechenden Major erwartet?
  • Wird der Katalog für sämtliche oder nur für einen exklusiven Anbieter bereitgestellt?
  • Wie werden die Kunden reagieren?
  • Was haltet Ihr davon?

Mehr dazu auch hier oder hier.

1 KOMMENTAR

  1. Bei der Qualität hoffe ich ja doch (aber wahrscheinlich vergebens) auf 320 kbit/s. Alben um 10,- (Doppel-CDs 15,-), einzelne Songs 1,-. Extras wie Booklet als PDF, Videos, Interviews, Fotos, etc., könnten ja gegen einen vernünftigen Aufpreis, oder als Kombiangebot verkauft werden. Ideal wäre es, den Katalog allen interessierten Anbietern zur Verfügung zu stellen, sich also nicht wie im angenommenen Fall auf Amazon zu beschränken.

    Wie andere reagieren würden, weiß ich nicht. Ich jedenfalls würde zu diesen Konditionen sehr wohl wieder Musik von einem Major kaufen.

  2. Ich stimme dir in allen Punkten voll und ganz zu. Die 320 kbit/s dürften aber wahrscheinlich Wunschdenken bleiben, befürchte ich. Aber unter 192 kbit/s sollten sie auf keinen Fall anbieten.

  3. Ist interessant wie schnell sich offenbar das Blatt wenden kann. Wer hätte denn vor ein paar Monaten mit einer solchen Entwicklung gerechnet? Derzeit scheinen ja alle für einen DRM Verzicht zu plädieren. Entscheidend ist letztendlich ob es sich rechnet und ob der Kunde es annimmt. Mal sehen ob die Labels noch die Wende schaffen. Die erhofften Bitraten etc. wären jedenfalls hilfreich solche Angebote wahrzunehmen.

  4. Wurde ja auch langsam mal Zeit, dass dieses offensichtlich von Anfang an zum Scheitern verurteile Konzept endlich wieder vom Tisch kommt. Vermutlich war jedoch nicht Vernunft sondern schnödes Geld der Ausschlag für die Entscheidung, aber das ist ein anderes Thema…

  5. Überrascht mich nicht unbedingt. Denke, dass Amazon gut Druck macht und die Majors langsam aber sicher wechseln werden. Glaube aber eher an eine Lösung MP3 mit Wasserzeichen – dem Kunden soll es relativ egal sein. Hauptsache erstmal weg von WMA + DRM.

    “Der Major ist EMI Music, und man wird zusammen mit Amazon den Ring betreten.”

  6. * Welche Qualität werden die Dateien haben?

    Denke, dass es mindestens 192 kBit sein werden.

    * Wieviel wird ein Song, wieviel ein Album kosten?

    Ähnlich wie heute schon.

    * Was wird vom entsprechenden Major erwartet?

    Gute Frage! Aber muss die nicht eher lauten: Was werden die Majors von den Shops verlangen?

    * Wird der Katalog für sämtliche oder nur für einen exklusiven Anbieter bereitgestellt?

    Exklusiv wahrscheinlich nur für eine kurze Zeit, es werden sich aber einige den Wechsel auch nicht leisten können. Immerhin verlangen die Majors auch Kohle, damit man die Dateien überhaupt angeliefert bekommt. Für Musicload und Co. würde das einiges an Kohle bedeuten. (Aber die haben ja genug)

    * Wie werden die Kunden reagieren?

    Es gibt dann kein Weg zurück, aber wenigstens auch eine echte Alternative zu Tauschbörsen.

    * Was haltet Ihr davon?

    siehe oben

  7. […] Jobs sagt also, die Musikindustrie muss es richten und allen Online-Stores den Verkauf DRM-freier Musik erlauben. Apple würde eine solche Entscheidung begrüßen und das hauseigene Rechtemanagement aus dem iTunes-Store entfernen. Das ist schön und verstärkt die Hoffnung, dass wir uns vielleicht noch in diesem Jahr von der leidigen DRM-Diskussion verabschieden können. […]

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