Schon der Bandname legt eine Richtung nahe. Greet Death widmen sich den schweren Themen: Verlust, Schmerz, Endlichkeit. Ihre Musik ist durchzogen von dichten Gitarren, verhallten Stimmen und einer unterschwelligen Melancholie.
Auch auf ihrem neuen Album Die In Love bleibt diese Grundhaltung spürbar, doch zwischen den Zeilen öffnet sich etwas. Das Leiden ist nicht verschwunden, aber dazwischen liegt eine vorsichtige Andeutung von Hoffnung.
Was sofort auffällt: Diese Platte nimmt sich Zeit. Viele Songs bauen sich langsam auf, sie schweben erst, dann wachsen sie. Gitarren legen sich wie Nebel über alles, Stimmen tauchen auf, verschwinden wieder. Mal ganz nah am Ohr, dann wieder fern und diffus im Raum.
Der Gesang von Logan Gaval und Harper Boyhtari ist präzise aufeinander abgestimmt. Mal wechseln sie sich ab, mal singen sie nebeneinander, ohne sich zu überlagern. Gavals Stimme bleibt ruhig und brüchig, fast geflüstert. Boyhtari bringt eine hellere, kantigere Energie ein, die den Songs eine zweite emotionale Ebene verleiht.
Besonders gut gelingt das in Country Girl. Der Song erzählt vom Kleinstadtleben, von Splatterfilmen und seltsamen Sehnsüchten. Eine einfache Melodie trägt ihn, fast beiläufig, aber mit Nachdruck. Sie bleibt im Ohr, ohne sich aufzudrängen.
Ein weiterer Höhepunkt ist August Underground. Der Song beginnt mit der Zeile: „Cut me open, spit me out, I’ll let you down.“ Genau so klingt er auch. Roh, offen, verletzlich. Der Sound ist kompakter, die Gitarren breiten sich aus wie ein Klangteppich. Alles steuert auf ein Finale zu, das nicht dramatisch, sondern eindringlich ist. Es braucht keine große Geste, um zu wirken. Der Song bleibt hängen, nicht wegen eines Refrains, sondern wegen der Haltung, die er ausdrückt.
Musikalisch bewegt sich das Album zwischen Shoegaze, Slowcore und Noise. Die Band meidet eindeutige Zuschreibungen. Mal erinnern die Gitarren an große Flächen, dann wieder wird es eng und kratzig. Doch bei allem bleibt die Kontrolle spürbar. Jeder Ton sitzt.
Die In Love ist kein Album, das laut werden muss. Es wirkt durch seine Zurückhaltung. Kein Effekt um des Effekts willen. Kein Pathos. Stattdessen: Musik, die bleibt, weil sie sich nicht aufdrängt.










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