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Junip – Astra Kulturhaus, Berlin (31.05.2011)

Junip, das ist dieses Trio rund um den Songwriter José González, welches im letzten Jahr mit “Fields” wohl eines der Konsensalben des Jahres abgeliefert hat. Schnörkellos und verspielt, strahlend und düster, mitreißend und beruhigend. Am Dienstag dann endlich das verschobene Konzert. Ursprünglich sollte das Konzert Ende Februar stattfinden, wurde krankheitsbedingt aber abgesagt. Im Nachhinein fand ich das aber gar nicht so schlimm, denn die Musik der Schweden passt viel besser zum aktuellen Wetter als in die kalte Jahreszeit.

Das Astra Kulturhaus war gut gefüllt (ausverkauft?), und ich hatte anfangs starke Zweifel, ob wirklich alle Leute, die draußen in Ruhe rauchten und tranken später in den Saal passen würden. Denn schon bei Bachelorette war gut was los vor der Bühne. Aber meine Sorge war unbegründet, denn das Astra schluckte alle Interessierten und ließ noch genug Raum, um in Ruhe zu genießen. Zu Bachelorette kann ich nicht viel sagen, da wir (ich und mein Nachbar und gelegentlicher Mitblogger Marcus) erstens später kamen (die Kinder mussten erst ins Bett) und ich die Musik von Annabel Alpers jetzt nicht so überzeugend finde. So schlenderten wir erst knapp vor Beginn des Hauptacts in die Halle und sahen eine entspannte Band, die ein entspanntes Set ablieferte. Ab und an konnte zwar auch ein wenig getanzt werden, aber größtenteils war doch eher Wippen und Kopfnicken angesagt.

Was mir live noch viel mehr als auf Platte auffiel: die Krautrockigkeit einiger Songs. Das konsequente Durchziehen einer Songidee von vorne bis hinten, ein paar Änderungen an den Schichten, aber bloß kein Bruch. Besonders auffällig war dies am Arbeitspensum des mir unbekannten Schlagzeugers, der wie ein Uhrwerk einen Beat über locker fünf Minuten und mehr durchschlug. Ich hätte nach spätestens zwei Songs einen Krampf gehabt.

Nach etwas mehr als einer Stunde entließ die Band ein zwar nicht durchgeschwitztes, aber dennoch glückliches Publikum in die noch junge Berliner Nacht.

Tourdaten 2011:
22. Juli – Phono Pop, Rüsselsheim
23. Juli – Appeltree Garden Festival, Diepholz
19. August – Bootboohook, Hannover

Foto: insouciance, CC-Lizenz