Gewaltig. Ein gewaltiges Werk voller funkelnder Momente haben Kejnu mit Centillion abgeliefert. Kejnu ist eine Indie-Rock-Band aus Zürich in der Schweiz, und seitdem ich im letzten Jahr ihren Landsleuten von END verfallen bin, bin ich bei Musik aus der Schweiz immer besonders aufmerksam.

Kejnu. Hinter diesem Namen steht vor allem ein Mann: Nuél Schoch. Der Schweizer verwirklicht unter diesem Pseudonym seit 2005 seine musikalische Vision. Er ist das musikalische Gehirn, Songwriter, Produzent und Frontmann der Band in Personalunion.

Er und seine Bandkollegen verschmelzen auf der Doppel-CD mit 90 Minuten Spielzeit die unterschiedlichsten Einflüsse abseits jeglicher Kategorisierung und stellen den Hörer damit vor ausreichend Herausforderungen.

Radiohead und Muse, eventuell das Schlagzeugspiel von The National mögen als Referenzen für dieses Mammutwerk zwischen Indie-Rock und Pop, Ambient, Electronica und Trip-Hop dienen. Oder um es mit den Worten der Band zu sagen: Retro, Future, Science Fiction, Romantic, Lo-Fo and Pop. Beim ersten Durchlauf präsentieren sich die Songs ein wenig unterkühlt, aber das ist nur die Oberfläche, denn im Laufe der Zeit offenbart sich ein warmes Funkeln.

Dabei fordert die Musik niemals wirklich, sondert sie wirkt eher unaufgeregt. Es kommt im Laufe der 90 Minuten durchaus vor, dass man sich hin und wieder verliert und die Aufmerksamkeit ein wenig abdriftet.

Dennoch zieht sich ein roter Faden durch Centillion. Gewisse Strukturen wiederholen sich: melancholische Gesanglinien, flirrende Gitarren, dezente Elektronik und bittersüße Melodiebögen.

Vielleicht hätte eine Fokussierung auf die ganz starken Stücke ein dringlicheres Album hervorgebracht. Aber gerade in der heutigen Zeit,  in der wahnhaft alles optimiert werden muss, ist es eine Wohltat, sich ein wenig treiben zu lassen.  Die glitzernden Highlights im kreativen Fluss dieser Band strahlen dadurch um so mehr.

7/10

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