Der Spiegel berichtet über eine seltsame Wandlung auf dem amerikanischen Radiomarkt. Immer mehr Radiomoderatoren werden gefeuert und durch virtuelle DJs ersetzt, welche belangloses Zeug reden. Die Programmpakete werden vorgefertigt und sollen dem “Shuffle”-Prinzip des iPods nachempfunden sein. Diese Pakete werden dann gleich an mehrere Stationen verkauft.
Jack und Bob können sich auch gar nicht für die Musik interessieren: Sie kennen sie nicht. Die separat entweder vom Vertrieb oder vom Sender besorgte Musikauswahl soll, unabhängig von den “Moderatoren”, wenn möglich das beliebte Zufallsprinzip des iPod-“Shuffle” imitieren. Motto: Wer weiß, was als nächstes kommt – Pop, Rock, HipHop, Rap, Country. Die Leute von SparkNet nennen das skrupellos “Musik wie ein Zugunglück”.
Sorry, aber ob das der richtige Weg ist? Musik per Zufallsprinzip ist auf dem iPod lustig und teilweise aufregend, aber es ist Musik, die ich mir selber ausgesucht habe. Ich kann mir kaum vorstellen, das das im Radio funktionieren wird. Und dazu noch völlig zusammenhangloses Gebrabbel von gemieteten virtuellen Sprechern? Und gleich auf mehreren Stationen?
Ne Leute, so wird das Radio als interessantes Medium mit Sicherheit zu Grabe getragen. Aber eigentlich war es ja abzusehen, denn soweit sind die hiesigen Radiostationen von diesem Prinzip ja nicht entfernt, oder?

via: Spiegel online

Update: Drüben bei medienrauschen waren sie mal wieder schneller: Schöne neue Radiowelt

1 KOMMENTAR

  1. Nun ja, es gibt auch rühmliche Ausnahmen im hiesigen Markt: Das RBB-Jugendradio Fritz zum Beispiel dass es auch anders geht. Mit guter Musik, Genre-Musikmagazinen (“Soundgarden”) und einem sehr mutigen Wortanteil …

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