Ba Da Bing!
5. Juni 2006

beirutHuch, das ist jetzt aber nicht der Soundtrack zu “Underground”, dem übrigens absolut sehenswerten Film von Emir Kusturica, oder? Nein, ein kurzer Blick verrät mir, das es sich wirklich um “Gulag Orkestar”, das Debütalbum von Beirut handelt. Hinter dem in diesen Tagen vielleicht etwas unglücklich gewählten Bandnamen steckt der 20-jährige Musiker Zach Condon. Aufgewachsen in Santa Fe, New Mexico, hat er frühzeitig das Studium geschmissen und sich nach Europa aufgemacht. Dort deckte er sich mit einer Menge Musik ein und kehrte zurück, wo er jetzt in Brooklyn, New York lebt.

Und vor allem die osteuropäische Musik hat ihn derart beeinflusst, das man sich beim Hören der Platte desöfteren verwundert fragt, ob das jetzt wirklich von einem US-Amerikaner stammen kann. Da jault eine Trompete vor sich hin, eine Ukulele bestimmt den Rhythmus und ab und zu tauchen ein paar Reggae-Takte auf. Und in fast jedem Song die osteuropäischen Bläsersätze. So geschrieben klingt das alles eventuell ganz furchtbar, aber nach ein paar Durchläufen kristallisierte sich hier für mich die bisher beste Indie-Platte des Jahres heraus.

9/10

 

1 KOMMENTAR

  1. […] Die Ostküste der Vereinigten Staaten rocken mit den Yeah Yeah Yeahs aus New York und Aberdeen City aus Boston. Letztere haben Ihr Album “The Freezing Atlantic” eigentlich schon 2005 herausgebracht – 2006 gab’s aber ein Re-Release, insofern habe ich da kein schlechtes Gewissen den Track hier aufzunehmen. Etwas ruhiger geht es mit dem englischen Songwriter Ed Harcourt weiter, um anschließend wieder über den Teich nach Boston zu den Dresden Dolls zu springen, die es wieder lauter zugehen lassen. Selber bezeichnen sie ihren Stil als “Brechtian Punk Cabaret” – eine interessante Mischung aus Pop, Punk und deutscher Cabaret Musik der 20er Jahre. Gerade noch rechtzeitig zum Ende des Jahres haben …And You Will Know Us by the Trail of Dead ihr neues Album herausgebracht, was meiner Meinung zwar mit dem Vorgänger nicht ganz mithalten kann, aber dennoch hörenswert ist. Es folgt der deutschsprachige Abschnitt mit Tomte, die ein sehr schönes Album vorlegen konnten, und Virginia Jetzt!, die leider nur eine EP geschafft haben. Etwas unkonventioneller sind dann die Kanadier The Most Serene Republic, die ich als Vorband zu Broken Social Scene kennengelernt habe und Beirut, über den ich zuerst bei Nicorola gestolpert bin und mittlerweile mehr als ein Geheimtipp ist. Wir wechseln in das elektronische Lager: Zu Thom York muss man ja nicht viel sagen; James Figurine liefert ein fröhliches Pop-Elektro Album ab, wohingegen Vitalic schon eher in der Techno Schublade zu finden ist. Eigentlich erschien sein Album in Europa schon 2005, in den Staaten allerdings erst 2006. Da ich selber auch erst dieses Jahr darauf gestoßen bin, bekommt er kurzerhand auch einen Platz auf diesem Sampler. Mit The Album Leaf, die bzw. der sich im Fahrwasser von Sigur Ros bewegt, geht es wieder ruhiger weiter bevor der Sampler mit der Berliner Band Monoland endet. Mit “Starbright on S5″ wird der Beweis angetreten, daß Vergleiche mit dem Sound von My Bloody Valentine durchaus berechtigt sind. Als Abschluss gibt es dann noch so eine Art Hidden Track, aber da der ja schließlich “versteckt” ist, wird hier nicht verraten was es ist 🙂 […]

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