Beirut klingen auf ihrem neuen Album weder schwermütig, noch deprimiert oder pessimistisch. Tiefgründig allerdings auch nicht.

Es gibt von Zeit zu Zeit Alben, da kann auch ich nicht widerstehen. Die muss ich einfach haben, gerne auch schon vor dem Veröffentlichungstermin. Und wenn ich nicht bemustert werde (welch ein Luxus eigentlich!), dann beschreite ich schon einmal den Weg der Illegalität. Wie in vorliegendem Fall. Denn als ich letzte Woche las, das “The Rip Tide” ab heute digital zum Herunterladen bereit liegt, da suchte und fand ich das Objekt meiner Begierde. Und so kann ich mir nach geschätzten zehn Durchläufen schon ein vorläufiges Urteil bilden.

Das knapp halbstündige Paket, welches Zach Condon da geschnürt hat, ist eine runde Sache. Man fühlt sich mit den ersten Takten von “A Candle’s Fire” gleich zuhause. Condon hat diese charmante Art des Songwritings, der ich mich nur schwer entziehen kann. Ich war schon beim ersten Durchhören begeistert; mein Fansein hat hier mit Sicherheit eine Rolle gespielt.

Aber bereits beim zweiten Durchlauf einige überraschende Erkenntnisse: das neue Werk ist nicht so tiefgründig wie “The Gulag Orkestar”, nicht so vielfältig wie “The Flying Club Cup”. Aber auch nicht so beliebig wie Großteile von “March Of The Zapotec”. “The Rip Tide” beinhaltet wundervolle Songs, packende Melodien, große Momente. Ein offener Blick in den blauen Himmel, ein tiefes Einsaugen der duftenden Sommerluft und ein beseeltes Schmunzeln im Gesicht. Aber eben auch kein Blick über den Klippenrand in den dunklen Abgrund. Ob das für den Rest des Jahres reicht?

“The Rip Tide” könnt ihr euch ab heute für umgerechnet 5,78 Euro auf der Homepage von Beirut als 320 kb/s-MP3s herunterladen.

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