Im Jahr 2010 begann der Teenager Will Toledo Songs aufzunehmen und sie unter dem Namen Car Seat Headrest bei Bandcamp zu veröffentlichen. Dort erschienen in knapp 18 Monaten sieben Alben, von denen das letzte Twin Fantasy hieß.

Gerade letzteres verschaffte dem jungen Musiker viele neue Fans. Toledo veröffentlichte zwei weitere Alben, und dann unterschrieb er bei dem legendären Indie-Label Matador. Dort erschien dann Teens Of Denial, welches großartige Kritiken erhielt und Toledo zu einer Art Indie-Star machte.

Jetzt erhielt er auf seinen Wunsch hin die Chance, Twin Fantasy mit Band und ein wenig mehr Geld noch einmal aufzunehmen. Natürlich kann man sich fragen, ob das wirklich notwendig ist, aber das vorliegende Ergebnis wischt alle Zweifel furios beseite.

Klanglich liegen Welten zwischen den beiden Alben. In der 2011er-Version klingt der Eröffnungs-Track My Boy (Twin Fantasy) wie ein Beach Boys-Song, der in einer riesigen Garage mit einem billigen Kassettenrekorder aufgenommen wurde. Jetzt kommen die kräftige Basslinie, der scharfe Drumsound und die Gesangsharmonien des Songs laut und deutlich zur Geltung.

My Boy (Twin Fantasy) – 2011

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My Boy (Twin Fantasy) – 2018

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Das originale Sober to Death ist blechern und ein wenig chaotisch; die neue Version klingt entspannter und stellt den Refrain in den Mittelpunkt. Famous Prophets (Minds) wurde von ursprünglich zehn Minuten auf mehr als sechzehn gedehnt, indem eine Klavierpassage hinzufügt wurde.

Toledo nutzte die Gelegenheit, die Song auch inhaltlich zu ändern. In Cute Thing wünschte er sich die Stimme von Dan Bejar und die Bühnenpräsenz von John Entwistle. Jetzt sind es Frank Ocean und James Brown.

Auch in dieser Neuauflage geht es um die Irrungen und Wirrungen, die eine grosse Liebe mit sich bringen kann. Will Toledo trägt diese Geschichten mit seiner gebrochenen Stimme vor, als hätte er diese Phase seines Lebens noch immer nicht ganz überwunden.

Twin Fantasy ist ein fantastisches Indie-Rock-Album, welches wohl endlich den Sound bekommen hat, den es verdient. Aber wer weiß, vielleicht gibt es in sieben Jahren die dritte Auflage?


Die 2011er-Version von Twin Fantasy gibt es übrigens immer noch bei Bandcamp für einen frei wählbaren Preis.

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