Ein kleiner Eindruck, welche Auswirkungen digitale Downloads auf den Musikmarkt haben könnten:
“Im abgelaufenen Vierteljahr wurden so viele Songs aus dem Internet legal heruntergeladen wie noch nie. […] Von den knapp 7 Millionen Downloads wurden 6,28 Millionen als Einzel-Stücke heruntergeladen.” (aus dem aktuellen Media Control Newsletter) Diese Aussage bezieht sich auf die digitalen Downloads im 3. Quartal 2006 in Deutschland.

Der digitale Einzeltitel-Download als schnelle Befriedigung des Hithungers, das Album als Premiumprodukt in schöner Aufmachung mit diversen Extras auf einem Tonträger?
Wobei ich mich natürlich frage, woran es liegt, das Alben oder sogenannte Bundles prozentual nicht mehr verkauft werden. Läuft der Markt einfach noch mit angezogener Handbremse aufgrund der unterschiedlichen Modelle, sei es Format, Qualität, Hardware- oder Plattformabhängigkeit, Kopierschutz- und DRM-Technologie? Oder ist ein Großteil der digitalen Konsumenten wirklich nur auf den schnellen Hit aus? Fehlt das attraktive Bundle oder die Qualität in der heutigen Musik?

Meine Umfrage zeigt, das ihr zumindest mehrheitlich Wert auf ein in meinen Augen künstlerisch viel wertvolleres Gesamtkunstwerk in Form eines Albums legt. Das finde ich sehr beruhigend, denn ich bin Albumkäufer. Aber das wißt ihr ja.

1 KOMMENTAR

  1. Na ja, laden die Leute sich denn eh nur die Mainstream-Hits runter, also ein reiner Wandel des Mediums von der CD-Single zum Download?
    Oder hat sich, “the long tail” läßt grüßen, eine stärkere Bandbreite an verkauften Songs und Künstlern ergeben? Quasi das, was man sich (als Musikliebhaber) immer gewünscht hat: Auch einfach an Musik von kleineren Künstlern zu kommen, ohne Probleme zu haben, die auch zu finden?

  2. Wenn ich mir das Angebot des Marktführers iTunes so anschaue, dann habe ich schon Probleme, Songs von kleineren Künstlern zu finden, ohne vorher nach ihnen gesucht zu haben. Oder meinst du eher, das man sie dort überhaupt findet, im Gegensatz zum Angebot der Elektronikdiscounter?

  3. Beides irgendwie. Sind die da? Das müßte man ja subjektiv am Umfang der Onlineshops sehen.
    Und werden sie gekauft; sind sie also vielleicht die Gewinner der Onlineverkäufe? Das müßte ja mal in so einer Studie stehen.

  4. Off-Topic:
    Nur 7 Mio. Downloads im Quartal. Da hat Media Control aber irgendjemanden vergessen. Ich ging immer davon aus, dass wir bei rund 4-5 Mio. Downloads im Monat sind. Allein iTunes und Musicload machen rund 3 Mio. im Monat.

    So oder so: Es ist tatsächlich so, dass die meisten Dienste Einzelsongs verkaufen wie Weltmeister. Das sieht im Indie-Bereich aber scheinbar anders aus. Soweit ich von einigen Kollegen und von unserem Dienst weiß, haben wir eine hohe Album-Quote. Das geht aus der Studie nicht hervor, aber das Musik-Kaufverhalten von Indie-Fans scheint anders zu sein als dass der Robbie- und Madonna-Jünger.

  5. Ja, stimmt. Ich habe mir noch einmal die Zahlen vom letzten Jahr angeschaut. Da behaupteten die beiden Marktführer in Deutschland, Musicload und iTunes, jeweils knapp 15 Millionen Songs verkauft zu haben. Das wären dann ca. 2,5 Millionen im Monat, knappe 7,5 Millionen im Quartal. Wieviel weitere Downloads der anderen Anbieter noch hinzukommen, weiß ich nicht, aber schon mit diesen beiden liegt der Wert höher.
    Media Control spricht in der E-Mail aber eindeutig von Quartal:
    “Wie in den beiden ersten Quartalen 2006 ist der deutsche Download-Markt auch im dritten Quartal 2006 außerordentlich stark gewachsen. Im Vergleich zu den Monaten Juli bis Oktober 2005 betrug die Wachstumsrate 34,32 Prozent. Die Anzahl aller legalen Musikdownloads steigerte sich von 4,44 Millionen auf jetzt 6,76 Millionen. Dieser Wert ist die bisher höchste Menge, die in einem Dreimonatszeitraum gezählt wurde, wie media control mitteilt.” Wie das zusammengehen soll….keine Ahnung.

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