flareUp

Eine junge Band aus Schweden tritt mit einem Sound, der irgendwo zwischen ihren Landsmännern The Hives und Mando Diao angesiedelt ist, an, um die Welt zu erobern. Das tun sie mit einer solchen Begeisterung, das sie Urgestein Nikke Andersson (Entombed, Hellacopters) derart euphorisierten, das dieser sie bei seinem Distribution-Label Sound Pollution unterbrachte. Ich finde ihren Garagen-Rock mit starken Sixties-Anleihen großartig und fragte mal nach, ob sie bereit wären, mir ein paar Fragen zu beantworten. Waren sie.

nicorola: Hallo! Danke das du dir die Zeit nimmst, mit einige Fragen zu beantworten! Kannst du dich bitte kurz vorstellen?
Manne: Mein Name ist Manne Svensson. Ich singe und spiele Gitarre in der Stockholmer Band The Flare-Up!, welche vor kurzem das Album “Whip ’em Hard, Whip ’em Good” veröffentlicht hat.

nicorola: Soweit ich weiß habt ihr u.a. mit Last Days Of April, Soffy O und Stray Parade gearbeitet, bevor ihr The Flare-Up! gegründet habt. Wie genau seit ihr zusammengekommen?
Manne: The Flare-Up! wurde schon 2001 gegründet, aber zwischen den beiden Alben haben wir eine Menge Zeit mit anderen Projekten verbracht. Das erste Album hieß übrigens “Saints in Sinner City” und wurde 2002 veröffentlicht.

nicorola: In den Neunziger habe ich einen Menge Death Metal gehört, und da stolpert man zwangsläufig über Nikke Andersson, den ehemaligen Drummer von Entombed und späteren Mitglied der legendären Hellacopters. Er mag eure Musik, oder?
Manne: Nun, seit er uns gefragt hat, für seine monatliche Clubnacht im Debaser zu spielen, mag er unsere Musik.

nicorola: Wie hat er euch geholfen?
Manne: Indem er uns diesen Abend eröffnen ließ, und die Jungs vom Hellacopters-Label fanden uns großartig. Wir hatten uns allerdings schon entschlossen, das Album selbst zu veröffentlichen, und so haben wir einen Distributionsvertrag mit ihnen abgeschlossen.

nicorola: Wenn meine Freundin mich, was zur Hölle ich da höre, wie sollte ich eure Musik am Besten beschreiben?
Manne: Sag ihr es ist Cock Rock for the fast and beautiful.

nicorola: Soweit ich weiß ist euer Album bereits im März in Skandinavien erschienen. Wie waren die Reaktionen der Fans und Kritiker?
Manne: Die Reaktionen der Kritiker waren sehr gut, aber wir suchen immer noch nach einer großen Fangemeinschaft in Skandinavien. Die Absperrgitter vor den Bühnen sind noch nicht notwendig, wenn wir auftreten.

nicorola: Wenn ich mir euer Album anhöre, dann gibt es ein paar Songs, die herausstechen. Neben dem Titelsong sind dies “Kid Avenger” und “To Kill A Puerto Rican”. Dort gibt es eine Stelle, diese Gitarre….ihr mögt Iron Maiden, oder?
Manne: Ich denke, du spielst auf diese Tzatziki Hamonien am Ende der Bridge an. Ich denke die Gitarren in der Bridge haben viel mehr von Television als von Iron Maiden, aber stimmt schon, wir mögen die frühen Iron Maiden.

nicorola: Was sind eure Haupteinflüsse?
Manne: Roky Erickson, Richard Hell, Kiss, Fugazi, The Jazz Messengers… eigentlich ändert sich das die ganze Zeit.

nicorola: Wer schreibt bei euch die Songs? Wie ist euer Songwriting-Prozess?
Manne: Bisher schreibe ich die meisten Songs. Das Songwriting ist ziemlich simpel; ich und meine Akustikgitarre versuchen gemeinsam, etwas zu finden, was meiner Stimme und meinem Gesangsstil entgegenkommt und einigermassen originell ist….manchmal jammen wir auch einfach herum. Das sollten wir eigentlich öfter tun.

nicorola: Ihr habt einige Konzerte in Deutschland gespielt. Was denkst du über unser Land?
Manne: Wir mögen Deutschland sehr. Ich habe während der letzten vier Jahre phasenweise in Berlin gelebt, eine meiner absoluten Lieblingsstädte weltweit. Unglücklicherweise habe ich von anderen deutschen Städten nicht viel mitbekommen, denn beim Touren dreht es sich hauptsächlich um Fahren, Soundcheck, Auftritt, Schlaf. Manchmal noch ein paar Drinks irgendwo dazwischen. Aber ich habe München, Köln, Frankfurt und Essen besucht, genauso wie Dresden und ein paar andere Städte im Westen und im Osten. Ich hatte immer einen guten Eindruck von den Orten und den Menschen.

nicorola: Wie ist das deutsche Publikum?
Manne: Immer unterschiedlich. Ganz allgemein ist es vielleicht etwas enthusiastischer als das schwedische, aber ich denke, da gibt es nicht wirklich große Unterschiede.

nicorola: Könnt ihr von eurer Musik leben oder habt ihr noch andere Jobs?
Manne: Jeder in der Band hat noch einen anderen Job – Teilzeit oder freiberuflich – andernfalls könnten wir nicht überleben.

nicorola: Was denkst du als Künstler über die aktuelle Situation in Musikindustrie? Gibt es für Bands wie euch bessere Chancen?
Manne: Ich denke, ein Produkt zu promoten ist sehr viel wichtiger und auch schwieriger als es zu vertreiben. Natürlich ist es praktisch, bessere und einfachere Möglichkeiten der Distribution zu haben, aber aus der Sicht des Künstlers hat das Internet die Industrie nicht derart revolutioniert, wie die Leute vielleicht denken. Aber ich denke, die Musikindustrie als Ganzes wird sich in nicht allzu naher Zukunft radikal verändern.

nicorola: Glaubst du, es könnte eure Popularität steigern, wenn ihr eure Musik verschenkt?
Manne: Ja, ich denke du kannst als Band nur gewinnen und als einigermassen cool da stehen.

nicorola: Was sind deine Ziele für die nahe Zukunft betreffend The Flare-Up!?
Manne: Wir wollen so viel wie möglich live spielen, um noch mehr Flare-Heads zu rekrutieren, vor allem in Deutschland. Aber das verlockendeste Ziel ist es, unser drittes Album so hinzubekommen, das es die beiden Vorgänger überstrahlt. Da sind wir auf einem guten Weg, nach den bisherigen Songs zu urteilen.

nicorola: Deine aktuelle Lieblingsband?
Manne: Kiss And The Attractions (nichts Aktuelles derzeit)

nicorola: Welchen Song hättest Du gerne geschrieben?
Manne: ”The Star-Spangled Banner”. Das wäre cool.

nicorola: Möchtest du meinen Lesern noch etwas sagen?
Manne: Ja, macht ein neues Browserfenster auf, tippt die magischen Buchstaben in die Adresszeile (theflareup.com, Anm. nicorola) und macht euch bekannt mit The Flare-Up!. Es könnte euer Leben verändern, und sei es noch so wenig.

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Homepage der Band
MySpace-Seite der Band

The Flare-Up – “All Them Pretty Dolls”

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