editors_cover09. Oktober 2009
Pias Recordings (Rough Trade)

Vielleicht hatten Sie die ewigen Vergleiche satt. Konnten die Namen Interpol und Joy Division nicht mehr hören. Und dann kamen auch noch die White Lies um die Ecke, mit ihrem ähnlichen Sound schon fast die Erben der eigenen Band. Auf jeden Fall musste ein neuer Sound her.

Die Editors entschieden sich für einen neuen Produzenten und für Synthies, mit all ihrer Klarheit, ihren Klischees, ihrer Künstlichkeit, ihrer Kälte. Nach den ersten Songs riss ich mir erst einmal die Kopfhörer herunter und hatte das starke Bedürfnis, mir die Ohren auszuspülen. Allein die wirklich schlimmen Achtziger-Sounds von “You Don’t Know Love”, Song Nummer 4. Immerhin habe ich es bis dahin ausgehalten.

Aber so leicht gebe ich nicht auf. Nach einer knappen Stunde Erholung packte ich das Album dann bei den Hörnern und habe es bis zum Ende geschafft. Und wundersamer Weise folgten weitere Durchgänge. Denn eines muss man den Editors lassen: hinter diesen teilweise schlimmen Sound stecken gute Songs. Allen voran natürlich die Single “Papillon”. Aber auch Songs wie “The Big Exit” und “The Boxer” wissen den neuen Klangkosmos gut auszuloten und nach ein paar Durchgängen zu überzeugen.

So richtig passen die neuen Kleider noch nicht, hier und da zwickt es noch, das ein oder andere Hosenbein muss noch gekürzt werden. Aber ich finde, sie stehen ihnen gut. Und wenn man hinter die Fassade blickt, dann erblickt man dort noch immer die Größe und das Pathos, das die Vorgänger so gut machte. Ich hätte mir trotzdem Gitarren gewünscht…..

Highlights: “Papillon”, “You Don’t Know Love”, “The Boxer”

7/10

1 KOMMENTAR

  1. Das Album ist etwas sperrig. Durchaus. Aber Papillion hat was. Und auch der Rest. Das erschließt sich nur nicht beim ersten Mal. Ich hab 3 Durchläufe gebraucht bis ich gefühlt den roten Faden gefunden habe. Aber mittlerweile finde ich es toll.

  2. Und vielleicht genau deshalb “komm’ ich jetzt endlich mal an die Editors”. Ich finde das neue Werk sehr gelungen… endlich etwas Eigenständiges abseits der ewigen Vergleiche mit den Helden von “Interpol”…

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