05. März
Cooperative Music (Universal)

Lassen wir mal außen vor, das “Tourist History” fast genau so beginnt wie seinerzeit “Silent Alarm” von Bloc Party. Auch die Paralleln zu anderen Bands lassen sich leicht ziehen. Die Basslinie von “Something Good Can Work” scheint direkt bei den Killers geklaut, die Shouts im Hintergrund desselben Songs bei den Los Campesinos!, die erste Strophe von “Undercover Martyn” klingt verdächtig nach The Crash (gibt es die eigentlich noch?) und dann natürlich immer wieder Bloc Party (“Do You Want It All?”). Die Nordiren bedienen sich im reichen Fundus der vergangenen Jahre, vorzugsweise im Post-Punk-New-Wave-Bereich. Das haben vor ihnen schon viele gemacht, und ebenso viele sind wieder verschwunden.

Dem Trio gelingt es mit diesen Zutaten und klaren Referenzen allerdings, einen Hit an den anderen zu reihen. Es fällt unheimlich schwer, sich dem Sog solcher Songs “Undercover Martyn” oder “Do You Want It All?” zu entziehen. Sie verstehen es einfach, mitreißende kleine Hymnen zu schreiben, die man so schnell nicht wieder aus dem Kopf bekommt, und die mit Sicherheit die Tanzfläche der Indie-Disco füllen dürften. Das französischen Electro- und Modelabel Kitsuné tat also gut daran, sich diese Newcomer unter den Nagel zu reißen. Diese bedanken sich brav und feuern ein kleines Feuerwerk ab.

Two Door Cinema erfinden wie gesagt das Rad nicht neu, schreiben aber großartige Songs. Und selbst neben den ganzen großartigen Veröffentlichungen dieser Tag können sie sich locker behaupten, denn “Tourist History” hat ein unschlagbares Geheimrezept: dieses Album macht gute Laune!

Highlights: “Cigarettes In The Theatre”, “Undercover Martyn”, “Something Good Can Work”

7/10

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