08. Januar 2010
XL/Beggars Group (Indigo)

Ich muss zugeben: das Debüt befindet sich zwar auf meiner Festplatte, aber so richtig warm geworden bin ich damit nie. Nach dem mehrmaligen Genuss des Nachfolgers bin ich allerdings ziemlich sicher, das sich dieser Zustand schnell ändern wird. Die Band aus New York scheint überhaupt kein Problem mit den an sie gestellten Erwartungen zu haben. Ihren charakteristischen Sound irgendwo zwischen New Wave und Afro-Beat fanden sie schon auf dem Vorgänger, hier wird ausgebaut, erweitert, perfektioniert. Schon beim ersten Durchhören wird klar: diese Platte wird eines der ersten Highlights des noch jungen Jahres.

Ein Song wie “White Sky” zum Beispiel ist ein kleines Wunder. So zerbrechlich und zart, das ich mich glatt fürchte, die Anlage laut aufzudrehen, denn ansonsten würde er einfach in seine Bestandteile zerfallen, zu Staub zerbröseln. Extrem fein gewebt wie Gaze-Stoff umschmeichelt er den Verstand und setzt sich direkt im Wohlfühlzentrum fest. Im Prinzip funktionieren fast alle Songs in dieser Weise. Das sanft dahingleitende “Taxi Club” oder auch “Giving Up The Gun”, wenn bei letzterem auch in völlig anderer Weise.

Momentan gibt es eigentlich keinen schöneren Kontrast, als mit einem heißen Tee in der Hand aus dem Fenster zu schauen, den angeblich so schlimmen Winter zu beobachten und “Contra” zu hören. Mit jedem gehörten Song steigt die Gewissheit: der Frühling kommt. Mit Sicherheit.

Highlights: “White Sky”, “California English”, “Giving Up The Gun”

9/10

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