The Good, The Bad & The Queen sind zurück! Vielleicht erinnerst du dich: die Supergroup besteht aus Damon Albarn (Vocals/Piano), Paul Simonon (Bass), Simon Tong (Gitarre) und Tony Allen (Drums).

Ich habe die Band damals vor 11 Jahren (!) live im Postbahnhof gesehen. Ehrlich gesagt hätte ich nicht damit gerechnet, dass die vier Haudegen sich noch einmal zusammenraufen, vor allem nach so langer Zeit.

Aber zu meiner Freude haben sie genau das getan. Das übergeordnete Thema der Platte: der Brexit. Laut der offiziellen Pressemitteilung ist Merrie Land ein „hoffnungsvoller Lobgesang auf das England von heute”.

Das England von heute verabschiedet sich allerdings gerade vom Rest des Kontinents, und so klingen die zehn neuen Stücke eher wehmütig als hoffnungsvoll.

Das Cover zeigt das Bild des verängstigten Michael Redgrave aus Dead of Night, einem Film, in welchem er in der Episode The Ventriloquist’s Dummy einen Bauchredner spielt, der von seiner Puppe immer mehr dominiert wird.

Die musikalische Stimmung eines Großteils des Albums ist ähnlich dicht und nebulös wie der Hintergrund des Covers: leicht paranoid, eher beiläufig und demütig. Es gibt wieder schwere Basstöne, versiertes Schlagzeugspiel, Flöten, Streicher, Kirmes-Orgeln und allerlei Geräusche.

Ich fühle mich beim Hören ein wenig so, als ob ich gemeinsam mit der Band nach Melodien taste, die immer wieder angedeutet werden, sich aber nie ganz aus dem Nebel materialisieren.

Immer wieder tauchen brillante Momente auf. Der Titelsong ist der perfekte Opener, der zwar nicht wirklich greifbar ist, aber dennoch im Kopf hängen bleibt. Lady Boston schleicht zwar unerträglich langsam dahin, aber die Kombination des Chors mit der Flöte im Refrain ist einfach wundervoll.

Mein Highlight ist The Great Fire, bei welchem die schon fast greifbare Melodie immer wieder entschwindet. Ein Spiel der Andeutungen, eine instrumentale Großtat.

Das abschließende The Poison Tree zeigt noch einmal das ganze Können dieser Teilzeit-Band. Eine wunderschöne, melancholische Widescreen-Melodie macht es sich auf dem Groove-Teppich so richtig bequem. Don’t follow me to the poison tree – ein gut gemeinter Rat zum Abschied.

Im direkten Vergleich zum ersten Album klingt Merrie Land resignierter und melancholischer, für das Pfeifen fehlt die Spucke. Für eine abschließende Einordnung fehlen mir noch ein paar Durchgänge, deswegen ist die Wertung erst einmal vorläufig.


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