Da sind sie wieder, nahezu komplett: die Smashing Pumpkins. Zu 75% in Originalbesetzung. Irgendwie hat es der schwierige Charakter Billy Corgan geschafft, James Iha und Jimmy Chamberlin zu überreden. Nur mit Originalbassistin D’Arcy Wretzky konnte er seinen zum Teil öffentlich ausgetragenen Disput nicht beilegen. An den Reglern saß Rick Rubin, und so stehen die Zeichen auf Rückbesinnung mit Blick in die Zukunft.

Von der ersten Single Silvery Sometimes (Ghosts) war ich positiv überrascht. Der Song erreicht zwar nicht die Dichte der alten Meisterwerke, erinnert mich aber schmerzhaft daran, weswegen ich die Musik dieser Band einmal so liebte.

Dummerweise hat die Band dieser kleinen Offenbarung den Opener Knights of Malta vorangestellt, welcher mit Streichern und Gospelchor deplatziert und zu schnulzig wirkt. Skip. Zum Glück bleibt das der einzige Totalausfall. Die restlichen sechs Songs bewegen sich zwischen Classic Rock, Grunge und Hard-Rock, immer mit der klassischen Pumpkins-Note und dem Hang zum Kitsch.

Leider sorgt gerade der bereits erwähnte Rick Rubin mit seinem Sound für einen gehörigen Dämpfer. Das nur acht Songs umfassende Album klingt zu steril und poliert. Es hört sich an, als wollte die Band ursprünglich eher mehr in Richtung Pop gehen, es sollte alles groß und hymnisch klingen; das Ergebnis klingt allerdings eher harmlos. Stücke wie das treibende Marchin‘ On oder das vielschichtige Solara hätten ein wenig mehr Dreck gut vertragen können.

Trotzdem ist Shiny and Oh So Bright, Vol. 1 / LP: No Past. No Future. No Sun. das beste Album seit MACHINA. Weil die Smashing Pumpkins wieder genau so klingen wie damals. Nun ja, nicht ganz: der Sound passte damals besser.


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