Irgendwie fällt im Zusammenhang mit dem schwedischen Singer-Songwriter Kristian Matsson als The Tallest Man on Earth immer der Name Bob Dylan. Anlässlich von Dylans 70. Geburtstag war in vielen Berichten zu lesen, dass er wohl nicht der unterhaltsamste Live-Musiker sein soll. In den Videos von dem Tallest Man On Earth hingegen sah man schon eher einen Entertainer, weshalb ich die Gelegenheit am 23. Mai nutze und mir ein Konzert von ihm in Berlin ansah.

Nachdem die ebenfalls aus Schweden stammende Band Francis den Abend eröffnete, wurde es dunkel, Nebel zog auf und schließlich kam ein doch gar nicht so großer Mann mit seiner Gitarre auf die Bühne, der freudig von seinem Berliner Publikum begrüßt wurde. Mit seiner markanten Stimme, die dann doch an Bob Dylan oder auch Two Gallants erinnert, sang er als erstes „I won’t be found“. The Tallest Man On Earth war während des Konzerts so aufgeregt und fröhlich, dass er die ganze Zeit von einem Ende der Bühne zum anderen lief und kaum auf seinem Stuhl Halt machen wollte. In den Pausen erzählte er auch, dass es ihm gerade ganz gut gehe und er an einem neuen Album arbeite. So konnte man dem Tallest Man On Earth kaum glauben, dass er je traurige Geschichten erzählen konnte, obwohl einige seiner Lieder gerade auch von früheren EPs dies beweisen.

Ganz alleine blieb er dann aber nicht die ganze Zeit, denn für seine Folksongs wie „King of Spain“ bekam er Unterstützung an Schlagzeug und Bass von seiner Vorband. Außerdem kam auch eine junge Unbekannte für ein Duett mit dem Schweden auf die Bühne. Trotz des ausverkauften Konzerts gelang es The Tallest Man on Earth insgesamt eine intime Atmosphäre zu schaffen. Einen wichtigen Anteil daran hatten nicht zuletzt auch die Zuschauer, die oft schon nach 3 Akkorden die Lieder erkannten und mitsingen konnten (wie z.B. bei „Love is all“). Zum Schluss verabschiedete sich der Tallest Man mit „Kids on the run“ für dass er statt einer Klavierbegleitung, wie auf dem Album „The Wild Hunt“, ein Banjo wählte.

Diesmal habe ich leider kein Foto gemacht, was zum einen an meiner kaputten Kamera liegt, aber zum anderen auch daran, dass The Tallest Man on Earth etwas Angst hatte vor den Fotografen in der ersten Reihe und verlegen meinte, er wäre ja doch nur ein “tiny guy”.

Myspace

Foto: Matt Perich, CC-Lizenz

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