Der Basler Musiker Manuel Gagneux macht unter dem Namen Zeal And Ardor momentan Furore. Zumindest in der Metal-Szene. Warum?

Weil er auf ziemlich spektakuläre Weise Black Metal mit Gospel kreuzt. Auf diese Idee kam er allerdings nicht einfach so, sondern durch 4Chan.

Dort postete er Songs seines anderen Projekts Birdmask, weil er auf die oft brutal ehrlichen Meinungen der Nutzer gespannt war. Irgendwann fragte er die Nutzer dort aus Langeweile nach Musik-Genres, die er dann kombinieren wollte.

Einer schrieb zum Beispiel Swing, der andere Hardcore-Gabber-Techno. Gagneux versuchte im Anschluss, aus diesen beiden Vorgaben in einer halben Stunde einen Song zu schreiben.

Es kam der Tag, an dem er ein wenig fassunglos vor dem Rechner saß und auf die beiden Genres Black Metal und “nigger music” starrte. Zuerst war da Abneigung und Verweigerung, aber die Idee blieb haften.

Unter dem Namen Zeal And Ardor nahm Gagneux dann irgendwann ein paar Songs auf und veröffentlichte diese in Eigenregie. Das wäre nicht weiter erwähnenswert, hätte ihn Kim Kelly nicht entdeckt.

Ab da ging es schnell. Der Rolling Stone kürte sein Debütalbum zu einem der besten Metal-Alben des Jahres. Dieses erscheint jetzt noch einmal offiziell, bevor es auf Tour durch Europa geht.

Dieses Album ist allerdings eine kleine Mogelpackung, denn eigentlich sind dort nur vier Songs enthalten, die genau diese Mischung bieten. Dazu kommen noch eine krude Kreuzung aus Gregorianischen Chören und Metal, indischer Musik und Trap (?) und Intermezzi im Stil von Aphex Twin.

Diese vier Songs heißen Devil Is Fine, In Ashes, Come On Down und Blood On The River. Die Ketten klirren, die Geknechteten singen vom Teufel und die Gitarren schneiden gnadenlos. Das ist stellenweise faszinierend und mitreißend.

Komplett in Eigenregie

Faszinierend vor allem aufgrund der Fähigkeiten von Gagneux. Alles auf diesem Album ist selbst eingespielt und vor allem eingesungen. Er verwendete keine Samples, auch wenn ich das am Anfang vermutet habe.

Woher sollten diese Samples auch kommen? Auf alten Delta Blues-Aufnahmen geht es wohl kaum um Teufelsanbetung. Ausgetrickst.

Die Black Metal-Ausbrüche sind vehement, aber nicht wirklich außergwöhnlich. Die Riffs habe ich so schon oft gehört. Die stärksten Momente dieser aufgepumpten EP sind die Delta-Blues-Passagen.

Devil Is Fine ist kein Album, an das ich mein Herz verlieren könnte. Dafür ist der Projekt-Charakter zu ausgeprägt. Aber, und das ist ein großes Aber: es bietet kurzweilige Unterhaltung. Nicht mehr, aber VERDAMMT noch mal auch nicht weniger.


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