Beach House veröffentlichen nur ein paar Wochen nach “Depression Cherry” bereits ihr nächstes reguläres Album. Und das ziemlich überraschend.

Damit keine falschen Vermutungen aufkommen, wurden Victoria Legrand und Alex Scally nicht müde zu erklären, dass es sich um ein vollwertiges Album und nicht etwa um eine Sammlung von übrig geblieben Songs der “Depression Cherry”-Session handelt. Die Songs entstanden nämlich direkt im Anschluss an die Aufnahmen zu “Depression Cherry”.

Ich muss zugeben, dass ich anfänglich ein wenig irritiert war. Was sollte ich nach so kurzer Zeit mit weiteren neun Songs? Ich hatte mich doch gerade erst an das aktuelle Album gewöhnt. Aber irgendwann überwand ich diese Irritation und ließ mich auf “Thank You Lucky Stars” ein.

Die Songs sind auch hier noch immer von erhabener Einfachheit, Victoria Legrands verschlafene Stimme wird von zarten Synthesizern umweht und von schüchternen Beats vorangetrieben. Im Gegensatz zum direkten Vorgänger klingt hier allerdings alles viel mehr nach LoFi und nach den Anfangstagen des Duos.

“Thank Your Lucky Stars” ist eine zarte, fast schüchterne Platte, die sich mir auch nach mehrmaligem Hören nicht aufdrängt. Vielmehr muss ich die tollen Momente hier wirklich suchen. Zum Glück gibt es einige. Das von einem schleppenden Beat getragenen “She’s So Lovely” zum Beispiel. Oder das folgende “All Your Yeahs”, welches fast nach Post Punk in der Interpretation von Beach House klingt. Die Melodie im letzten Drittel des Songs ist dann auch der Höhepunkt des Albums.

Es gibt ein paar weitere überzeugende Augenblicke, aber irgendwie haben die beiden es geschafft, dass ich mich nicht so willkommen fühle wie bei ihren vorherigen Alben. Außerdem schleppt sich das Album sehr mühsam dahin, selbst für Beach House-Verhältnisse. Die Energie, die einige der frühen Songs trotz ihres verhaltenen Tempos verströmten, fehlt hier.

“Thank Your Lucky Stars” hat ein paar starke Momente, aber am Ende bleiben dann doch mehr Fragen als Antworten.

6 KOMMENTARE

  1. Ich fand DC viel zu verträumt. Es war zwar durchgehend genießbar aber auf eine gewisse Art irgendwie zu einfach gestrickt. TYLS dagegen hat teils eine atmosphärisch bedrohliche Seite, schafft es aber dennoch aus ihr heraus positive Energie auszustrahlen. Für meinen Geschmack hat es sogar nicht einen Aussetzer im Album. One Thing, Elgy to the void und Somewhere tonight gehören für mich schon jetzt zu dem Besten, was BH harausgebracht haben.

    • Danke für deinen Kommentar. Ich kann deine Argumentation gut nachvollziehen, aber mich erreicht das Album einfach nicht. Was ich wirklich schade finde.

  2. Mir ging es zunächst ähnlich wie dir. Aber irgendwie wollte ich mich mit diesem durchwachsenem Gefühl in der Bauchgegend nicht so recht abfinden (weil ich es weder gut noch schlecht fand) und habe dem Album nach etwas Abstand noch mal ein paar Durchläufe gegeben. Und was soll ich sagen? – Die Nüchternheit vom ersten Mal hören hat sich komplett verabschiedet und die Überzahl der Tracks auf der Platte haben sich zu echten Growern entwickelt. Ich bin völlig entzückt, und mindestens wieder genauso in den Bann gerissen, wie das damals nur eine gewisse “Bloom” schaffen konnte. 🙂

    • Hey Phil, danke für deinen Kommentar. Ich hoffe ehrlich gesagt, dass es bei mir auch noch zündet. Vielleicht finde ich während der Feiertage noch Zeit, mich überzeugen zu lassen. Passt ja musikalisch eigentlich ganz gut in die besinnliche Zeit 🙂

  3. Ihr bestes Album bleibt für mich Teen Deam. Ein Song von der ‘Lucky’ kann es zumindest mit den besten Songs von BH aufnehmen: Rough Song! Hier ist die Magie wieder da….

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