Das fünfte Album von Franz Ferdinand ist eine Sammlung schillernder Songs, die sich eher schlau als liebenswert anfühlen.


Franz Ferdinand begannen ihre Karriere mit dem Kunststück, die Theatralik von Roxy Music mit Post-Punk zu kombinieren und daraus zackige Hits zu formen. Damit trugen sie ihren nicht unwesentlichen Teil zum Soundtrack einer Generation bei. Ihr Debütalbum steht für mich in einer Reihe mit Silent Alarm, A Certain Trigger oder auch Capture / Release.

Always Ascending ist das erste Album ohne den exzentrischen Gitarristen Nick McCarthy, welcher die Band verließ, um sich seiner Familie und dem Lunsentrio zu widmen. Mit Julian Corrie und dem Gitarristen Dino Bardot war allerdings recht bald Ersatz gefunden, und Franz Ferdinand präsentieren sich aktuell als Quintett.

Das  Album beginnt mit dem Titeltrack, welcher bereits andeutet,  wohin es geht: die übliche Schmissigkeit gepaart mit Disco und einer Portion Achtziger.

Die Vorgabe ist klar: gesucht wird der nächste FF-Hit. Da wird kein Gedanke an Subversion, Stilbruch, Emotion oder ähnlichem Kleinkram verschwendet. Das flutscht dann natürlich äußerst gefällig durchs Ohr. Der Disco-Beat ist onmipräsent, die Gitarren klingen eher vermittelnd als gefährlich, und auch die Synthies oder sporadische Elektronika ordnen sich dem Ziel unter.

Zwischenzeitlich entschleunigt die Band das ohnehin nicht besonders hohe Tempo und weiß z.B. mit dem ironischen Liebeslied The Academy Award zu überzeugen.

Instrumental ist alles auf den Punkt gespielt und klingt trotz der akustischen Dichte angenehm luftig. Nur leider hat Produzent Zdar, eine Hälfte des französischen French-House-Duos Cassius, der Band auch noch den letzten spitzen Zahn gezogen und mit einem schimmernden Implantat ersetzt.

Ich höre die Platte sehr gerne, allerdings ist mir der Sound nach einer gewissen Zeit einfach zu gefällig. Always Ascending bietet intelligente Popmusik, die ein wenig zu sehr nach Reißbrett und viel zu wenig nach dampfendem Proberaum klingt.


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