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Gestern

Gestern, bei mir in der Wohnung. Ich baue noch einige Teile der Komplement-Serie in den neu erworbenen Pax-Schrank. Mir fällt auf, das es sehr still ist. Musik wäre gut. Aber der iPod läßt sich hier nur umständlich anschließen. Da fällt mein Blick auf die alte Anlage. Gut, dann also mal wieder einen Blick in die CD-Sammlung werfen. Mein Finger streift über die Rückseiten der CD-Hüllen, einige CDs ziehe ich halb raus, bei einigen muss ich schmunzeln, bei anderen das Gesicht verziehen. Will ich Nick Cave auflegen? Oder doch lieber Funkstörung? Meine Wahl fällt schließlich auf “Golden State” von Bush. CD eingelegt und Schrank fertig geschraubt.

Komische Erfahrung, eigentlich. Genau das fehlt mir irgendwie bei digitalen Musiksammlungen. Das Anfassen, das Stöbern, das Anschauen, das Lesen. Nach dem Einlegen einer CD den Kopfhörer aufsetzen und mit dem Booklet in der Hand abtauchen. Wohlwissend, das dieses Etwas aus Plastik und Papier gutes Geld kostet. Aber damit auch einen gewissen Wert besitzt.

Wenn ich so durch meinen iPod scrolle, sehe ich Künstler und Alben, welche ich noch nie oder nur einmal gehört habe. Das wäre mir früher mit CDs nie passiert. Denn ich habe sie an der Kasse bezahlt und mir vorher genau überlegt, ob ich sie denn auch haben möchte. Und wenn dann mal ein Fehlkauf dabei war, dann lag die CD zumindest immer als stumme Mahnung in meiner Musiksammlung. Und entlockt mir vielleicht heute noch ein Kopfschütteln oder Schmunzeln.

Heute klickt man sich durch die Musikwelt. Das ist alles sehr aufregend, man entdeckt musikalisches Neuland, wird vor manchem Fehlkauf bewahrt, spart ein wenig Geld und Platz in der Wohnung. Aber ein wenig geht doch die Wertigkeit der Musik verloren, oder?