Vor jetzt drei Jahren fragte ich mich, warum ich mich so sehr damit abmühte, alles Gehörte zu Last.fm zu übermitteln. Jedes Mal, wenn ich eine neue Software, einen neuen Service oder eine neue App ausprobierte oder installierte, die dem Abspielen von Musik diente, war meine erste Frage: wo gebe ich meine Last.fm-Daten ein?

Das Ende

Ich ließ dieser Überlegung allerdings unmittelbar keine Konsequenz folgen, sondern scrobbelte munter weiter. Das war im Prinzip auch ganz gut, denn damit hatte ich Zugriff auf meine Hörgewohnheiten. Letztes Jahr im April entschloss ich mich allerdings, meinen Account zu löschen. Und so verschwanden meine über 40.000 gescrobbelten Songs im digitalen Nirvana. Ich fühlte mich frei, denn jetzt konnte ich einfach hören, was ich wollte, ohne dieses mulmige Gefühl der Überwachung.

Die Einsicht

Am Ende des Jahres dann die Einsicht: Während der letzten Wochen durchforstete ich Google Music und meine iTunes-Bibliothek, um herauszufinden, welche Songs mich in diesem Jahr so richtig mitgerissen haben. Ohne einen protokollierenden großen Bruder wie Last.fm ist das gar nicht so einfach, dass kann ich euch sagen.

Da dämmerte in mir schon ein Verlangen, welches sich in den letzten Wochen dermaßen in den Vordergrund drängte, dass ich schließlich nachgab. Ich habe mich wieder bei Last.fm angemeldet. Alle meine Geräte scrobbeln wieder und seit gestern Vormittag ist mein Profil öffentlich. Ich habe mir allerdings vorgenommen, nicht an die Protokollierung zu denken. Im Prinzip ist und war das ja auch nie etwas wirklich Schlimmes. Ganz im Gegenteil: es hilft mir sogar.

Und ich werde mich in Zukunft nicht darum scheren, was dort protokolliert wird. Solltet ihr euch also in Zukunft auf mein Profil verirren und euch wundern, was Prinzessin Lillifee dort treibt: ich bin kein Fan, sondern Vater.

6 KOMMENTARE

  1. Ohne Last.fm wäre das Musikhören im Internet nur halb so schön. Vor allem die kürzlich erfolgte Integration von Spotify bietet mir plötzlich Playlisten und Entdeckungen, die ich ohne Last.fm nie gemacht hätte. Die Ähnlichkeits-Berechnungen sind – wahrscheinlich wegen der größeren Datenbasis – einfach besser als die von Spotify. Außerdem liebe ich es, nostalgisch in meiner Scrobble- und Gig-Historie zu stöbern. Insofern: ich kann deinen Schritt zurück verstehen. Schade nur um die verlorene History. 😉

  2. Ich hab auch die Erfahrung gemacht, dass es einfach toll ist, den Account zur Nachlese zu haben. Allerdings scrobblen die unterschiedlichen Programme auch immer unterschiedlich. Während man im Winamp-lastfm-Plugin noch einstellen konnte, dass der Song nach der Hälfte als gescrobblet gilt, kann man das im MediaMonkey nicht mehr. Der scrobblet allerdings sehr zuverlässig, auch wenn ich Songs nicht ganz bis zum Ende höre oder später einsteige bzw spule. Da ist spotify nach meiner Erfahrung sehr pingelig und nimmt unvollständige oder vorgespulte Songs erst gar nicht mit aus, was ich ein bisschen schade finde. Aber egal, so viel Verlust ist es dann ja auch nicht.

  3. Ich bin seit 2008 dabei. Zwänge mich da aber schon seit längerem nicht mehr mit, regelmäßig reinzuschauen. Auch die Liste rechts in meinem Profil ist längst nicht mehr aktuell, dennoch eine sehr nette App um ab und zu Übersicht über das eigene Hörverhalten zu bekommen 🙂

    /chucky176

  4. Ich bin zwar mit meinen Daten eher vorsichtig, aber Last.fm empfinde ich als mein musikalisches Gedächtnis und somit unersetzlich. Allerdings finde ich es schade, dass die soziale Komponente auf Last.fm im Lauf der Zeit völlig verloren ging und auch das Entdecken neuer Tracks völlig in den Hintergrund gerückt ist. Last.fm fallen längst nur mehr statistische Aufgaben zu…

    Wie nur kann sich Last.fm eigentlich noch finanzieren, frage ich mich.

DEINE MEINUNG?

Please enter your comment!
Please enter your name here