Clap Your Hands Say Yeah waren einer der Senkrechtstarter des Jahres 2006. Mir hat ihr Debütalbum ziemlich gut gefallen, auch wenn mich der Gesang von Alec Ounsworth auf Albumlänge ein wenig nervte. In den letzten Jahren habe ich die Band allerdings komplett aus den Augen verloren. Diese hat sich im Laufe der Zeit ein wenig in ihre Bestandteile aufgelöst; Robbie Guertin und die Brüder Tyler und Lee Sargent verließen die Band. Übrig blieben nur Schlagzeuger Sean Greenhalgh und Songschreiber Ounsworth. Dieser dachte allerdings gar nicht daran aufzuhören, sondern spielte und schrieb befreit auf, testete seine Song live auf Akustiktour und produzierte die vierte Platte unter dem Namen Clap Your Hands Say Yeah in Eigenregie.

Die nasale Stimme stört mich nicht mehr sowie in früheren Tagen, bleibt aber das Markenzeichen des Albums. Beim ersten Hören fehlt ein wenig die Erdigkeit; dies mag daran liegen, das hier einfach ein richtiger Bassist fehlt oder das das Schlagzeug ein wenig zu hoch klingt. Die Synthies verleihen den Songs zudem eine Leichtigkeit, die manchmal ein wenig ins Beliebige abdriften kann. Als ich mich nach einigen Durchläufen aber an die Songs gewöhnt hatte, empfand ich die Produktion als durchaus passend. Jeder Song kommt mit einer tollen Idee oder einer Melodie um die Ecke, und Ounsworth hat einen Weg gefunden, diese vor dem Zuhörer zu verstecken. Man muss sich ein wenig Arbeit machen, um diese scheuen Wesen hinter dem Ofen hervorzulocken. Hat man das aber geschafft, erwarten einen tolle Momente. Wie zum Beispiel der anfangs nach gedrosselten Bloc Party klingende Opener “As Always” oder das mit Matt Berninger von The National im Duett gesungene “Coming Down”, welches sehr kantig daherkommt und fast wie ein Fremdkörper auf dem Album wirkt.

Allgemein habe ich das Gefühl, dass Ousnworth seinen Ideen hier freien Lauf lässt. Es gibt viele Flächen zu erkunden, Sounds zu erforschen und kleine Melodien zu entdecken. Die Ohrwürmer alter Tage gehören damit der Vergangenheit an. Ich persönlich mag dieses Album, denn ich habe auf unbestimmte Weise das Gefühl, das es gar nicht viel von mir verlangt. Und sich damit umso mehr aufdrängt.

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